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Pressemeldung

Nr. 204 / 2015

13. August 2015 : »Strukturfragen der Beruflichen Bildung«: DIHK finanziert Stiftungsprofessur an der Universität Osnabrück

Die Berufliche Bildung ist ein entscheidender Faktor für die Stärke, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Anknüpfend an die bereits vorhandene breite Expertise der Universität Osnabrück auf diesem Gebiet soll nun eine Stiftungsprofessur »Berufs- und Wirtschaftspädagogik« mit dem Schwerpunkt »Strukturfragen der Beruflichen Bildung« eingerichtet werden, um die künftigen Herausforderungen der Beruflichen Bildung wissenschaftlich zu untersuchen.

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© Foto / Thomas Osterfeld

Freuen sich über die neue Kooperation: Marco Graf, Hauptgeschäftsführer Industrie- und Handelskammer Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, Dr. Oliver Heikaus, Bereichsleiter Weiterbildung des DIHK e.V., Geschäftsführer der DIHK-Gesellschaft für berufliche Bildung - Organisation zur Förderung der IHK-Weiterbildung mbH, Dr. Achim Dercks, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK e.V., Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Thomas Bals, Professur für Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität Osnabrück Prof. Dr. Joachim Härtling, Vizepräsident für Studium und Lehre an der Universität Osnabrück (v.l.). Foto: Thomas Osterfeld

Als Stifter fungieren der Deutsche Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK), Dachorganisation der bundesweit 80 Industrie- und Handelskammern sowie die DIHK-Gesellschaft für berufliche Bildung – Organisation zur Förderung der IHK-Weiterbildung mbH (DIHK-Bildungs-GmbH). »Dass sich die Stifter für unsere Universität entschieden haben, freut mich sehr«, so Universitätspräsident Prof. Dr. Wolfgang Lücke. »Nicht zuletzt ist es ein Nachweis der hohen wissenschaftlichen Leistungskraft des hiesigen Fachgebiets Berufs- und Wirtschaftspädagogik, das in seiner engen Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis bundesweit führend ist, was auch die außerordentlich erfolgreiche Drittmitteleinwerbung belegt.«

Zum Hintergrund: Die demografische Entwicklung sowie der Trend zum Studium führen dazu, dass sich immer weniger Schulabgänger für eine duale Ausbildung und eine spätere Aufstiegsfortbildung entscheiden. Zudem ist gerade die Berufliche Bildung von raschen Veränderungen der Arbeitswelt und dabei besonders durch die Digitalisierung betroffen. »Diese und weitere Entwicklungen berühren die IHK-Mitgliedsunternehmen, die auf beruflich qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind, unmittelbar«, erklärt für die beiden Stifter Dr. Achim Dercks, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK e.V. Angesichts dieser Herausforderungen ist es erforderlich, die Strukturen beruflicher Bildung und deren Perspektiven verstärkt wissenschaftlich zu untersuchen - eine Notwendigkeit, dem die neue Stiftungsprofessur Rechnung trägt: »Sie ist  ein Beitrag der IHK-Organisation, um die Berufliche Bildung in Deutschland zukunftsfest weiterzuentwickeln und den Fachkräftebedarf der Unternehmen auch künftig zu decken«, so Dercks weiter.

Geplant ist  es, mit der Ausrichtung der Professur eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu schaffen und dabei die Perspektive auf Wirtschaft und Unternehmen zu richten. Diese Akzentuierung der Stiftungsprofessur fügt sich nahtlos ein in die bestehenden weitreichenden Lehr- und Forschungsaktivitäten der Universität Osnabrück auf diesem Gebiet. So bildet das Fachgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik einen integrativen Bestandteil des Studiums für das Lehramt an berufsbildenden Schulen. Neben dem konsekutiven Bachelor- und Masterprogramm mit sechs wählbaren beruflichen Fachrichtungen wird ein spezieller Masterstudiengang für Quereinsteiger in den Lehrerberuf in den Fachrichtungen Elektrotechnik und Metalltechnik angeboten.  

Darüber hinaus existieren Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Institutionen- und Professionsforschung, Durchlässigkeit und Übergänge im Bildungswesen, Qualifikation des pädagogischen Personals in Schule und Betrieb, Qualitätsentwicklung der Berufsbildung insbesondere personenbezogener Dienstleistungsberufe sowie Vergleichende Berufsbildungsforschung. »Ein zentrales Ziel der neuen Professur liegt darin, das System der Beruflichen Bildung und dessen Chancen und Herausforderungen umfassend wie systematisch zu erforschen und so weiterzuentwickeln«, so Prof. Dr. Thomas Bals, Leiter des Fachgebiets und Dekan des Fachbereichs Erziehungs- und Kulturwissenschaften.

Daraus abgeleitet ergeben sich für Unternehmen und IHKs relevante Fragestellungen wie zum Beispiel nach Anpassungsbedarfen für Ausbildungsberufe und Aufstiegsfortbildungen. In diesem Zusammenhang ist auch relevant, wie beispielsweise IHK-Prüfungen den künftigen beruflichen Anforderungen noch besser entsprechen können. Die regionale Dringlichkeit, sich mit solchen Fragen zu befassen, betont der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelkammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim, Marco Graf:  »Auch unsere Unternehmen in der Region melden, dass sie zunehmend Schwierigkeiten haben, beruflich qualifizierte Fachkräfte zu finden. Umso wichtiger ist es, die berufliche Aus- und Weiterbildung zu stärken.«  

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Thomas Bals, Universität Osnabrück
Fachgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik
Katharinenstraße 24, 49078 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6305
tbals@uni-osnabrueck.de