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Pressemeldung

Nr. 338 / 2008

01. December 2008 : »Vom Interesse der Nazi-Forscher an jüdischen Büchern« - Universität Osnabrück: Vortrag zur Finissage der Ausstellung »Seligmanns Bücher«

Zum Abschluss der Ausstellung »Seligmanns Bücher« in der Universitätsbibliothek Osnabrück spricht Dr. Frits J. Hoogewoud am Donnerstag, 11. Dezember, im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek, Alte Münze 16/Kamp, über »Raub und Rettung der Amsterdamer Bibliotheca Rosenthaliana 1940 bis 1946«. Der Eintritt zu der Veranstaltung um 18 Uhr ist frei.

Zum Abschluss der Ausstellung »Seligmanns Bücher« in der Universitätsbibliothek Osnabrück spricht Dr. Frits J. Hoogewoud am Donnerstag, 11. Dezember, im Zimeliensaal der Universitätsbibliothek, Alte Münze 16/Kamp, über »Raub und Rettung der Amsterdamer Bibliotheca Rosenthaliana 1940 bis 1946«. Der Eintritt zu der Veranstaltung um 18 Uhr ist frei.

Dr. Hoogewoud war lange Jahre als Kurator der Bibliotheca Rosenthaliana in der Universitätsbibliothek Amsterdam tätig. Sie ist eine der bedeutendsten Hebraica- und Judaica-Sammlungen der Niederlande und einer der größten ihrer Art in Europa, die im Kern zurückgeht auf die etwa 6.000 Bände umfassende Bibliothek des Rabbiners Leeser Rosenthal (1794-1868). In seinem Vortrag zeichnet der Referent das wechselvolle Schicksal der Rosenthaliana im Zweiten Weltkrieg bis zu ihrer glücklichen Rückkehr nach – ein Schicksal, das ähnlich auch viele andere europäische Judaica-Sammlungen erlitten.

Für sein »Institut zur Erforschung der Judenfrage« schickte der berüchtigte NS-Ideologe und Chef des Außenpolitischen Amtes der NSDAP Alfred Rosenberg seinen »Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg« bald nach dem »Westfeldzug« in den Beneluxländern wie im besetzten Frankreich auf Raubzug durch jüdische Bibliotheken, Museen und Archive. Diese »Sicherstellung« jüdischen Kulturguts diente dazu, die Sammlungen dem Institut und seiner »Judenbibliothek« einzuverleiben. So wurden auch die Bände der Bibliotheca Rosenthaliana beschlagnahmt, in 153 Kisten verpackt und ins Reich transportiert. Sie gelangten im Herbst 1944 nach Hungen, einer Kleinstadt unweit Gießens, wohin das Rosenberg-Institut mitsamt der geraubten Kulturgüter wegen der alliierten Bombardements übersiedelt war. Dort fanden die vorrückenden amerikanischen Truppen im Frühjahr 1945 Depots mit einigen Tausend Bücherkisten und anderes Kultur- und Archivgut vor, das sodann ins zentrale »Offenbach Archival Depot« überführt, registriert, sortiert und schon ab Frühjahr 1946 restituiert wurde. Die verschleppten Bestände der Rosenthaliana konnten im März 1946 die Rückreise antreten und die Bibliothek im November desselben Jahres wiedereröffnet werden.

Veranstalter ist die Universitätsbibliothek Osnabrück und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V., mit der Hans Calmeyer-Initiative e.V.,und der Alfred Gong Gesellschaft e.V.

Weitere Informationen

Felicitas Hundhausen, Universität Osnabrück,
Universitätsbibliothek,
Alte Münze 16, 49074 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 4320, Fax +49 541 969 4482,
felicitas.hundhausen@ub.uni-osnabrueck.de