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Pressemeldung
Nr. 4 / 2010
05. January 2010 : »Eine Politik aus der Bibel« - Uni Osnabrück: Vortrag über politische Berater im 17. Jahrhundert
Die renommierte Frankfurter Historikerin und Mitglied des Hochschulrates der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte, wird am Montag, 11. Januar, im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek Osnabrück, Alte Münze 16, einen Vortrag zum Thema »Eine Politik aus der Bibel« halten. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu der Veranstaltung um 18 Uhr herzlich eingeladen.
Die renommierte Frankfurter Historikerin und Mitglied des Hochschulrates der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte, wird am Montag, 11. Januar, im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek Osnabrück, Alte Münze 16, einen Vortrag zum Thema »Eine Politik aus der Bibel« halten. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu der Veranstaltung um 18 Uhr herzlich eingeladen.
Der Vortrag findet im Rahmen der Vorlesungsreihe »Obrigkeitskritik und Fürstenberatung. Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1570-1714« statt, die vom Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Osnabrück (IKFN) angeboten wird. Diese Reihe markiert die Anfangsphase des seit Oktober 2009 laufenden gleichnamigen Kooperationsprojekts des IKFN und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Mit Prof. Schorn-Schütte gelang es dem IKFN, für den Vortrag eine ausgewiesene Expertin zu gewinnen, die bereits durch zahlreiche Publikationen zu diesem Themenfeld hervorgetreten ist. Darüber hinaus ist die Referentin durch ihr Engagement in der Hochschulpolitik und Wissenschaftsförderung bekannt, unter anderem als Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Die Referentin widmet sich dem Feld der Politikberatung, die kein Phänomen des 20./21. Jahrhunderts ist. In der Frühen Neuzeit (16. bis 18. Jahrhundert) wurden diese Aufgaben nicht nur von taktisch erfahrenen Hofangehörigen und Militärs wahrgenommen, sondern auch von gelehrten Theologen und Juristen. An den europäischen Höfen und in deutschen Reichs- oder Hansestädten waren Hofprediger, Beichtväter oder Prediger an städtischen Hauptkirchen in dieser politischen Funktion engagiert. Denn das geistliche Amt – sowohl im Protestantismus als auch im nachtridentischen Katholizismus – hatte die Aufgabe des Mahnens, des Erinnerns an gute christliche Amtsführung, schließlich der offenen Kritik an der Amtsführung weltlicher Obrigkeit. Fürstliche Untertänigkeit, gar Untertanengehorsam war schon aufgrund dieser Funktionszuweisung nicht die Regel. Stattdessen lässt sich ein steter Wettstreit zwischen geistlichem Amt und weltlicher Obrigkeit, zwischen Religion und Politik um die Definitionsmacht darüber beobachten, was ‚gute Obrigkeit’ sei. Am Beispiel zweier gelehrter protestantischer Theologen und Juristen des 17. Jahrhunderts (D. Reinkingk, J. Gerhard) soll diese Auseinandersetzung für den deutschsprachigen Raum charakterisiert und bewertet werden.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Wolfgang Adam, Universität Osnabrück,
Interdisziplinäres Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit,
Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück,
Telefon +49 541 969 4457 / 4535,
wadam@uni-osnabrueck.de
