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Pressemeldung

Nr. 143 / 2011

18. April 2011 : Akteure in der Gesundheitsversorgung besser vernetzen - Wissenschaftler entwickeln neue Kommunikationsstrukturen zur Verbesserung der Patientenbetreuung

Für eine bessere patientenorientierte Interaktion aller am Versorgungsprozess Beteiligten sollen in dem Projekt IKM Health unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Ursula Hübner von der Hochschule Osnabrück in Kooperation mit Prof. Dr. Hartmut Remmers und Prof. Dr. Otto Rienhoff von Universitätsmedizin Göttingen Modelle für ein systematisches Informationsketten-Management entwickelt werden.

»Chronisch kranke, multimorbide und pflegebedürftige Menschen sind in unserer Gesellschaft häufig auf eine Vielzahl von Gesundheitsdienstleistungen unterschiedlicher Akteure aus verschiedenen Sektoren und Gesundheitsberufen angewiesen«, erläutert Prof. Dr. Hartmut Remmers vom Fachgebiet Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück. Für eine bessere patientenorientierte Interaktion aller am Versorgungsprozess Beteiligten sollen in dem Projekt IKM Health unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Ursula Hübner von der Hochschule Osnabrück in Kooperation mit Prof. Dr. Hartmut Remmers und Prof. Dr. Otto Rienhoff von Universitätsmedizin Göttingen Modelle für ein systematisches Informationsketten-Management entwickelt werden.

Aktuell ist die vernetzte Versorgung geprägt durch diagnoseorientierte Einzelverträge zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen und durch Kooperationsverträge. Ein elektronischer Austausch patientenbezogener Daten erfolgt hauptsächlich per E-Mail, in einigen Fällen über Einweiserportale. Gibt es einen geregelten Austausch, so bezieht sich dieser vorrangig auf ärztliche Informationen – in Form von Befunden und Arztbriefen - und ist auf das Ende einer Behandlungs- oder Untersuchungsepisode ausgerichtet. Die Weitergabe von pflegerisch-therapeutischen und sozialen Informationen wird bislang nur unzureichend berücksichtigt.

»Deshalb wollen wir das derzeitige Szenario um Kommunikationspfade erweitern, die alle Akteure einschließlich der Patienten und Angehörigen integrieren«, so Remmers. Dabei sollen bestehende Konzepte wie Case Management, intersektorale Behandlungspfade und einrichtungsübergreifende multiprofessionelle elektronische Gesundheitsakten berücksichtigt und angepasst werden. Der Fokus liegt auf Versorgungsfällen, in denen der Effekt einer funktionierenden Informationskette am deutlichsten nachweisbar ist, nämlich in der Versorgung von Menschen mit multiplen und chronischen Erkrankungen wie Rückenschmerzen, chronischen Wunden und Tumorschmerzen.

Das Fachgebiet Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück erarbeitet in diesem Projekt ein Modell zur sicheren patientenzentrierten Kommunikationsstruktur aller Beteiligten am Versorgungsprozess im Hinblick auf Menschen mit tumorbedingten Schmerzen. Dabei werden in einem ersten Feldforschungsschritt bestehende Informationsketten in einer niedersächsischen Region analysiert. Über die zu erarbeitenden Zielvorgaben werden daraufhin Vorschläge für eine Optimierung unterbreitet. Auf dieser Basis werden schließlich quantitative und qualitative Modelle zur Evaluation und Steuerung von Informationsketten in einer gängigen Notation (UML) entwickelt. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern, Leistungserbringern bzw. mit IT Herstellern werden die Modelle validiert, um ein qualifiziertes Urteil über die Allgemeingültigkeit der Modelle und ihre Umsetzbarkeit abgeben zu können.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hartmut Remmers, Universität Osnabrück
Fachbereich Humanwissenschaften
Albrechtstraße 28, 49069 Osnabrück
Telefon: +49 541 969 2474
remmers@uni-osnabrueck.de