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Pressemeldung
Nr. 300 / 2008
05. November 2008 : Was sind die Kriterien für eine humane Gesellschaft? - Uni Osnabrück: Prof. Dr. Manfred Spieker lädt ein zur Abschiedsvorlesung
Prof. Dr. Manfred Spieker, Sozialethiker an der Universität Osnabrück, gilt als international anerkannter Experte in seiner Disziplin, insbesondere für die sozialethischen Probleme des Lebensschutzes. »Mein Anliegen dabei ist es, Kriterien für eine humane Gesellschaft zu vermitteln und Widerstände, die der Umsetzung dieser Kriterien in Wirtschaft und Gesellschaft, Staat und internationalen Beziehungen entgegenstehen, zu analysieren«, so der Wissenschaftler, der am Freitag, 14. November, um 16.15 Uhr in der Schlossaula, Neuer Graben 29, seine Abschiedsvorlesung halten wird.
Prof. Dr. Manfred Spieker, Sozialethiker an der Universität Osnabrück, gilt als international anerkannter Experte in seiner Disziplin, insbesondere für die sozialethischen Probleme des Lebensschutzes. »Mein Anliegen dabei ist es, Kriterien für eine humane Gesellschaft zu vermitteln und Widerstände, die der Umsetzung dieser Kriterien in Wirtschaft und Gesellschaft, Staat und internationalen Beziehungen entgegenstehen, zu analysieren«, so der Wissenschaftler, der am Freitag, 14. November, um 16.15 Uhr in der Schlossaula, Neuer Graben 29, seine Abschiedsvorlesung halten wird.
Spieker, 1943 geboren in München, studierte an den Universitäten Freiburg, Berlin und München die Fächer Politikwissenschaft, Geschichte und Philosophie. In seiner 1968 eingereichten Promotion befasste er sich mit dem Verhältnis von Neomarxismus und Christentum. Von 1972 bis 1982 war er als Assistent an der Universität Köln tätig. Dabei lag sein wissenschaftlicher Schwerpunkt insbesondere auf der Erforschung der Legitimitäts- und Stabilitätskriterien des Sozialstaates. Darüber hinaus engagierte sich der Wissenschaftler für die Entwicklung einer Ethik der Abschreckung, der auch seine Antrittsvorlesung an der Universität Osnabrück am 1. Februar 1984 galt, aus der heraus dann in Zusammenarbeit mit der Stadt die Osnabrücker Friedensgespräche entstanden sind. Nach der Habilitation für das Fach Politische Wissenschaft an der Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln mit der Arbeit »Legitimitätsprobleme des Sozialstaats in der Bundesrepublik Deutschland« im Jahr 1982 folgte der Ruf an die Universität Osnabrück.
Spieker war Leitender Mitarbeiter des Sekretariats der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, Redakteur des amtlichen Mitteilungsblattes »SYNODE« und Sekretär der Sachkommission VI «Erziehung, Bildung, Information«. Tätig war er zudem als Beobachter des Heiligen Stuhls im Lenkungsausschuss für Sozialpolitik des Europarates sowie bei Konferenzen der Sozialminister des Europarates. Darüber hinaus wirkte der Wissenschaftler als Gastprofessor an der Universität Valparaiso/Chile (1988), an der Fakultät für Katholische Theologie in Erfurt (1991), an der Universität Gabriela Mistral in Santiago de Chile (1997), an der Universität Vilnius (1998) und als Gastreferent in 38 verschiedenen Staaten Europas, Afrikas Asiens und Amerikas. Seine Publikationen wurden in 17 Sprachen übersetzt.
Der interdisziplinäre Grundgedanke seines Wirkens fand überdies Ausdruck in der Mitbegründung der Osnabrücker Wissenschaftlichen Gesellschaft 1989 und der Gründung der Forschungsstelle »Kirche und Gesellschaft« 1996. Spieker führte über die Jahre gemeinsam mit Fachvertretern, unter anderem aus der Evangelischen Theologie und den Wirtschaftswissenschaften, eine Vielzahl von Veranstaltungen und Forschungsprojekten durch, und zwar sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Darüber hinaus ist er ist Mitbegründer der Internationalen Vereinigung für Christliche Soziallehre mit Kollegen aus der Schweiz und Frankreich 1986, in der heute rund 60 Kollegen aus 20 Ländern und aus zahlreichen Disziplinen vertreten sind.
Forschungsschwerpunkte Spiekers sind unter anderem die postkommunistischen Transformationsprozesse und die Rolle der christlichen Gesellschaftslehre, die Friedensethik, die Ethik des Sozialstaates und die Bioethik, der auch im Sommersemester 2008 eine viel beachtete Ringvorlesung gewidmet war, deren Beiträge im Frühjahr im Verlag Schöningh als Buch erscheinen werden. Spieker betont, wo besonders sein Interessengebiet liegt: »In den vergangenen Jahren ist es mir zunehmend wichtiger geworden, mich mit den Problemen des Lebensschutzes in der Biomedizin sowie mit der Familienpolitik zu befassen«
»Mit Herrn Spieker verabschieden wir einen renommierten Wissenschaftler, der ausgehend von seinem Ort im Fachbereich bereits früh bemerkenswerte interdisziplinäre und internationale Kontakte suchte und Netzwerke ausbaute. Wir hoffen, dass er auch weiterhin ein kritischer Wegbegleiter und Berater politischer und wirtschaftlicher Vorgänge und Bestrebungen zum Wohl einer humanen Gesellschaft bleiben wird«, so der Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Kulturwissenschaften, Prof. Dr. Peter Elflein.
Auf der Abschiedsvorlesung, die im Rahmen der Jahrestagung der Internationalen Vereinigung für Christliche Soziallehre stattfindet, wird Spieker über »Bioethische Grenzen der Demokratie« sprechen.
Weitere Informationen
Dekan Prof. Dr. Peter Elflein, Universität Osnabrück,
Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften,
Heger-Tor-Wall 9, 49069 Osnabrück,
Telefon: 49 541 969 4452, Fax +49 541 969 4768,
peter.elflein@uni-osnabrueck.de
