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Pressemeldung

Nr. 121 / 2012

21. Mai 2012 : »Ein hochgeschätzter akademischer Lehrer und Forscher« - Universität Osnabrück trauert um Prof. i. R. Dr. Dr. Niels-Peter Lüpke

Am 10. Mai verstarb nach langer Krankheit Prof. i.R. Dr. Dr. Niels-Peter Lüpke. Der Pharmakologe und Toxikologe war von 1988 bis zu seiner Pensionierung 2009 an der Universität Osnabrück tätig.

Am 10. Mai verstarb nach langer Krankheit Prof. i.R. Dr. Dr. Niels-Peter Lüpke. Der Pharmakologe und Toxikologe war von 1988 bis zu seiner Pensionierung 2009 an der Universität Osnabrück tätig.

Der 1943 in Perleberg/Westprignitz geborene Wissenschaftler wurde nach seinem Studium der Pharmazie an der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina Braunschweig promoviert sowie nach einem weiterem Studium der Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert und habilitiert. Nach einer Professur für »Umwelttoxikologie« wechselte er im Jahr 1988 als Leiter des Fachgebietes »Pharmakologie und Toxikologie« in die Lehreinheit Gesundheitswissenschaften der Universität Osnabrück. Als Fachapotheker und Weiterbildungsberechtigter für »Toxikologie und Ökologie« lag ihm neben der Pharmakologie der Entzündungen und der Pharmakoökonomie die Umwelttoxikologie besonders am Herzen.

Mit seinem weltweit ersten erfolgreichen alternativen Verfahren zum Tierversuch war es Niels-Peter Lüpke gelungen, schmerzhafte Prüfungen von chemischen Substanzen am Auge des lebenden Kaninchens routinemäßig in der Sicherheitstoxikologie abzulösen. Dieser wissenschaftliche Durchbruch wurde 1984 mit dem Forschungspreis des Bundesgesundheitsministeriums honoriert. Die Wiener Maklerin Josefine-Charlotte Schiffer war so beeindruckt, dass sie ihr Vermögen zweckgebunden der Förderung tierversuchsfreier Forschungen in Form einer ihren Namen tragenden Stiftung unter Vorsitz des Präsidenten der Universität Osnabrück zur Verfügung stellte. Diesem Stiftungsziel blieb Prof. Lüpke seither stets verbunden. Zahlreiche erfolgreiche Forschungsprojekte mit Qualifikationsmöglichkeiten junger Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler sowie international sichtbare Publikationen haben der tierversuchsfreien toxikologischen Forschung inzwischen zu großer Anerkennung verholfen.

Prof. Lüpke fungierte als unabhängiger Sachverständiger in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien, darunter das ehemalige Bundesgesundheitsamt; das Bundesministerium des Inneren, das Scientific Committee of CEC, Brüssel, die Arzneimittel-Kommission der Deutschen Ärzteschaft und die WHO/CEN Group, Oostende. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Forschungspreis des Wissenschaftlichen Komitees, Paris (1985).

Nicht zuletzt galt Prof. Lüpke unter Studierenden als ein passionierter, hoch geschätzter akademischer Lehrer. Selbst nach seiner Pensionierung im Jahr 2009 hat er es sich trotz schwerer Krankheit nicht nehmen lassen, zahlreiche Qualifikationsarbeiten bis zu seinem Tode engagiert zu begleiten. »Dem Forscher und akademischen Lehrer Prof. Lüpke wissen sich Universität und Lehreinheit Gesundheitswissenschaften in Anerkennung seiner Verdienste zu großem Dank verpflichtet«, so der Sprecher der Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Hartmut Remmers.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hartmut Remmers, Universität Osnabrück
Fachgebiet Pflegewissenschaft
Albrechtstraße 28, 49069 Osnabrück
Tel. +49 541 969 2474
remmers@uni-osnabrueck.de