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Pressemeldung
Nr. 221 / 2010
09. Juli 2010 : Das Verhältnis von Wissenschaft und Kultur - Uni Osnabrück: Katholische Theologen legen Positionspapier vor
Das Selbstverständnis der Theologie und ihre Bedeutung innerhalb der Universität werden in jüngster Zeit neu diskutiert. Dabei geht es unter anderem um das Profil der Theologie in einer sich verändernden Wissenschaftslandschaft, ihre Vernetzung mit anderen nichttheologischen Disziplinen und nicht zuletzt um die Einbindung in interdisziplinäre Forschung. Eine Arbeitsgruppe katholischer Theologen unter Beteiligung von Prof. Dr. Georg Steins (Universität Osnabrück) hat nun ein Positionspapier vorgelegt, in dem das Verhältnis der katholischen Theologie zu den Kulturwissenschaften diskutiert wird.
Prof. Dr. Benedikt Kranemann (Universität Erfurt), Prof. Dr. Jürgen Manemann (Forschungsinstitut für Philosophie Hannover), Prof. Dr. Josef Römelt (Universität Erfurt) und Prof. Steins (Universität Osnabrück) sehen gerade in den Kulturwissenschaften eine Herausforderung für die Theologie. Vielfach gebe es gemeinsame Fragestellungen und Zielsetzungen in der Forschung. Die Kulturwissenschaften seien zudem für die Theologie ein Anstoß, Altvertrautes neu zu sehen. Dadurch könne die Theologie »die Relevanz der eigenen Themenwelt gegenüber anderen Wissenschaften und der Gesellschaft« erweisen. »Eine solche Offenheit verlangt jedoch, dass sich die Theologie mit ihrem Selbstverständnis in die entsprechenden wissenschaftlichen Debatten einbringt«, so Prof. Steins.
Zugleich fordern die Theologen, das Christliche als Teil der Gegenwartskultur zu identifizieren. Auch hier schaffe das Zusammenwirken mit den Kulturwissenschaften neue Perspektiven und verengte Fragehorizonte könnten aufgebrochen werden. Die Theologie müsse aber auch Bilder der Kulturwissenschaften vom Christentum kritisch hinterfragen. »Was ist innerhalb der Wissenschaften heute gute Theologie?«, müsse die Leitfrage für eine Theologie sein, die im pluralen Konzert der Wissenschaften verstehbar und hörbar sein will.
Die Arbeitsgruppe hat ihr Positionspapier auch im Blick auf den Wissenschaftsrat verfasst, dessen Empfehlungen zu Theologien und Religionswissenschaften an deutschen Universitäten gerade diskutiert werden. »Ziel ist es, damit eine breite Diskussion über das Selbstverständnis katholischer Theologie, aber auch über die gegenseitige Verwiesenheit von Kulturwissenschaften und Theologie auszulösen«, erläutert der Osnabrücker Theologe Prof. Steins.
Das Positionspapier »Wissenschaft und Kultur. Ein Positionspapier katholischer Theologen« ist auf der Website der Universität Erfurt unter www2.uni-erfurt.de/theologisches-forschungskolleg/ortsbestimmung.htm abrufbar.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Georg Steins, Universität Osnabrück,
Institut für Katholische Theologie,
Schloßstraße 4, 49069 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 4287 oder 4236
georg.steins@t-online.de
