Wann und durch wen wurde das Frauenstift in Liesborn gegründet? Welche Rolle spielten die Brüder Bardo und Boso sowie Karl der Große dabei? Warum wurde das Kloster 1130 in eine Benediktinerabtei umgewandelt? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stiftsdamen und Nonnen? Und wie viele Rinder benötigte man wohl für das Pergament des Liesborner Evangeliars? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich die Exkursionsgruppe bei ihrem Besuch im Museum Abtei Liesborn.
Museumsleiter Sebastian Steinbach führte uns durch das Museum und erläuterte dabei die Anfänge der Abtei, die wirtschaftliche Ausstattung sowie die Entwicklung von der Gründung bis in die Gegenwart. Nicht fehlen durfte natürlich das Liesborner Evangeliar, welches um das Jahr 1000 entstand, 338 Pergamentseiten umfasst und seit drei Jahren im Museum zu begutachten ist. In der virtuellen Klosterbibliothek konnten wir digital durch das Evangeliar „blättern“ und neben der Transkription auch eine Übersetzung des Textes einsehen. Den Abschluss der Exkursion bildete ein Workshop zur karolingischen Minuskel: Nach einer Einführung erhielten wir die Gelegenheit, selbst einige Buchstaben und Wörter zu schreiben. Dabei wurde uns schnell deutlich, wie viel Konzentration, Geduld und Sorgfalt die Arbeit der mittelalterlichen Schreiber erforderte!