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Ein Mobilitätskonzept für den Campus Westerberg

Ausgabe 03 / 2016

In den vergangenen Jahren hat sich der Campus Westerberg nachhaltig verändert. Neue Gebäude wie die Mensa des Studentenwerks oder die gemeinsam von Universität und Hochschule genutzte Bibliothek prägen heute das Gesicht des Areals. Was indes fehlt, ist ein angepasstes Mobilitätskonzept, das sowohl den Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch den der Studierenden entgegenkommt.

Das erste, was den Besuchern auf dem attraktiven Campus ins Auge fällt, ist das hohe Verkehrsaufkommen, insbesondere auf der Barbarastraße, und die damit verbundene Prägung durch parkende Fahrzeuge und dem sogenannten Parksuchverkehr. „Hier wollen wir ansetzen“, so der zuständige Vizepräsident der Universität Dr. Wilfried Hötker. Ziel müsse es sein, eine weitgehend umweltfreundliche Abwicklung der Verkehre der rund 12.500 Studierenden und 1.500 Beschäftigten zu erreichen. Aber wie kann das gelingen? „In erster Linie muss es darum gehen, die Aufenthaltsqualität auf dem Campus zu erhöhen und dafür den Individualverkehr einzuschränken“, erklärt Vizepräsident Dr. Kai Handel von der Hochschule. Das mit dieser Aufgabe beauftragte Dortmunder Planungsbüro Planersocietät hat ein umfassendes Mobilitätskonzept erarbeitet, das vor Kurzem der Hochschulöffentlichkeit vorgestellt wurde.

Der erste Schritt hierfür bestand in einer Analyse der Verkehrsverhältnisse. Neben Gesprächen mit Akteuren, einer Befragung auf dem Campus sowie einer Kamerazählung wollten die Planer einen Eindruck vom Campus gewinnen. Dabei zeigte sich, dass die bestehenden Parkplätze zwischen 9 und 15 Uhr nahezu vollständig ausgelastet waren, aber dennoch während dieses Zeitraums reger Verkehr herrschte, da viele einen freien Parkplatz suchen. Dass dies nicht verwundern kann, zeigte auch die zeitgleich durchgeführte Befragung, gaben doch rund 30 Prozent der Befragten an, dass sie mit dem eigenen Pkw auf den Westerberg kommen, 32 Prozent den Öffentlichen Nahverkehr und ein weiteres Drittel das Fahrrad nutzen. Die Frage, die sich daraus für die Planer ableitet, lautet: Wie müssten die Umstände sein, unter denen Autofahrer auf das eigene Auto verzichten würden? Immerhin gaben von den rund 250 Befragten 88 an, dass in erster Linie eine bessere Bus- bzw. Bahnanbindung bei ihnen zu einem Umdenken führen würde.

Für die Planer zeigt sich in der Zusammenfassung die „hohe Dominanz des Pkw-Verkehrs auf dem Campus“. Ebenfalls beobachtet werden konnte eine starke Nachfrage von Radabstellanlagen, die bislang nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden. Die Planer entwickelten aus diesen Feststellungen die Vision „Grüner Campus“. Bestandteile sind unter anderem: die Konzentration und Erweiterung der Parkflächen am sogenannten Grünen Grund (Parkfläche an der Barbarastraße gegenüber der Bibliothek) sowie Vorrang für den Fuß- und Radverkehr und die Schaffung einer höheren Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit durch Zufahrtssperren für Autos auf dem Campus Westerberg. Darüber hinaus sollen arbeitsplatznahe Parkmöglichkeiten für Mobilitätseingeschränkte und Lösungen für notwendige Lieferverkehre geschaffen werden. Der Ausbau der Stellplätze für Fahrräder (Erweiterung der Fahrradabstellanlagen, Bau einer Radstation, Ladeinfrastruktur) sowie eine Weiterführung und Ausbau des Mobilitätsmanagements werden ebenfalls eingeplant.

Generell gilt: Das Mobilitätskonzept bietet die Grundlage, auf der die beiden Hochschulen in den nächsten Jahren zusammen mit Stadt und Stadtwerken konkrete Maßnahmen zur Umsetzung planen werden.