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103/2026
Neue Ideen für einen Verbleib im vertrauten Wohnumfeld

Universität Osnabrück evaluiert Hamburger Modellprojekte für ein gutes Leben im Alter

Für viele Menschen ist der Wunsch groß, auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange in ihrem vertrauten Wohnumfeld leben zu können. Wie dies durch innovative Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen gelingen kann, erprobt die Stadt Hamburg im Modellvorhaben „Wohnen bleiben im Quartier“. Die wissenschaftliche Evaluation des Projekts übernimmt die Universität Osnabrück.

Die Abteilung Pflegewissenschaft unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler am Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB) begleitet über einen Zeitraum von drei Jahren  sechs Modellprojekte, die neue Ansätze für die pflegerische Versorgung und Unterstützung älterer Menschen im Quartier entwickeln und erproben. 

Im Mittelpunkt der Modellprojekte stehen sogenannte Quartierspflegedienste, die als zentrale Anlaufstellen Beratung, Unterstützung und Vermittlung aus einer Hand bieten. Sie übernehmen eine koordinierende Funktion, sichern die pflegerische Versorgung am Tag und in der Nacht, vernetzen bestehende Angebote und beziehen nachbarschaftliche Strukturen sowie ehrenamtliches Engagement aktiv ein. Ergänzt werden sie durch Quartierstreffs, die als wohnortnahe Orte der Begegnung, Beratung und Unterstützung den sozialen Zusammenhalt fördern und den niedrigschwelligen Zugang zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten erleichtern.

„Mit den Modellprojekten nach Paragraph 123 SGB XI kann erprobt werden, wie sich Gemeinden, Städte und Quartiere weiterentwickeln können, um Teilhabe und Lebensqualität auch für die zunehmende Anzahl an pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zu ermöglichen“, sagt Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler von der Uni Osnabrück. „Ich freue mich sehr, dass wir mit unseren Evaluationen in der Großstadt Hamburg die Möglichkeit erhalten, diese Weiterentwicklungen wissenschaftlich zu begleiten und damit eine solide und tragfähige Entwicklung zu unterstützen.“ 

Die Modellvorhaben sind Teil der bundesweiten Umsetzung des im Jahr 2023 neu geregelten § 123 des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI). Mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) wurde erstmals ein Förderinstrument geschaffen, mit dem Länder und Kommunen gemeinsam mit der Pflegeversicherung innovative Ansätze für eine wohnortnahe Unterstützung pflegebedürftiger Menschen entwickeln und erproben können. Ziel ist es, die pflegerische Versorgung, die gesellschaftliche Teilhabe sowie den Zugang zu Unterstützungsangeboten zu verbessern und Menschen trotz Pflegebedürftigkeit möglichst lange ein Leben im vertrauten Wohnumfeld zu ermöglichen.

Mit der wissenschaftlichen Begleitung leistet die Universität Osnabrück einen Beitrag zur Weiterentwicklung kommunaler Pflege- und Unterstützungsstrukturen. Die Ergebnisse der Evaluation sollen dazu beitragen, erfolgreiche Ansätze zu identifizieren und Erkenntnisse für die Umsetzung vergleichbarer Modellprojekte in anderen Regionen Deutschlands bereitzustellen.

Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Universität Osnabrück
Institut für Gesundheitsforschung und Bildung

 manfred.huelsken-giesler@uni-osnabrueck.de

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