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Pressemeldung
Nr. 280 / 2011
12. July 2011 : Das Umfeld einer Schlacht im Blick - Wissenschaftsministerin Wanka gab Startschuss für weitere Grabungen in Kalkriese
Ein Schlachtfeld ist gefunden – doch was geschah im Umfeld des antiken Schlachtareals von Kalkriese? Eine neue Ausgrabungskampagne könnte erstmals die möglichen Wechselbeziehungen zwischen Landschaft, Besiedlung und einer kriegerischen Auseinandersetzung erhellen. Prof. Dr. Johanna Wanka, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, gab am Montag (11.7.) im Rahmen ihres Besuchs im Museum und Park Kalkriese offiziell den Startschuss für die weiteren Grabungen.
Ein Schlachtfeld ist gefunden – doch was geschah im Umfeld des antiken Schlachtareals von Kalkriese? Eine neue Ausgrabungskampagne könnte erstmals die möglichen Wechselbeziehungen zwischen Landschaft, Besiedlung und einer kriegerischen Auseinandersetzung erhellen. Prof. Dr. Johanna Wanka, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, gab am Montag (11.7.) im Rahmen ihres Besuchs im Museum und Park Kalkriese offiziell den Startschuss für die weiteren Grabungen.
»Das Forschungsprojekt mit der Universität Osnabrück bietet in den kommenden Jahren die Chance, unser heutiges Wissen über das kriegerische Geschehen von Kalkriese deutlich zu erweitern«, so Ministerin Wanka. »Es ist für die Besucher des Museums überaus spannend, lebensnah etwas über die Aktivitäten der Römer in Niedersachsen und von dem täglichen Leben der germanischen Bevölkerung zu erfahren.«
Mit dem neuen Ausgrabungsprojekt gehen die Wissenschaftler über das kriegerische Geschehen hinaus der geographischen, ökonomischen und sozialen Landschaft einer Schlacht auf die Spur. »Die Sieger waren ja in der Lage, sich um ihre eigenen Toten und Verwundeten zu kümmern. Wo sie ihre Toten bestatteten, wo die Beute aus der Schlacht blieb und wie dicht das Gebiet in der Zeit um Christi Geburt überhaupt besiedelt war, wie die Verkehrsverbindungen beschaffen waren und wie die Landschaft genutzt wurde, darüber wollen wir mehr wissen, um das Geschehene in einer Zusammenschau zu untersuchen«, erläuterte Prof. Dr. Günther Moosbauer von der Universität Osnabrück.
Dieser Forschungsansatz, der unter dem englischen Begriff »conflict landscape« zusammengefasst werden kann, versucht die vielschichtigen Zusammenhänge umfangreicher Kampfhandlungen in der Betrachtung eines großräumigen Landschaftsausschnitts nachzuvollziehen. Dabei sollen unter anderem auch Aufmarschwege der Armeen, zerstörte Zivilsiedlungen, Marschlager und Bestattungsplätze berücksichtigt werden.
Feldbegehungen und Grabungen an verschiedenen Stellen des über 30 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebietes hätten in den vergangenen Jahren weitere mögliche archäologische Quellen aufgezeigt, die das bisher vage Bild von der einheimischen Bevölkerung klarer zeichnen könnten, so der Wissenschaftliche Leiter des Forschungsprojekts Kalkriese. Darüber hinaus versprechen sich die Archäologen detaillierte Erkenntnisse zum Beispiel zu römischen Funden in germanischen Siedlungsspuren.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hatte im November 2010 erhebliche Fördermittel für ein von Prof. Moosbauer beantragtes dreijähriges Forschungsprojekt zur »conflict landscape« bewilligt. Bei der Erforschung der römisch-germanischen Auseinandersetzungen in Kalkriese kooperieren die Altertumswissenschaften der Universität Osnabrück mit der Varusschlacht im Osnabrücker Land GmbH – Museum und Park Kalkriese.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Günther Moosbauer, Universität Osnabrück,
Fachbereich Kultur- und Geowissenschaften,
Alte Geschichte: Archäologie der Römischen Provinzen,
Schloßstraße 8, 49069 Osnabrück,
Telefon: + 49 541 969 4395 / 4387; Fax: +49 541 969 4397
guenther.moosbauer@uni-osnabrueck.de
