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Koordinationsstelle Professionalisierungsbereich
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Schlüsselkompetenzen

Schlüsselkompetenzen (= SK)

Der Begriff „Kompetenz“ wird nach F.E. Weinert definiert als
„die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“
Definition des Begriffes "Schlüsselkompetenzen" von H. Orth (1999: 107):
Schlüsselkompetenzen sind "erwebbare allgemeine Fähigkeiten, Einstellungen und Wissenselemente, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen von Nutzen sind, so dass eine Handlungsfähigkeit entsteht, die es ermöglicht, sowohl individuellen als auch gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden“.

Zusammenfassung

  1. SK müssen erworben werden, sie werden nicht „in die Wiege gelegt“
  2. SK umfassen emotionale, motivationale und soziale Aspekte, Werthaltungen und Verhaltensdispositionen; kognitive Elemente sind nicht ausreichend
  3. SK sind in unterschiedlichen sozialen und beruflichen Feldern wichtig - „Multifunktionalität“ oder „Transversalität“
  4. SK leiten sich auf den Anforderungen der Arbeits- und Lebenswelt ab; sie beziehen sich auf die Gegenwart und auf die Zukunft

      Handlungsfähigkeit bzw. Handlungskompetenz

    Handlungskompetenz wird verstanden als die „Fähigkeit des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen sachgerecht, durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten“ (Kultusministerkonferenz (KMK), 5. Februar 1999).
    Handlungskompetenz setzt sich aus der Sozial-, Selbst-, Methoden- und Sachkompetenz zusammen.

     

    b) Arten von allgemeinen Schlüsselkompetenzen:

      1. Sozialkompetenzen

    • Fähigkeiten, die den Austausch von Informationen, Verständigung und den Aufbau, die Gestaltung sowie die Aufrechterhaltung von sozialen Beziehungen ermöglichen

    • Fähigkeiten „in den Beziehungen zu Mitmenschen situationsadäquat zu handeln" (Orth 1999: 109)

    Beispiele:

    • Kooperationsfähigkeit
    • Verhandlungsgeschick
    • Führungsqualitäten
    • Kommunikationsfähigkeit
    • Durchsetzungsvermögen
    • mündliche und schriftliche Ausdrucksfähigkeit
    • Konfliktmanagement
    • Fähigkeit, die Sichtweisen und Interessen anderer zu berücksichtigen
    • andere Kulturen kennen und verstehen
    • Teamfähigkeit

      2. Selbstkompetenzen

    • allgemeine Persönlichkeitseigenschaften, inklusive der klassischen Arbeitstugenden, die es ermöglichen, das eigene (berufliche) Leben aktiv zu gestalten

    • Fähigkeiten, reflexiv zu handeln, d.h. sich selbst einzuschätzen, persönliche Einstellungen zu überprüfen, hilfreiche Werthaltungen, Motive und Selbstbilder zu entwickeln, eigenen Begabungen zu erkennen, Motivationen, Leistungsvorsätze zu entfalten und sich z.B. im Rahmen des Studiums, der Arbeit und außerhalb kreativ zu entwickeln und zu lernen (vgl. Lenbert, 2004, S. 224)

    Beispiele:

    • Fähigkeit, konzentriert und diszipliniert zu arbeiten
    • Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen
    • Fähigkeit, sich auf veränderte Umstände einzustellen
    • Sorgfalt
    • Reflexionsfähigkeit, u.a. eigene Stärken und Schwächen einschätzen können
    • Leistungsbereitschaft
    • Mobilität
    • Kreativität
    • Zeitmanagement
    • Selbstmanagement/ -organisation und -motivation

      3. Methodenkompetenzen

    • Fähigkeiten, adäquate Problemlösungsstrategien zu entwickeln, auszuwählen und anzuwenden

    • diese Fähigkeiten ermöglichen, das „strategisch geplante und zielgerichtete Umsetzen der vorhandenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Verhaltensweisen bei (…) Aufgaben bzw. Problemen“ (Jäger 2001: 121)

    Beispiele:

    • Organisationsfähigkeit
    • Wissenschaftliches Schreiben: Vorlesungsmitschrift, Protokoll, Hausarbeit etc. 
    • Präsentationstechniken: mündliches Vortragen, Visualisierung und Präsentation 
    • Problemlösungsfähigkeit
    • selbständiges Arbeiten
    • Fähigkeit, vorhandenes Wissen auf neue Probleme anzuwenden
    • Fähigkeit, Wissenslücken zu erkennen und zu schließen
    • kritisches Denken
    • analytische Fähigkeiten
    • Informationsgewinnung/ Auswertung von Informationen

      4. Sachkompetenzen

    • gliedern sich in die bereichsspezifischen Fachkompetenzen und in die bereichsunspezifischen Sachkompetenzen

    a) bereichspezifische Fachkompetenzen = organisations-, prozess-, aufgaben- und arbeitsplatzspezifische berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten

    Beispiele:

    • spezielles Fachwissen
    • breites Grundlagenwissen
    • fachspezifische theoretische Kenntnisse
    • Kenntnis wissenschaftlicher Methoden

    b) bereichsunspezifische Sachkompetenzen = „Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die in fächerübergreifenden Bereichen einsetzbar sind, also nicht an die Anwendung in einer Disziplin gebunden“ (Orth 1999: 109)

    Beispiele:

    • fächerübergreifendes Denken
    • Fremdsprachen
    • Allgemeinbildung
    • Kenntnisse in EDV
    • Rechtskenntnisse
    • Wirtschaftskenntnisse

    letzte Änderung: 14-Jun-2007
    geändert durch: udiehl
    verantwortlich für den Inhalt: Pressestelle