Attraktiv bleiben als Arbeitgeberin
Uni Osnabrück erarbeitet zahlreiche Initiativen, um auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein
Der vielerorts spürbare Fachkräftemangel wird sich in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Dieser Realität und den damit einhergehenden Folgen muss sich auch die Universität Osnabrück stellen. Dabei ist es nicht allein die Frage, wie gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten sind. Es muss darüber hinaus geklärt werden, wie man als Arbeitgeberin attraktiv bleibt für potentielle Bewerberinnen und Bewerber. In einer Projektgruppe werden zurzeit die nötigen Maßnahmen und ihre Umsetzung diskutiert.
Im Jahr 2023 wurde das Projekt Mitarbeitergewinnung und -bindung unter der Leitung von Dr. Wilfried Hötker und Prof. Dr. Andrea Lenschow ins Leben gerufen. „Ziel ist es dabei, uns so aufzustellen, dass wir von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, aber auch von potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern als für sie bestmögliche Arbeitgeberin wahrgenommen werden“, so der Vizepräsident für Personal und Finanzen. Und Lenschow, Vizepräsidentin für Diversität, Internationalisierung und wissenschaftliche Qualifikation, ergänzt: „Die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit einer Universität steht und fällt auch mit dem Personal – das gilt nicht allein für die Forscherinnen und Forscher, sondern auch für alle an der Uni Beschäftigten, denen wir ein förderndes und wertschätzendes Arbeitsumfeld bieten wollen.“
In sieben Arbeitsgruppen des Gesamtprojektes geht es um die Arbeitgebermarke, Personalmarketingkonzept & Gestaltung von Stellenanzeigen, die Anschaffung eines Bewerbermanagementsystems, Bewerbungsverfahren und Onboarding, die langfristige Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ausbildungskonzepte, Zulassungs- und Einstellungskonzepte sowie den Ausbau von Führungskompetenzen. Ein Bündel an Maßnahmen also, welche direkt ineinandergreifen und in ihrer Gesamtheit das ganze Themenfeld abdecken, wie der Leiter des Personaldezernats, Carsten Niekamp, hervorhebt.
Für Interessierte aktualisiert die Projektgruppe fortlaufend ihre Aktivitäten auf der zugehörigen Projektseite: Projektseite Gewinnung und Bindung von MTV-Kräften
Die Projekte im Einzelnen
Arbeitgebermarke, Personalmarketingkonzept & Gestaltung Stellenanzeigen
„Eine moderne und authentische Arbeitgebermarke zu installieren, gleicht durchaus einem Marathonlauf“, so die Leiterin dieses Teilprojektes, Anke Schmitter. „Was zählt, sind nachhaltige Verbesserungen, die zum einen alle Teilbereiche des „Employee Lifecycles“ miteinbeziehen und gleichzeitig auf den guten Ruf der Universität als Arbeitgeberin einzahlen. Bereits im Zuge der Konzeptionierung konnten wir einige Alleinstellungsmerkmale für uns identifizieren, die wir nun gezielt nach außen kommunizieren können“, so die Leiterin der Stabsstelle Kommunikation und Marketing. Konkret hat die Universität Osnabrück mit einem Pilotprojekt zur Rekrutierung von Verwaltungsfachangestelltinnen und -angestellten begonnen, um den stark gestiegenen Herausforderungen bei Ausschreibungen der Stellen im mittleren Dienst zu begegnen. Ziel ist es, ein ganzheitliches, zielgruppenspezifisches und crossmediales Ansprache-Konzept für die Rekrutierung zu erhalten. Dieses Projekt soll zudem einen ersten Teilbaustein für einen im Anschluss angestrebten Markenbildungsprozess für die Arbeitgebermarke „Universität Osnabrück“ bilden.
Ansprechpartnerin
Anke Schmitter
Leitung
Kommunikation und Marketing
Tel.: +49 541 969-4125
anke.schmitter@uni-osnabrueck.de
Raum: 13/E05
Bewerbungsmanagementsystem
Bereits 2023 wurde entschieden, Einstellungsverfahren mit Hilfe eines Bewerbungsmanagementsystems zu digitalisieren. Die Leitung in diesem Projekt liegt bei Pia Wortmann aus dem Sachgebiet Gremien und Wahlen im Dezernat 4. In einem zweiten Schritt sollen dann ggf. auch die Berufungsverfahren digital abgebildet werden. Mit der Digitalisierung geht es um folgende Ziele, wie Wortmann erläutert: „Unter anderem brauchen wir ein einfacheres, papierloses Bewerbungsverfahren für die Bewerberinnen und Bewerber, schnellere Übersicht über alle laufenden Einstellungsverfahren für die Verwaltung, bessere Analyse- und Statistikoptionen, automatische Generierung von Synopsen sowie automatisierte Eingangs- und Absageschreiben.“
Eine Anforderungsanalyse wurde bereits abgeschlossen. Befragt hierzu wurden das Personaldezernat, die Fachbereiche (stellvertretend FB 6 und 8), das Rechenzentrum, der Datenschutzbeauftragte und die Interessenvertretungen. Zudem hat es bereits Präsentation der Systeme der Firmen Bite, Valucon und LA2 gegeben. Anschließend hat das Projektteam einen abschließenden Anforderungskatalog erstellt und das Vergabeverfahren im Finanzdezernat angestoßen.
Pia Wortmann
Dezernat 4: Akademische Angelegenheiten, Justiziariat, Zentrale Verwaltungsangelegenheiten
Sachgebiet Gremien-, Wahl- und Verwaltungsangelegenheiten
Tel.: +49 541 969-4107
Fax: +49 541 969-4969
pia.wortmann@uni-osnabrueck.de
Raum: 13/124
Bewerbungsverfahren & Onboarding
Im Zuge der Optimierung von Bewerbungsverfahren wurde zur Unterstützung der Sekretariate mit den Verwaltungsleitungen vereinbart, stärker auf die Qualitätssicherung bei Stellenausschreibungen zu achten. „Das bedeutet konkret, u.a. eine Anpassung von Formularen sowie Erstellung eines Handouts zu Ausschreibungen“, so Carsten Niekamp, der mit Pia Freiermuth, Leiterin der Stabsstelle Organisationsentwicklung, diesem Teilprojekt vorsteht. Zur zeitlichen Straffung wird künftig auf eine vorherige Information von Stellenausschreibungen gegenüber dem Personalrat und der Schwerbehindertenbeauftragten verzichtet. Die Gleichstellungsbeauftragte hat darüber hinaus für bestimmte Stellenausschreibungen und Personalmaßnahmen ihre allgemeine Zustimmung erteilt. Dabei muss indes sichergestellt werden, dass gesetzte Standards sowohl in den Ausschreibungstexten als auch in den sich anschließenden Verfahren eingehalten werden. Darüber hinaus werden die Ausschreibungszeiträume flexibilisiert und es werden bis zur Einführung eines Dokumentenmanagementsystems Anträge der Fachbereiche und Organisationseinheiten mit einer sog. Autosignatur akzeptiert.
Das Onboarding gestaltet sich als eine weitere sensible Phase in der Gewinnung neuer Mitarbeitender. Hier wird der zukünftige Arbeitsplatz vorbereitet und die neuen Aufgaben, Strukturen und Prozesse vermittelt. Führungskräfte werden hierzu aktiv auf bestehende Leitfäden und Checklisten sowie Unterstützungs- und Weiterbildungsangebote aufmerksam gemacht (z.B. Checklisten zur Vorbereitung des Arbeitsplatzes, Vorlagen zu Probezeit- und Jahresgesprächen etc.), um ihrer Führungsaufgabe im Onboarding-Prozess entsprechend nachkommen zu können. Darüber hinaus werden zukünftig neue Kolleginnen und Kollegen mit einem kleinen Begrüßungsgeschenk willkommen geheißen. Dies wird in den kommenden Wochen realisiert.
Carsten Niekamp
Leitung
Dezernat 2: Personal
Tel.: +49 541 969-4931
Fax: +49 541 969-4950
carsten.niekamp@uni-osnabrueck.de
Raum: 12/E15
Pia Freiermuth
Leitung
Organisationsentwicklung
Tel.: +49 541 969 4327
pia.freiermuth@uni-osnabrueck.de
Raum: 14/E12
Corporate Benefits
Es ist eine der ganz großen Fragen: Durch welche Benefits lassen sich Beschäftigte an ihr Unternehmen binden? „Wir erhielten viele spannende Ideen von Kolleginnen und Kollegen, für die wir uns als Projektgruppe ganz herzlich bedanken“ so die Leiterin der Projektgruppe Pia Freiermuth. In den letzten Monaten wurden diese auf Machbarkeit geprüft. So hat die Universität Osnabrück unter der Leitung des International Office mehrere internationale Austausch- und Weiterbildungsprogramme ins Leben gerufen, um die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden zu verbessern.
Auch wurde das Dienstradleasing als Wunsch geäußert. Im Zuge der Verhandlungen für den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder wurde mit der Einigung vom Dezember 2023 die Möglichkeit geschaffen, dass auch das tarifbeschäftigte Landespersonal vom Dienstradleasing profitieren kann. Dabei least der Arbeitgeber das Wunschrad und überlässt es der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter, die es sowohl dienstlich als auch privat nutzen können. Voraussetzung für das Fahrradleasing für Tarifbeschäftigte ist, dass es in dem jeweiligen Bundesland für Beamtinnen und Beamte bereits möglich ist. In Niedersachsen ist dafür nun die Grundlage geschaffen. Als nächsten Schritt wird das Land eine Ausschreibung für einen entsprechenden Dienstleister vornehmen. Voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2025 soll dann die Nutzung des Dienstradleasings möglich sein.
Darüber hinaus prüfte das Finanzdezernat, ob den Universitätsmitgliedern die Teilnahme an einem Sportverbundprogramm ermöglicht werden kann. Leider ist es der Uni als nachgelagerte Landesbehörde ohne den Status einer Stiftungsuniversität nicht gestattet, dies eigenmächtig zu beauftragen.
Jedoch wurde das Thema „Umgang mit außertariflichen Leistungen an Bedienstete“ inzwischen im Haushaltsausschuss des Landtags beraten. Anschließend wurde die Frage mit einem Prüfauftrag an das niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport sowie das niedersächsische Finanzministerium weitergereicht. Dies bedeutet, dass im ersten Schritt eine Grundsatzentscheidung benötigt wird und anschließend die weiterführende Frage geklärt werden muss, unter welchen Bedingungen außertarifliche Leistungen gewährt werden dürfen. Weitere Ideen zur Bindung von Mitarbeitenden sind aktuell noch in der Planung und werden im Laufe des Jahres sukzessive umgesetzt.
81er Vereinbarung (Zulassungs- und Einstellungsbeschränkungen)
Der Fachkräftemangel hat in den letzten beiden Jahren im Verwaltungsbereich ein bisher ungeahntes Ausmaß erreicht. Immer häufiger erhält die Uni auf Ausschreibungen, die nach Maßgabe der Vereinbarung-VerwLG verfasst werden, keine Bewerbungen mehr von Personen, die die Einstellungsvoraussetzungen erfüllen. Aufgrund der Gehaltsstruktur des TV-L im Vergleich zu den deutlich besseren Entgelttabellen der Tarifverträge TVöD Kommunen und TVöD Bund haben die Hochschulen oft das Nachsehen. Im Ergebnis kann der Bedarf der Uni an qualifiziertem Verwaltungspersonal nicht mehr gedeckt werden. Gleichzeitig gibt es kompetente Bewerberinnen und Bewerber, die sich für eine Tätigkeit in der Hochschulverwaltung interessieren und die nötigen Fachkenntnisse mitbringen, die aber als Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger die engen Einstellungsvoraussetzungen der Vereinbarung-VerwLG nicht erfüllen. Im Rahmen von befristeten Beschäftigungen zeigt sich jedoch, dass sie durchaus fähig und motiviert für eine Dauerstelle wären. Dennoch kann ihnen bei einer dauerhaften Übernahme im Hinblick auf die Eingruppierung in der Regel keine Perspektive in der Hochschulverwaltung geboten werden, da die Vereinbarung gemäß Paragraph 81 des Niedersächsischen Personalvertretungsgesetzes (NPersVG) über die Zulassung zu den Verwaltungslehrgängen I und II des Landes Zulassungs- und Einstellungsbeschränkungen vorsieht, die die Hochschulen in der Personalgewinnung und -bindung benachteiligt. Das sollte dringend geändert werden, meinen neben der Uni Osnabrück die Universitäten Oldenburg und Braunschweig. Gemeinsam haben sie dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur nun eine Stellungnahme zu erwünschten Änderungen über die Zulassung von Beschäftigten zu den Verwaltungslehrgängen I und II vorgelegt. Ursprüngliches Ziel war die Aussetzung der Vereinbarung, die aber leider nicht erwirkt werden konnte. „Wir hoffen, dass unser Anliegen im Ministerium und bei der Gewerkschaft die dringend gebotene Beachtung findet, damit wir den zunehmend anspruchsvoller, komplexer und verantwortungsvoller werdenden Anforderungen gerecht werden können“, so Vizepräsident Hötker.
Führungskompetenzen ausbauen
„Da unsere Führungskräfte maßgeblich die Gewinnung und Bindung von neuen Mitarbeitenden begleiten, ist es uns ein Anliegen, sie bestmöglich zu ermächtigen, dieser anspruchsvollen Aufgabe nachzukommen“ berichtet Pia Freiermuth, die gemeinsam mit Michaele Lerche-Lohaus, Dezernentin des Gebäudemangements, und Malte Benjamins, Leiter des International Office, dieses Themenfeld betreut. So wurde vereinbart, den systematischen Austausch auf strategischer Ebene auszubauen, aber auch wesentliche Informationen zu Vergütung und Eingruppierung im Rahmen von Schulungen zu vermitteln. Bei der Einstellung neuer Mitarbeitender erhalten Führungskräfte in Wissenschaft und Verwaltung ein Schreiben mit relevanten Informationen, welches um den Hinweis zu Probezeitgesprächen sowie entsprechender Gesprächsleitfäden ergänzt wurde. Darüber hinaus wurden Dokumente zum systematischen Transfer von Know-how bei personellen Wechseln zur Verfügung gestellt.
Ausbildungskonzepte
Die Uni bildet derzeit in neun Ausbildungsberufen aus. Bei den Planungen für die weitere Entwicklung der Berufsausbildung für die nächsten Jahre sollen vor allem die Zukunftsperspektiven der Ausbildungsberufe und der Bedarf der Uni mitberücksichtigt werden. „Klar ist, dass der Bedarf nach qualifizierten Fachkräften mit berufspraktischen Fertigkeiten steigen wird“, so Carsten Niekamp, der diese Projektgruppe leitet. In einem ersten Schritt der Ausbildungsneukonzeption ist nun die Planung der Ausbildungsstellen für das Jahr 2024 erfolgt. Derzeit sind 23 Auszubildende an der Universität in den unterschiedlichen Ausbildungsberufen beschäftigt. Die Ausschreibung und Besetzung aller Stellen für das Jahr 2024 ist inzwischen erfolgt. Im Rahmen des Projektes wird nun evaluiert, welche Berufsbilder zukünftig benötigt werden. Dabei wird auch über die Einrichtung möglicher neuer Ausbildungsberufe in den Bereichen Verwaltung, IT, Technik, Werkstätten und Botanischer Garten diskutiert.