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Pressemeldung
Nr. 293 / 2010
14. October 2010 : Institut für Islamstudien in Osnabrück/Münster - Bundesministerin Schavan gab heute Entscheidung bekannt – Studiengang Islamische Theologie an der Universität Osnabrück in Vorbereitung
An den Universitäten Osnabrück und Münster soll ein gemeinsames Institut für Islamstudien entstehen. Das hat heute (14.10.) das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bekannt gegeben. Die Entscheidung wurde in der Universität Osnabrück mit Begeisterung aufgenommen. »Wir sind hoch erfreut, dass unser Konzept auf soviel Zuspruch bei den Gutachtern und der Politik gestoßen ist und unsere Gespräche mit den muslimischen Verbänden zu diesem erfreulichen Votum geführt haben«, erklärt Universitätspräsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger.
Mit ihren langjährigen Vorarbeiten in Forschung und Lehre ist die Universität Osnabrück ein Vorreiter im Bereich der Islamischen Religionspädagogik und Theologie in Deutschland und in Europa. Bereits 2002 begann mit Unterstützung der muslimischen Verbände und dem Land Niedersachsen die Ausbildung von muslimischen Religionslehrerinnen und -lehrern. Vor drei Jahren wurde das Zentrum für Interkulturelle Islamstudien gegründet. In dieser Woche startete das bundesweit erste Weiterbildungsprogramm für Imame und Seelsorgerinnen und Seelsorger an der Universität Osnabrück.
»Ziel ist es, mit dem Institut eine wissenschaftliche Einrichtung zu schaffen, die mit Partnern aus nationalen und internationalen Hochschulen, muslimischen Verbänden und renommierten Theologien vernetzt ist und die islamische Theologie im europäischen und globalen Kontext sowohl in Forschung als auch Lehre kompetent vertritt«, so Prof. Dr. Bülent Ucar, Leiter des Zentrums für Interkulturelle Islamstudien. Das Institut wird besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Zudem übernimmt es die Aufgabe muslimische Theologinnen und Theologen beziehungsweise Seelsorgerinnen und Seelsorger auszubilden sowie eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung von Religionsgelehrten im staatlichen Hochschulsystem zu gewährleisten.
Der vom Senat, Hochschulrat und Präsidium beschlossene Hochschulentwicklungsplan benennt die Imamausbildung als angestrebtes Profilelement der Universität Osnabrück. »Wir wollen eine Islamische Theologie auf gleicher Augenhöhe mit unseren Instituten für Katholische und Evangelische Theologie«, erläutert Vizepräsidentin Prof. Dr. Martina Blasberg-Kuhnke. »Wir brauchen eine in der Bundesrepublik beheimatete Islamische Theologie, die auf akademischer Ebene Theologie treibt, die den hier lebenden Musliminnen und Muslimen Antworten auf ihre vielfältigen Fragen im Leben geben und die die Integration der hier lebenden Muslime positiv unterstützt und fördert.«
Seit zwei Jahren wird in einer interministeriellen Arbeitsgruppe intensiv an der Etablierung des Instituts in Osnabrück gearbeitet. Neben der Universität Osnabrück sind dort die muslimischen Verbände (DITIP und Schura), das Wissenschafts-, Kultus- und Sozialministerium sowie renommierte Islamwissenschaftler vertreten.
Für Osnabrück und Münster empfehlen die Gutachter die Förderung unter der Voraussetzung, dass die beiden räumlich naheliegenden Hochschulen kooperieren und ein gemeinsames Konzept entwickeln, das die komplementären Stärken beider Standorte – die langjährige religionspädagogische Expertise in Osnabrück sowie die religionswissenschaftliche und theologische Kompetenz in Münster – zum wechselseitigen Nutzen zur Geltung bringt.
»Wir werden alles in die Wege leiten, um zum Wintersemester 2012 einen Bachelorstudiengang Islamische Theologie zur Ausbildung von Religionslehrerinnen und -lehrern, Imamen und des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Islamischen Theologie in Osnabrück anbieten zu können«, so Blasberg-Kuhnke, Vizepräsidentin für Studium und Lehre. Nach den bisherigen Planungen sollte noch im Wintersemester ein Statut für den Beirat mit den muslimischen Vertretern erarbeitet und durch die Gremien der Universität beschlossen werden, auf dessen Basis dann Berufungen von Professoren und die Aufstellung des Curriculums erfolgen kann.
Der Wissenschaftsrat, der die Bundesregierung und die Regierungen der Länder berät, hatte am 29. Januar empfohlen, an zwei oder drei staatlichen Universitäten in Deutschland starke Zentren für Islamische Studien aufzubauen, und zwar in Kooperation mit jeweils zu gründenden Beiräten für Islamische Studien als Kooperationspartner.
Weitere Informationen
Dr. Utz Lederbogen,
Pressesprecher der Universität Osnabrück,
Neuer Graben / Schloss, 49069 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 4370,
utz.lederbogen@uni-osnabrueck.de
