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Pressemeldung
Nr. 91 / 2009
13. March 2009 : Wie erlernen Kinder prosoziales Verhalten? - Uni Osnabrück startet neues entwicklungspsychologisches Forschungsprojekt
Im zweiten Lebensjahr fangen Kinder an, anderen Personen zu helfen und sich an einfachen kooperative Aufgaben und Spielen zu beteiligen. Wie lässt sich die Entwicklung frühen prosozialen und kooperativen Verhaltens erklären? Welche Faktoren sind ausschlaggebend für die Entwicklung solcher Verhaltensweisen? Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Osnabrück möchte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, soziokulturelle und normative Einflüsse auf die Entwicklung frühen prosozialen und kooperativen Verhaltens besser zu verstehen.
Im zweiten Lebensjahr fangen Kinder an, anderen Personen zu helfen und sich an einfachen kooperative Aufgaben und Spielen zu beteiligen. Wie lässt sich die Entwicklung frühen prosozialen und kooperativen Verhaltens erklären? Welche Faktoren sind ausschlaggebend für die Entwicklung solcher Verhaltensweisen? Ein neues Forschungsprojekt an der Universität Osnabrück möchte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, soziokulturelle und normative Einflüsse auf die Entwicklung frühen prosozialen und kooperativen Verhaltens besser zu verstehen. Mit diesem Wissen können sozioemotionale Entwicklungsprozesse gezielter gefördert werden. Dafür stellt das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) rund 160.000 Euro zur Verfügung.
Drei Fragestellungen stehen im Mittelpunkt des Projekts. So soll erstens neueren Befunden nachgegangen werden, die darauf hindeuten, dass frühes Hilfeverhalten nicht notwendigerweise das Verständnis des inneren Zustandes der anderen Person voraussetzt, sondern schon das gemeinsame Erleben der Situation das Kind in die Lage versetzt, Hilfeverhalten zu zeigen. »Zweitens stellt sich die Frage, über welche Verhaltensweisen Mütter ihren Kindern ihre normative Orientierung bezüglich prosozialen und kooperativen Verhaltens vermitteln und damit die prosoziale Motivation ihrer Kinder fördern«, erklärt der Diplom-Psychologe und Projektleiter Dr. Joscha Kärtner. Drittens wollen die Wissenschaftler untersuchen, inwiefern Kinder diese bisher schwerpunktmäßig im Umgang mit Erwachsenen erforschten Kompetenzen im Umgang mit anderen Kindern zeigen.
Kärtner: »Zu wissen, auf welchem Wege Kinder zum prosozialen und kooperativen Verhalten gelangen, welche Erfahrungen sie dabei in der Interaktion mit ihren primären Bezugspersonen sammeln und wie sich diese neu erworbenen Kompetenzen im Umgang mit anderen Kindern umsetzen, würde helfen, soziale und emotionale Entwicklungsprozesse angemessen zu unterstützen.« Um diese Fragen zu beantworten, werden die Wissenschaftler die Eltern zu ihren Erziehungs- und Wertvorstellungen befragen und das konkrete Verhalten der Kinder in verschiedenen strukturierten Situationen beobachten. Erste Ergebnisse sollen Anfang 2010 vorliegen.
Weitere Informationen
Dr. Joscha Kärtner, Universität Osnabrück,
Artilleriestraße 34, D-49069 Osnabrück,
Telefon: +49 541 969 3551,
joscha.kaertner@uni-osnabrueck.de
