Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Pressemeldung

Nr. 325 / 2009

19. Oktober 2009 : Strategien zum Konfliktmanagement - Uni Osnabrück: Neues Forschungsprojekt am Fachbereich Sozialwissenschaften

»Nicht-staatliches Konfliktmanagement« lautet das Thema eines Forschungsprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Schneckener vom Fachbereich Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück. Die Deutsche Stiftung Friedensforschung fördert erstmalig ein Projekt an der Universität Osnabrück und stellt dafür rund 145.000 Euro zur Verfügung.

In aktuellen Konflikten und Kriegen sind es oftmals nicht nur Regierungen, die sich feindlich gegenüber stehen. Das Geschehen wird von einer Vielzahl von Rebellen, Milizen, Warlords oder anderen bewaffneten Gruppierungen bestimmt. Diese verhindern friedliche Lösungen oder sorgen für ein Wiederaufflammen von Gewalt. Ihnen gegenüber stehen vermehrt internationale Nichtregierungsorganisationen (NGOs), die neben humanitärer Hilfe- und Aufbauleistung auch zwischen Konfliktparteien vermitteln. »Nicht-staatliches Konfliktmanagement« lautet das Thema eines Forschungsprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Ulrich Schneckener vom Fachbereich Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück. Die Deutsche Stiftung Friedensforschung fördert erstmalig ein Projekt an der Universität Osnabrück und stellt dafür rund 145.000 Euro zur Verfügung.

»Die Leitfrage ist, mit welchen Strategien und Methoden es internationalen Nichtregierungsorganisationen wie beispielsweise dem Carter Center, der Quäker-Bewegung oder dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes gelingt, auf nicht-staatliche Gewaltakteure einzuwirken, damit diese ihr Verhalten ändern«, sagt Schneckener. »Das Ziel ist oftmals, diese Akteure zum Gewaltverzicht zu bewegen oder zumindest dazu, auf bestimmte Mittel zu verzichten, wie etwa auf den Einsatz von Landminen oder von Kindersoldaten. Das Projekt will klären, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit dieses Konfliktmanagement erfolgreich sein kann«, so der Forscher weiter.

Sechs international operierende Nichtregierungsorganisationen werden auf ihr Vorgehen hin untersucht. Anhand von Fallbeispielen, etwa in Uganda oder Indonesien, werden typische Strategien und erklärungskräftige Faktoren im Hinblick auf Erfolg und Misserfolg herausgearbeitet. Dazu werden von Schneckener und Projektmitarbeiterin Dr. Claudia Hofmann Interviews mit NGO-Vertretern und anderen an dem Konflikt beteiligten Akteuren geführt. »Interessant wird auch die Frage sein, welche Vorteile NGOs gegenüber staatlichen Akteuren oder internationalen Organisationen im Umgang mit solchen Gewaltakteuren haben«, so Schneckener.

Ulrich Schneckener ist seit September 2009 Professor für Internationale Beziehungen am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Osnabrück. Zuvor war er seit 2002 Mitarbeiter bei der renommierten Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Dort leitete er von 2006 bis 2009 auch die Forschungsgruppe »Globale Fragen«. Schneckener, geboren 1968 in Hannover, studierte Politikwissenschaft, Geschichte, Soziologie und International Relations in Mainz, Leipzig, Berlin und London. 1995 schloss er sein Studium mit dem Diplom ab, ehe er 2000 an der Universität Bremen mit einer Arbeit zur Regulierung von ethnischen Konflikten promovierte. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Friedens- und Konfliktforschung, insbesondere der internationalen Konfliktbearbeitung sowie des State- und Peacebuilding. Darüber hinaus beschäftigt sich Schneckener auch mit Fragen des globalen Regierens und der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ulrich Schneckener, Universität Osnabrück,
Fachbereich Sozialwissenschaften,
Seminarstraße 33, 49069 Osnabrück,
Telefon: +49 541 969 4245, Fax: +49 541 969 4600
ulrich.schneckener@uni-osnabrueck.de