Aktivitäten

Juni 2026: 800 Jahre Franziskus von Assisi (1181/1182–1226). Klösterliche Spiritualität und Ordensleben gestern und heute  

Dritter kirchengeschichtlicher Studientag der Evangelischen und Katholischen Theologie an der Universität Osnabrück, 10. Juni 2026

Anlässlich des 800-jährigen Todesjahres des heiligen Franziskus von Assisi begaben sich Studierende und Lehrende der Evangelischen und Katholischen Theologie der Universität Osnabrück auf die Spurensuche klösterlicher Spiritualität in Vergangenheit und Gegenwart. Im Rahmen einer konfessionell-kooperativen Lehrveranstaltung widmete sich das Organisationsteam, bestehend aus Laura-Marie Mork, Prof. Dr. Steffie Schmidt, Michael Neumann und Prof. Dr. Martin Belz, der Frage, welche Impulse von Franziskus und der franziskanischen Bewegung bis in die Gegenwart ausgehen.

Vor 800 Jahren starb Franziskus von Assisi, der durch seine kompromisslose Lebensweise in der Nachfolge Christi das mittelalterliche Mönchtum revolutionierte, aber auch die Frömmigkeit über Jahrhunderte entscheidend prägte. Der auf Franziskus zurückgehende Orden der Franziskaner gehört zu den sogenannten Bettelorden, die besonderen Wert auf ein Leben in Armut nach Jesu Vorbild legen. Indem diese – im Gegensatz zu den Orden der benediktinischen Tradition – nicht zurückgezogen hinter geschlossenen Klostermauern lebten, sondern sich mit Wort und Tat den Ärmsten und Ausgegrenzten der Gesellschaft zuwandten, begründeten sie eine neue, für viele attraktive Weise des Ordenslebens. Bis heute beruft sich eine ganze Reihe franziskanischer Orden auf die Ideale des Franziskus. Bereits 1228 wurde er heiliggesprochen.

Auch die heilige Klara von Assisi ließ sich von Franziskus’ Lebensweise inspirieren, griff seine Ideale auf und übertrug sie auf das Leben von Frauen in religiöser Gemeinschaft. Aus ihrer Bewegung ging der Klarissenorden hervor, der sich bis heute der Armut, der Gemeinschaft und dem Gebet verpflichtet weiß und deren Schwestern anders als die Mitglieder der männlichen Ordenszweige in strenger Klausur leben.

Das Gedenkjahr nahmen die Osnabrücker Kirchenhistorikerinnen und Kirchenhistoriker zum Anlass, den Blick nicht nur auf die Geschichte der franziskanischen Bewegung, sondern auch auf das gegenwärtige Ordensleben zu richten. Nach einem Einführungsvortrag von Prof. Dr. Martin Belz am 3. Juni 2026 machten sich Studierende und Lehrende eine Woche später auf den Weg nach Münster, um dort aktive Ordensgemeinschaften kennenzulernen, die bis heute nach dem Vorbild des heiligen Franziskus und der heiligen Klara leben.

Den Auftakt bildete ein Gespräch mit Bruder Joachim aus dem Konvent der Kapuziner in Münster, der dieses Jahr sein Goldenes Ordensjubiläum feiern konnte und von seinem persönlichen Weg im Glauben und im Orden berichtete. Dieser Weg hatte ihn unter anderem nach Mexiko geführt, wo er in der Seelsorge für die Ärmsten der Gesellschaft tätig war. Nach dem Gespräch führte Bruder Joachim die Gruppe noch durch das Kloster. Besonders eindrucksvoll war für die Teilnehmenden der farbenprächtige Klostergarten, der die Naturverbundenheit des Franziskus auf anschauliche Weise widerspiegelte. Dass die Studierenden und Lehrenden dabei sogar von den Erdbeeren des Gartens naschen durften, freute natürlich alle.

Im Anschluss besuchte die Gruppe die Gemeinschaft der Domklarissen in Münster. Das Gespräch mit Schwester Conrada führte den Studierenden und Lehrenden eindrücklich vor Augen, was es unter den heutigen Bedingungen bedeutet, ein Leben in Armut und in Klausur zu führen. Nicht immer bringen Spenden die Lebensmittel, die gerade benötigt werden. Jeder Gang in die Stadt ist wohlüberlegt. Wie schon bei den Kapuzinern wurde deutlich, dass die Ordensgemeinschaften gegenwärtig vor großen Herausforderungen stehen, gleichzeitig aber Lösungen suchen und finden, die ihre grundlegenden spirituellen Ideale bewahren.

Zum Abschluss des Exkursionstages nahmen die Studierenden und Lehrenden am Stundengebet der Klarissen im Dom teil. Hier bot sich die Gelegenheit, franziskanische Spiritualität unmittelbar zu erfahren.

Der kirchengeschichtliche Studientag verband damit in besonderer Weise historische Forschung und gelebte Glaubenspraxis. Er eröffnete die Möglichkeit, die Ideale von Franziskus und Klara von Assisi nicht allein als Gegenstand der Kirchengeschichte zu betrachten, sondern als lebendige Tradition kennenzulernen, die bis in die Gegenwart Menschen prägt und inspiriert.

Charlotte Diring, Steffie Schmidt, Martin Belz

Juni 2025: Osnabrücker Studierende auf den Spuren der Täuferinnen und Täufer in Münster

Zweiter kirchengeschichtlicher Studientag an der Universität Osnabrück erneut ein Erfolg – Kooperationsprojekt von evangelischen und katholischen Kirchenhistorikerinnen und Kirchenhistorikern an der Universität Osnabrück ging in die nächste Runde

12. Juni 2025 von Martin Belz

Wer waren die Täuferinnen und Täufer, deren Bewegung im Zeitalter der Reformation entstand? Welche religiösen Vorstellungen leiteten sie? Wie kam es dazu, dass sie in Münster vorübergehend die Macht übernehmen konnten? Und wie wird Täufertum heute gelebt?

Diesen Fragen widmete sich der zweite kirchenhistorische Studientag an der Universität Osnabrück, der von den Kirchenhistorikerinnen und Kirchenhistorikern der Institute für Evangelische und Katholische Theologie am 11. Juni 2025 organisiert wurde. Nach dem großen Erfolg des ersten Studientages im letzten Jahr ( Bericht) ging es dieses Mal mit rund 25 Studierenden nach Münster in Westfalen, den Schauplatz des berüchtigten Täuferreiches von 1534/1535. Die Veranstaltung stand unter dem Titel: „Auf den Spuren der Täuferinnen und Täufer in Münster. Eine erinnerungsgeschichtliche Exkursion im Rahmen des Täuferjubiläums (500 Jahre Täuferbewegung)“.

Als Ausgangspunkt der konfessionell-kooperativen Lehrveranstaltung nahmen die Organisatorinnen und Organisatoren den historischen Beginn des Täufertums, der sich 2025 zum 500. Mal jährt: Im Januar 1525 fand in Zürich die erste Glaubenstaufe statt. Daran erinnern dieses Jahr Gemeinden und Kirchen, die in der Tradition der reformatorischen Täuferbewegung stehen oder sich mit ihr verbunden fühlen, im Rahmen eines vielfältigen Veranstaltungsprogramms.

Das Gedenkjahr nahmen auch die Osnabrücker Kirchenhistorikerinnen und Kirchenhistoriker zum Anlass, um zum einen den Blick auf die Anfänge des Täufertums zu richten sowie zum anderen gegenwärtige Glaubenspraxis von Konfessionen, die in der Tradition der Täuferbewegung stehen, kennenzulernen. Die halbtägige Exkursion setzte bei den Münsteraner Ereignissen an: Dr. Jan Matthias Hoffrogge (Münster) nahm eine Studierendengruppe mit auf einen erinnerungsgeschichtlichen Stadtrundgang beginnend bei den berühmten Körben an der Lambertikirche, während sich eine zweite Studierendengruppe unter der fachkundigen Leitung von Dr. Bernd Thier (Münster) im Stadtmuseum auf die historischen Spuren des Täuferreichs begab. Im Anschluss fanden beide Gruppen in der Baptisten-Gemeinde Münster wieder zusammen, wo mit dem Pastorenehepaar Enders ein lebhaftes Gespräch über Glauben und Gemeindeleben der Baptisten sowie über den innerchristlichen Dialog entstand.

Mit diesem Programm bot der Studientag vielfältige Einblicke in Geschichte und Gegenwart des Täufertums sowie das Zusammenleben und den Austausch der Konfessionen. In ihrem Feedback äußerten sich die Studierenden sehr positiv über das innovative und konfessionsübergreifende Lehr-Lern-Format des Studientages, ein Lob, das die Organisatorinnen und Organisatoren der Veranstaltung – Prof. Dr. Steffie Schmidt, Laura-Marie Mork PhD und Dr. Andreas Liese von der Juniorprofessur für Geschichte des Christentums am Institut für Evangelische Theologie sowie Prof. Dr. Martin Belz, Kathleen Burrey M.Ed. und Dr. Markus Zimmer von der Juniorprofessur für Kirchen- und Christentumsgeschichte am Institut für Katholische Theologie – gerne aufnahmen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der in den nächsten Jahren geplanten Einführung des Christlichen Religionsunterrichts (CRU) in Niedersachsen bieten solche konfessionsübergreifenden Veranstaltungen im Rahmen des Theologiestudiums einen besonderen Mehrwert, wie die Teilnehmenden und die Dozierenden am Ende des Tages übereinstimmend bilanzierten.

 

 

Die Teilnehmenden des Studientages vor der Lambertikirche in Münster
© © Universität Osnabrück | Luca Wijsbeek
Die Teilnehmenden des Studientages 2025 in der Kirche der Baptistengemeinde Münster mit Pastorenpaar Enders
© © Universität Osnabrück | Kathleen Burrey

Drei Nominierungen der ET für den Hans Mühlenhoff-Preis 2025

Im letzten Jahr freute sich das Institut für Evangelische Theologie über gleich drei Nominierungen für den Hans Mühlenhoff-Preis für gute akademische Lehre: 

Prof. Dr. Ulrike Mittmann (Neues Testament), Prof. Dr. Steffie Schmidt (Geschichte des Christentums) und Dr. Florian Oepping (Altes Testament) wurden von ihren Studierenden für den renommierten Lehrpreis der Universität vorgeschlagen. Institut wie Nominierte freuen sich sehr über diese Auszeichung und die darin zum Ausdruck kommende Wertschätzung ihrer Lehrtätigkeit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Ulrike Mittmann (links im Bild) und Prof. Dr. Steffie Schmidt (rechts im Bild) bei der Preisverleihung im Botanischen Garten. Dr. Florian Oepping fehlt im Bild.
© Laura-Marie Mork
Prof. Dr. Ulrike Mittmann (links im Bild) und Prof. Dr. Steffie Schmidt (rechts im Bild) bei der Preisverleihung im Botanischen Garten der Uni Osnabrück. Es fehlt: Florian Oepping.

Juni 2024: „Märtyrer – Heilige – Vorbilder des Glaubens“: Kirchengeschichtlicher Studientag an der Universität Osnabrück

Großer Erfolg für Kooperationsprojekt von evangelischen und katholischen Kirchenhistorikerinnen und Kirchenhistorikern mit 70 Studierenden

10. Juni 2024 von Martin Belz

Was haben die heilige Katharina, die Lübecker Märtyrer und Felix Nussbaum gemeinsam? Was bedeutet Heiligkeit, wer gilt als Märtyrer oder Märtyrerin, wer kann Vorbild im Glauben sein? Und welche Relevanz besitzt Religionsgeschichte für die Gegenwart?

Diesen und weiteren Fragen gingen am Mittwoch, 29. Mai 2024, an der Universität Osnabrück rund 70 Studierende der Evangelischen und der Katholischen Theologie im Rahmen eines gemeinsamen kirchenhistorischen Studientags nach. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Professur für Historische Theologie Prof. Dr. Martin Jung und der Juniorprofessur für Geschichte des Christentums Prof. Dr. Steffie Schmidt, Laura-Marie Mork,  am Institut für Evangelische Theologie sowie von der Juniorprofessur für Kirchen- und Christentumsgeschichte Prof. Dr. Martin Belz, Dr. Markus Zimmer, am Institut für Katholische Theologie.

Zum Einstieg in den Studientag beleuchteten Prof. Dr. Steffie Schmidt und Prof. Dr. Martin Belz das Thema „Heiligkeit“ aus der jeweiligen konfessionellen Perspektive in kurzen Impulsvorträgen. Im Anschluss erkundeten die Studierenden in verschiedenen Gruppen vier exemplarische Lernorte mit kulturgeschichtlicher Bedeutung in Osnabrück: das   Diözesanmuseum und das   Diözesanarchiv des Bistums Osnabrück sowie die   Katharinenkirche und das   Felix-Nussbaum-Haus. In einer Abschlussrunde tauschten sich die Teilnehmenden – größtenteils angehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer – über ihre Eindrücke aus und entwickelten Ideen, wie das an den vier Stationen Gesehene und Gehörte aus kirchengeschichtsdidaktischer Perspektive im Schulunterricht Anwendung finden kann. Dr. Markus Zimmer, der die Abschlussrunde moderierte, freute sich über die vielversprechenden Ergebnisse: „Kirchengeschichtliches Lernen hat ein Potenzial, das im Religionsunterricht noch viel zu oft vernachlässigt wird.“

Die Idee zu diesem Studientag entstand bei einem ersten Vernetzungstreffen der Organisatorinnen und Organisatoren vor etwa einem Jahr. Das Ziel des Tages war zum einen, den Studierenden beider Theologien eine Ergänzung zum regulären Lehrangebot zu bieten, die speziell regionalgeschichtlich ausgerichtet und überkonfessionell relevant ist. „In und um Osnabrück gibt es so viele Orte zu entdecken, an denen Kirchengeschichte lebendig wird“, betonte der langjährige Kenner der lokalen Kirchengeschichte Prof. Dr. Martin Jung, der gemeinsam mit den Studierenden die Katharinenkirche erkundete. Zum anderen war es den Dozentinnen und Dozenten ein zentrales Anliegen, die Zusammenarbeit zwischen den beiden theologischen Instituten auszuweiten und im Bereich der Kirchen- und Christentumsgeschichte in der Lehre verstärkt zu kooperieren.

„Dass es sowohl ein Institut für Katholische Theologie als auch eines für Evangelische Theologie gibt, zeichnet den Standort Osnabrück aus und hat großes Potenzial für gemeinsame Projekte“, betonte Laura-Marie Mork, die die Koordination des Studientags übernahm. Zudem sollte durch den Studientag die Zusammenarbeit und der Austausch mit einzelnen externen Bildungsträgern in Osnabrück intensiviert werden, zu denen die Archive, die Museen und die Kirchen zählen. „Ohne die tatkräftige Unterstützung der beteiligten Institutionen hätte die Veranstaltung in dieser Form nicht stattfinden können“, dankte Prof. Dr. Steffie Schmidt im Namen der Organisatorinnen und Organisatoren den institutionellen Kooperationspartnern, speziell Friederike-Andrea Dorner vom Diözesanmuseum, Kerstin Lübbers vom Museumsquartier und Dr. Georg Wilhelm vom Diözesanarchiv.

Die Studierenden zeigten sich von dem Studientag äußerst angetan: „Die Führungen an den verschiedenen Lernstationen waren didaktisch sehr gut durchdacht“, resümierte ein Teilnehmer. Und eine weitere Teilnehmerin ergänzte: „Besonders gut gefallen hat mir, dass in den Impulsvorträgen zu Beginn des Studientags die Perspektiven beider Theologien auf das Thema aufgezeigt wurden – gerade im Hinblick auf den geplanten Christlichen Religionsunterricht (CRU) in Niedersachsen ist das ein Gewinn für uns Studierende.“

Über das positive Feedback der Studierenden freuen sich die Dozentinnen und Dozenten sehr: „Die große Resonanz des Tages bei den Studierenden zeigt den Erfolg unserer Idee“, wie Prof. Dr. Martin Belz bilanzierte. Über eine Fortsetzung des innovativen Lehrformats, die einige Teilnehmende im Anschluss an den Studientag anregten, werde bereits nachgedacht. Themen aus der Religions- und Kirchengeschichte, die Relevanz für die Gegenwart besitzen und Potenzial für den Schulunterricht entfalten können, gibt es jedenfalls genug.

Pressebericht zum Studientag

Am 12. Juli 2024 ist in der Online-Ausgabe der Bistumszeitung "Kirchenbote" des Bistums Osnabrück ein Pressebericht zum Studientag erschienen: Janne Aufderhaar, Theologie studieren in Osnabrück. Studientag mit Überraschung, in: aus.sicht. Aus Kirche und Gesellschaft, 12. Juli 2024

Die Mitglieder der Projektgruppe Studientag 2024 der Uni Osnabrück stehen im Schlossinnenhof und lächeln in die Kamera
© Jens Raddatz
In Vorfreude auf die gemeinsame Veranstaltung kurz vor Beginn: das Organisationsteam v.l.n.r.: Laura-Marie Mork, Prof. Dr. Martin Belz, Prof. Dr. Martin Jung, Dr. Markus Zimmer, Prof. Dr. Steffie Schmidt

Zwei Nominierungen für den Lehrpreis der Universität

Im Juni 2024 wurden mit Talisa Groß (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neues Testament) und Prof. Dr. Steffie Schmidt (Juniorprofessorin für Geschichte des Christentums) gleich zwei Lehrende des Instituts für Evangelische Theologie von ihren Studierenden für den Hans Mühlenhoff-Preis für gute akademische Lehre nominiert. Wir freuen uns über diesen Erfolg und die darin zum Ausdruck kommende Wertschätzung engagierter Lehre durch unsere Studierenden!

Talisa Groß und Steffie Schmidt lächeln in die Kamera
© Universität Osnabrück
Freuen sich über die Auszeichnung: Talisa Groß (links) und Steffie Schmidt (rechts)