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Pressemeldung
Nr. 269 / 2011
04. Juli 2011 : Was genau geschieht, wenn wir beginnen, eine gänzlich neue Sprache zu erlernen? - Uni Osnabrück beteiligt sich an internationalem Forschungsverbund
Welche sprachlichen Eigenschaften übernehmen wir als erste? Wie lange imitieren wir, was wir hören, und wann beginnen wir, Verallgemeinerungen aus diesem Input zu ziehen und eigene Regelsysteme aufzubauen? Welchen Einfluss haben die Muttersprache und das Alter der Lernenden? Mit diesen Fragen befasst sich das Projekt »Varieties of Initial Learners in Language Language Acquisition «(VILLA), das im Rahmen der Open Research Area von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit dem 1. Juli gefördert wird. Der deutsche Teil des internationalen Forschungsverbunds wird von Prof. Dr. Christine Dimroth vom Institut für Germanistik der Universität Osnabrück geleitet.
Welche sprachlichen Eigenschaften übernehmen wir als erste? Wie lange imitieren wir, was wir hören, und wann beginnen wir, Verallgemeinerungen aus diesem Input zu ziehen und eigene Regelsysteme aufzubauen? Welchen Einfluss haben die Muttersprache und das Alter der Lernenden? Mit diesen Fragen befasst sich das Projekt »Varieties of Initial Learners in Language Language Acquisition «(VILLA), das im Rahmen der Open Research Area von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit dem 1. Juli gefördert wird. Der deutsche Teil des internationalen Forschungsverbunds wird von Prof. Dr. Christine Dimroth vom Institut für Germanistik der Universität Osnabrück geleitet.
»Bei dem Versuch, Unterschieden in der Sprachverarbeitung und Spracherwerbsfähigkeit bei Kindern und Erwachsenen auf die Spur zu kommen, ist es kaum je gelungen, Eigenschaften einer entstehenden Lernergrammatik in einer natürlichen Sprache systematisch zum sprachlichen Input, also zu Eigenschaften der Zielsprache, in Beziehung zu setzen, die der Lerner um sich herum hört«, erklärt Dimroth. Diese Lücke will das neue Projekt schließen. Dabei wird zugleich angestrebt, eine Brücke zwischen theoretischer Spracherwerbsforschung und Sprachunterrichtsforschung zu schlagen. Um zu verstehen, welche Spracherwerbsprozesse dem Spracherwerb im Klassenzimmer unterliegen, sollen der Lernerfolg im Entwicklungsverlauf analysiert und die Struktur der entstehenden Lernersprachen für Erwachsene und Kinder im Detail dokumentiert werden.
Die Wissenschaftler untersuchen die frühesten Phasen des Fremdspracherwerbs unter kontrollierten Unterrichtsbedingungen: Sprachlerner (Erwachsene und Kinder) mit vier verschiedenen Ausgangssprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch), erhalten 20 Stunden einsprachigen Sprachunterricht (zwei Stunden pro Tag) in einer für sie gänzlich unbekannten Sprache (Polnisch). »Um den Einfluss der Ausgangssprachen zu erforschen, wird der sprachliche Input für alle Gruppen konstant gehalten, soweit es ein relativ natürlicher und interaktiver Unterricht erlaubt, und außerdem komplett aufgezeichnet und verschriftlicht, damit wir eine detaillierte Analyse vornehmen können«, so Dimroth. Darüber hinaus wird der Spracherwerb der Lernenden fortlaufend mithilfe von Experimenten zu Wahrnehmung, Verstehen und Sprachproduktion untersucht, um das elementare Sprachwissen genau zu beschreiben, das aus der Verarbeitung des sprachlichen Inputs resultiert. Neben Osnabrück sind an dem Projekt Wissenschaftlerinnen der Universitäten Paris VIII, Cambridge, York, und Nijmegen beteiligt. Erste Ergebnisse der Untersuchung erhoffen sie sich bis Ende 2012.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Christine Dimroth, Universität Osnabrück
Institut für Germanistik
Neuer Graben 41, 49076 Osnabrück
Tel.: +49 541 9696 4302
christine.dimroth@uni-osnabrueck.de
