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Pressemeldung
Nr. 170 / 2012
26. June 2012 : Von der Tugend der Langsamkeit - Universität Osnabrück: Vortrag von Prof. Dr. Hilbert Meyer
Dr. Hilbert Meyer ist emeritierter Professor für Pädagogik und gehört neben Wolfgang Klafki zu den großen konzeptionellen Denkern der pädagogischen Reform der letzten Jahrzehnte. Mit seinem Gastvortrag »Lob der Langsamkeit«, den er am Mittwoch, 27. Juni, um 18.30 Uhr in der Aula des Schlosses, Neuer Graben 29, hält, folgt der Pädagoge einer Einladung des Fachgebietes Textiles Gestalten und des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Osnabrück.
Dr. Hilbert Meyer ist emeritierter Professor für Pädagogik und gehört neben Wolfgang Klafki zu den großen konzeptionellen Denkern der pädagogischen Reform der letzten Jahrzehnte. Mit seinem Gastvortrag »Lob der Langsamkeit«, den er am Mittwoch, 27. Juni, um 18.30 Uhr in der Aula des Schlosses, Neuer Graben 29, hält, folgt der Pädagoge einer Einladung des Fachgebietes Textiles Gestalten und des Zentrums für Lehrerbildung der Universität Osnabrück.
Prof. Dr. Meyer, 1941 geboren, begann 1962 ein Studium an der damaligen Pädagogischen Hochschule Oldenburg. Prof. Meyer promovierte 1972 zum Dr. phil. an der Philosophischen Fakultät im Fach Erziehungswissenschaft mit einer Dissertation zum Thema »Das Deduktionsproblem in der Curriculumforschung«. Im Jahr 1975 übernahm er eine Professur im Bereich Schulpädagogik an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.
»In seinem bekannten Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ beschreibt Sten Nadolny eine Verhandlung seines Helden John Franklin mit einem Häuptling eines weit im Norden des Kontinents lebenden Indianerstamms. Dieser hatte den Kapitän sofort als den Führer der Expedition erkannt. Auf die Frage wie ihm dies möglich gewesen sei, antwortete er: „Er hatte am meisten Zeit.“ Langsamkeit, eine Geschwindigkeit, die auch heute nicht sehr in Mode ist, steht dem jungen John Franklin bei vielen im Wege. Doch – so der Autor Sten Nadolny – seine großen Erfolge als Kapitän und Erforscher der Nord-West-Passage sind genau dieser Tugend zu verdanken«, sagt die Textilwissenschaftlerin Prof. Dr. Bärbel Schmidt. »Bei dem Langsamen bleibt eben mehr im Laufe eines Tages haften als bei dem Schnellen«, erklärt Schmidt weiter. »Er nimmt genauer wahr und kann sich die Dinge – weil er über die nötige Zeit verfügt – auch einprägen. Lediglich in einer Kultur, die auf diese Tugenden keinen Wert legt, kommt der Langsame zu kurz. Das kann auch in der Schule passieren. Es lohnt sich also, darüber nachzudenken.«
Im Vortrag soll die Frage erörtert werden, ob und wenn ja wie eine methodisch bewusst herbeigeführte Verlangsamung des Unterrichtsprozesses zu einer Intensivierung des Lernprozesses der Schülerinnen und Schüler beitragen kann.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Bärbel Schmidt, Universität Osnabrück
Fachbereich Textiles Gestalten
Seminarstraße 33-34, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4217
baerbel.schmidt@uni-osnabrueck.de
