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Pressemeldung
Nr. 57 / 2012
07. March 2012 : Vom Sozialverhalten der Termiten - Verhaltensforscherin der Uni Osnabrück veröffentlicht spektakuläre Ergebnisse
Großer Erfolg für die Verhaltensforschung der Universität Osnabrück: In der Ausgabe vom 7. März der »Proceedings of the Royal Society« veröffentlicht die Verhaltensbiologin Prof. Dr. Judith Korb einen Artikel über die Ursachen des Sozialverhaltens von Termiten – und präsentiert als Ergebnis, dass das Verteidigungsverhalten am Beginn der Entstehung von Termitenstaaten stand und zur Entstehung von hochkomplexen Gemeinschaften geführt hat.
Großer Erfolg für die Verhaltensforschung der Universität Osnabrück: In der Ausgabe vom 7. März der »Proceedings of the Royal Society« veröffentlicht die Verhaltensbiologin Prof. Dr. Judith Korb einen Artikel über die Ursachen des Sozialverhaltens von Termiten – und präsentiert als Ergebnis, dass das Verteidigungsverhalten am Beginn der Entstehung von Termitenstaaten stand und zur Entstehung von hochkomplexen Gemeinschaften geführt hat.
Die »Royal Society« ist eine britische Gelehrtengesellschaft, die sich um die Pflege der Naturwissenschaften kümmert. Als Akademie der Wissenschaften des Vereinigten Königreiches lautet ihr Ziel, die Förderung der wissenschaftlichen Forschung. In der neuen Ausgabe eines ihrer renommierten Wissenschaftsjournale befassen sich Korb und Mitarbeiter mit der Frage, inwieweit die Brutpflege konstituierend für den Aufbau komplexer Gesellschaften sei. »Im Allgemeinen geht man in der Verhaltensbiologie heute davon aus, dass alle komplexen Gesellschaften, angefangen von den Insekten bis hin zu Säugetiergemeinschaften, sich zusammengefunden haben, um sich bei der Brutpflege gegenseitig zu unterstützen.« Bezogen auf die Termiten indes ergeben die Forschungen Korbs ein anderes Bild: Zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe fand sie heraus, dass bei diesen Insekten das Brutpflegeverhalten nicht ursächlich für den Aufbau komplexer Gesellschaften sein könne. In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun ergründen, warum Verteidigungsverhalten bei Termiten so wichtig ist.
Korb, die seit 2008 die Professur für Verhaltensbiologie an der Universität Osnabrück inne hat, studierte unter anderem in Würzburg und forschte als PostDoc in Australien. Seit längerem beschäftigt sich die Biologin mit Interaktionen zwischen Organismen. Dabei geht es um das Spannungsfeld zwischen Konflikt / Konkurrenz und Kooperation. Nicht nur Menschen, auch Individuen anderer Arten und sogar Suborganismen wie Gene leben in Wechselbeziehung von Konflikt und Kooperation. Termiten und Ameisen als soziale Insekten sind in diesem Zusammenhang für die Forschung besonders interessant und bilden das zentrale Modellsystem. Welche Faktoren begünstigen ihr besonders hohes Maß an Kooperation? Diese Frage stellt die Grundlage vieler verschiedener Untersuchungsansätze für das Team um Judith Korb dar.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Judith Korb, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastraße 11, D-49069 Osnabrück
Telefon: +49 541 969 2830, Fax: +49 541 969 2862
judith.korb@biologie.uni-osnabrueck.de
