Catherine Gotschy
Herzlich Willkommen!
Seit April 2024 bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Allgemeine Soziologie an der Universität Osnabrück beschäftigt. Zuvor war ich unter anderem Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (für kritische Theorie) und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (für soziologische Theorie). Das Studium der Soziologie und Politikwissenschaft durfte ich in Frankfurt am Main und in Maynooth (Irland) beginnen.
Kontakt
Fachbereich 1: Kultur- und Sozialwissenschaften
Seminarstraße 20
49074 Osnabrück
Raum: 15/312
+49 541 969-4751
catherine.gotschy@uni-osnabrueck.de
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Rückkehr unter anderen Bedingungen (1947-1980).
Möglichkeitsräume zwischen Wissenschaft, Politik und Publizistik
In der Dissertation strenge ich einen Beitrag zur historisch interessierten Kultursoziologie und soziologisch interessierten Ideengeschichte an. Auf methodologischer Ebene zielt sie zunächst auf eine Klärung des Verhältnisses der Metaphorologie Hans Blumenbergs und der Soziologischen Konstellationsanalyse. Diese soll der anschließenden Untersuchung dreier, dem disziplinären Kanon weitgehend unbekannter, Denkbewegungen der Soziologen Harry Pross, Nicolaus Sombart und Hanno Kesting dienen, die neben ihrem Studium der Soziologie eine spezifische sozial-historische Generations- und Problemlage als deutsche Kriegsrückkehrer teilen. Rekonstruiert werden konkret die Weisen der Bewältigung ihrer (Nach-)Kriegserfahrungen im Zeitraum von 1947 bis 1980, wozu auch ihre jeweilige Aneignung und ihr Einsatz soziologischer Mittel gehört.
Die Wirklichkeitsbegriffe dieser Soziologen, die sich auch beruflich im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Politik und Publizistik bewegen, werden mithin auf ihre politischen Gehalte befragt. Aus ihrem Verhältnis zueinander können wissenschaftliche und politische Tendenzen und Möglichkeiten zu dieser Zeit mit besonderem Fokus auf (West-)Deutschland erschlossen werden, die es der leitenden These nach lohnt, in Bezug zur gegenwärtigen Soziologie zu setzen. Entsprechend beabsichtige ich mit der Dissertation auch zur Reflexion der gegenwärtig vorherrschenden und möglichen Wirklichkeitsvorstellungen innerhalb der (deutschsprachigen) Soziologie beizutragen.
- WiSe 2025: Historische Soziologie
- SoSe 2025: Kritische Theorie Frankfurter Prägung
- WiSe 24: Weisen der (Nach-)Kriegsbewältigung – Möglichkeiten der Soziologie nach dem Zweiten Weltkrieg
- SoSe 2024: Philosophische Grundlagen des Pragmatismus in der Soziologie
- WiSe 23 (Jena): Metaphern in der soziologischen Theoriebildung
- SoSe 2023 (Frankfurt a. M.): Das Institut für Sozialforschung und dessen Zeitschrift. Aufgaben, Programmatik und Methodologie (1932-1934)
Monographie
- 2025: Soziologisch denken mit Hans Blumenberg. Zwischen Begriff und Metapher. Wiesbaden: Springer VS.
Beiträge in Sammelbänden
- 2023, zusammen mit Charlotte Nell:
Psychoanalyse und Matriarchatsmythos als Instrumente erotischer Utopie. Nicolaus Sombarts Wirklichkeitsbewältigung zwischen 1968 und 1987. In Große Gegenwart. Zur Erinnerung an Nicolaus Sombart (1923-2008), hrsg. Peter Gostmann und Gerhard Wagner. Wiesbaden: Harrassowitz, S. 145-176. - 2023: Leo Löwenthals Denkbewegung des ‚Dagegen-Seins‘. In Kultur der Soziologie. Sonderheft des Jahrbuchs für Soziologiegeschichte, hrsg. Frank Meyhöfer, Benjamin Schiffl und Jan Winkelhaus. Wiesbaden: Springer VS, S. 327-389.
Weitere Veröffentlichungen
- 2024, zusammen mit Torben Beyer, Holger Oppenhäuser und Tobias Weißer: Spielgeld für den Kasinokapitalismus. Warum Krypto keine Alternative ist. Hamburg: VSA.
- 2020, zusammen mit Johanna Diehl, Joëlle Ernst und Ulrike Pingel: Ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit im Wandel. Tätigkeitsprofile, Bedarfe und Koordinierungsformen. Eine Studie zur Situation in Rheinland-Pfalz, erstellt und herausgegeben vom Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism), gefördert durch das Ministerium für Familien, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz.
Vorträge
- „Im Dienst der Rückkehr zur Anschauung unter eigenen Bedingungen“ – Theoriebildung zwischen „Ökonomie und Luxus“
im Rahmen des Social Theory Colloquium (Prof. Dr. Hartmut Rosa), Friedrich-Schiller-Universität Jena (09.07.2025) - Zu einer metaphorologischen Rezeptionsgeschichte der Soziologie
im Rahmen der Jahrestagung der DGS-Sektion Kultursoziologie, Bauhaus-Universität Weimar (27.06.2025) - How do we figure? Zu einem Modus soziologischen Denkens als Anzeichen sozialen ‚Weltverhaltens‘
im Rahmen der Sektionenkonferenz "Klassen - Klassifikationen - Klassifizierungen" der DGS, Universität Osnabrück (24.09.2024) - Ein metaphorologischer Fall: Max Webers Platon-Rezeption
im Rahmen eines Arbeitstreffens der AG Soziologie des Geistes, Goethe-Universität Frankfurt am Main (18.02.2023)
- Nominierung durch Studierende für den Hans Mühlenhoff-Preis für gute akademische Lehre der Universität Osnabrück und der Hans Mühlenhoff-Stiftung (2025)
- Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und ihrer Sektion Kultursoziologie (seit 2025)