
Historie
Entwicklung des betrieblichen Umweltschutzes bis 1996 Umweltprüfung und Ökobilanz
Die Universität Osnabrück bemüht sich bereits seit langem um den Umweltschutz im eigenen Haus. Zu Beginn war die Senkung des Energieverbrauchs eine wichtige Aufgabe. Dabei stellten die historischen Gebäude eine besondere Herausforderung dar. Wie reizvoll diese für den Betrachter auch sind, so bergen sie doch besondere Probleme für einen effizienten und energiesparenden Betrieb. Dennoch konnte der Energiebedarf optimal reduziert werden. Ressourcenschonende Maßnahmen wurden auch in anderen Bereichen wie Wassereinsparung oder umweltfreundliche Beschaffung durchgeführt.
Ab 1993 etablierte sich an der Universität Osnabrück ein neuer Akteur in Sachen Umweltschutz: Der Arbeitskreis Umweltschutz, gegründet von engagierten Hochschulangehörigen, setzte sich zum Ziel, den Umweltschutz an der Universität nicht länger nur auf die Minimierung des Energieverbrauchs zu reduzieren.
Trotz erster Erfolge gab es noch zahlreiche Defizite im Bereich des Umweltschutzes. Neben der Umsetzung weiterer technischer Maßnahmen fehlten insbesondere:
1. ein umfassender Überblick über die Umweltauswirkungen der Universität,
2. gezielte Mitarbeiterinformation, -motivation und Öffentlichkeitsarbeit sowie
3. eine interdisziplinäre Herangehensweise anstelle der Lösung von Einzelproblemen
Pilotprojekt zur Entwicklung eines Umweltmanagementsystems von 1996-1999
Die Diskussionen im Arbeitskreis Umweltschutz zeigten rasch, dass Einzelinitiativen nicht zu nachhaltigen Ergebnissen führten. Fehlende Haushaltsmittel ließen es jedoch nicht zu, einen hauptamtlichen Umweltschutzbeauftragten an der Universität Osnabrück zu beschäftigen. So beauftragte die Universität das Institut für Umweltsystemforschung, ein Gesamtkonzept für einen umweltfreundlichen Hochschulbetrieb zu entwickeln.
Entwicklung des Umweltmanagement-Modells für Hochschulen
Ergebnis des von 1996 - 1999 durchgeführten Projektes ist das Osnabrücker Umweltmanagement-Modell für Hochschulen. Damit wurde erstmals für eine Hochschule dieser Größenordnung ein umfassendes Gesamtkonzept in modularisierter Form vorgelegt. Die Erstellung des Konzepts wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.
Bereits während der Konzeptentwicklung wurden erste Vorschläge umgesetzt: Als erste Universität Deutschlands hat die Universität Osnabrück Umweltleitlinien verabschiedet; sie ist die erste Hochschule, die über eine umfassende Ökobilanz einschließlich der Abschätzung der Umweltwirkungen verfügt; und es wurden verschiedenste Maßnahmen der Mitarbeitermotivation und -information durchgeführt.
Das Konzept enthält Vorschläge die auch auf andere Hochschulen übertragbar sind: So gibt das Osnabrücker Konzept auch anderen Hochschulen einen Leitfaden zum Aufbau eines Umweltmanagementsystems an die Hand. In einer Vielzahl von externen Vorträgen wurde auf die Osnabrücker Entwicklung hingewiesen.
Im Rahmen des Projektes zur Entwicklung des Osnabrücker Umweltmanagementmodells für Hochschulen wurde für 1996 eine Ökobilanz der Universität Osnabrück erstellt. Damit lag erstmals für eine Hochschule eine umfassende Ökobilanz einschließlich einer Bewertung der Umweltwirkungen vor.
Die Untersuchung machte deutlich, dass die Universität Osnabrück sehr große Umweltauswirkungen im Bereich „Verbrauch fossiler Energieträger“ und „Treibhauseffekt“ verursacht. Verantwortlich dafür sind insbesondere der Strom- und Wärmeverbrauch sowie der Verkehr. Zur Verbesserung der Umweltsituation wurden der Universität daher die Reduktion der CO2-Emissionen, des Verbrauchs fossiler Energieträger sowie der Methan-Emissionen empfohlen.
Aufbau des Umweltmanagements von 1999 – 2001
Mit der Annahme der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und mit der Verabschiedung der Umweltleitlinien hat die Universität sich verpflichtet, ein Umweltmanagementsystem aufzubauen. Dazu wurde im Oktober 1999 die befristete (halbe) Stelle eines hauptamtlichen Umweltkoordinators eingerichtet.
Die Osnabrücker Erfahrungen fließen in das Netzwerk für eine umweltgerechte Entwicklung der Hochschulen (eco-campus.net) mit ein, das 1999 und 2000 von der Universität Osnabrück zusammen mit der FHW Berlin (Fachhochschule für Wirtschaft) aufgebaut wurde. Neben der Grundförderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt übernahm die Universität einen Anteil an der Finanzierung und Umsetzung.
Umweltmanagement seit 2002
Im Februar 2002 wurde die Stelle der Umweltkoordinatorin neu besetzt. Sie ist für den weiteren Ausbau des Umweltmanagementsystems zuständig Informationen zu den laufenden und bereits umgesetzten Projekten finden sich auf den Themenseiten.