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Pressemeldung

Nr. 116 / 2009

06. April 2009 : Den Kosovo kennen lernen - Uni Osnabrück: Informative Exkursion einer Gruppe von Dozenten und Studierenden

Wie hat sich der Kosovo in den zehn Jahren seit der NATO-Intervention 1999 entwickelt? Und welche Auswirkungen haben die Gegensätze zwischen Albanern und Serben auf den Alltag der Einwohner des Landes? Antworten auf solche Fragen erhielt vor Kurzem eine 16-köpfige Gruppe von Studierenden und Dozenten, die vornehmlich aus dem Bereich »Europäische Studien« der Universität Osnabrück kommen, bei einer einwöchigen Exkursion durch den Kosovo. Sie bereisten weite Teile des Landes und führten zahlreiche Gespräche mit führenden Repräsentanten der Regierung, des Parlaments sowie der Zivilgesellschaft.

Wie hat sich der Kosovo in den zehn Jahren seit der NATO-Intervention 1999 entwickelt? Und welche Auswirkungen haben die Gegensätze zwischen Albanern und Serben auf den Alltag der Einwohner des Landes? Antworten auf solche Fragen erhielt vor Kurzem eine 16-köpfige Gruppe von Studierenden und Dozenten, die vornehmlich aus dem Bereich »Europäische Studien« der Universität Osnabrück kommen, bei einer einwöchigen Exkursion durch den Kosovo. Sie bereisten weite Teile des Landes und führten zahlreiche Gespräche mit führenden Repräsentanten der Regierung, des Parlaments sowie der Zivilgesellschaft.

Mit der Reise waren verschiedene Ziele verbunden: »Erstens wollten wir landeskundliche Einblicke gewinnen, um politische, wirtschaftliche und kulturelle Aspekte des jüngsten Staates Europas zu verstehen«, so Timo Goosmann vom Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück. Zu diesem Zweck wurde die Gruppe beim Präsidenten Fatmir Sejdiu empfangen, der ein lebendiges Bild der deutsch-kosovarischen Beziehungen zeichnete. Darüberhinaus fanden zahlreiche weitere Treffen unter anderem mit dem Parlamentsabgeordneten Ardian Gjini (AAK), dem deutschen Botschafter Hans-Dieter Steinbach, Mitarbeitern der EU-Rechtsstaatsmission Eulex sowie mit Vertretern politischer Nichtregierungsorganisationen statt, die auf gravierende Defizite der politischen Entwicklung Kosovos hinwiesen. Die Doktorandin Ines Verspohl: »Die Kontraste dieses Landes sind beeindruckend. Westliche Cafés inmitten kriegszerstörter Häuser; morgens ein mittelalterlicher Gottesdienst und abends eine Fernsehproduktion. Aber sehr beeindruckend ist die Freundlichkeit, mit der einem hier auf der Straße begegnet wird.«

Ein weiteres Ziel war die Intensivierung bestehender Kontakte zwischen AEGEE Osnabrück sowie den lokalen Gruppen in Pristina, der albanisch geprägten Hauptstadt des Kosovo, und in der serbisch geprägten Enklave in Mitrovica. Der Grundstein künftiger Zusammenarbeit wurde durch eine sehr lebendige Debatte von albanischen, serbischen und deutschen Studenten in Mitrovica gelegt. Auch für die Osnabrücker Studenten eine wichtige Erfahrung: »Erst durch die lebhafte Diskussion mit den albanischen und serbischen Studenten wurde uns die Komplexität des Konflikts vor Augen geführt,« sagte die Osnabrücker Studierende Mareike Dildei. Aktuelles Ziel ist die Organisation eines Gegenbesuches albanischer und serbischer Studenten in Osnabrück, um in der Friedensstadt gemeinsam über die Perspektiven friedlichen Zusammenlebens verschiedener ethnischer Gruppen auf dem Westlichen Balkan zu diskutieren. AEGEE ist bereits seit 1989 an der Universität Osnabrück vertreten. Die Studentenorganisation, die bewusst auf nationale Strukturen verzichtet, verfügt über ein Netzwerk, das sich über ganz Europa erstreckt und aus über 15.000 Mitgliedern in 232 lokalen AEGEE-Gruppen in Hochschulstädten in 43 europäischen Ländern besteht.

Drittes Ziel war die Förderung des wissenschaftlichen Austausches zwischen den Universitäten von Osnabrück, Pristina und Mitrovica. In verschiedenen Gesprächen wurden dafür Ideen ausgetauscht, mittlerweile gibt es auch erste offizielle Kontakte. Als nächster Schritt besteht die Möglichkeit einer Teilnahme Osnabrücker Studenten an einer Sommeruniversität in Pristina im Juli 2009.

Die Reise führte die Gruppe unter anderem auch nach Prizren, wo das Kontingent deutscher KFOR-Soldaten stationiert ist, nach Deçan, wo die Gruppe das berühmte serbisch-orthodoxe Kloster aus dem 14. Jahrhundert besichtigte, und nach Gjakova, einem Zentrum der kriegerischen Auseinandersetzungen aus dem Jahr 1998/1999.

Weitere Informationen

Timo Goosmann, Universität Osnabrück
Jean Monnet Centre of Excellence in European Studies,
Fachbereich Sozialwissenschaften,
Seminarstraße 33, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 4620, Fax +49 541 969 4600,
timo.goosmann@uni-osnabrueck.de