© Elena Scholz

Forschungsprofil

Forschungsprofil des IIT

Das Forschungsprofil des Instituts für Islamische Theologie reicht von der islamischen Geistesgeschichte über normative Grundlagen bis hin zu Herausforderungen in Gesellschaft, Bildung, Kultur und Politik. 
Besondere Schwerpunkte liegen in der islamischen Mystik und ihrer klassischen Tradition. 

Ebenso werden Wechselbeziehungen zwischen Vertretern der Theologieschulen und der Philosophie sowie die Wirkungsgeschichte im islamischen Denken untersucht. Ergänzt wird dies durch die Erforschung der Kalām-Tradition in der Moderne sowie neuer Ansätze in der Kalāmwissenschaft. 

Im Bereich der Normenlehre werden theoretische Grundlagen des islamischen Rechts, zentrale Begriffe sowie Ziele der Rechtstheorien untersucht. Zeitgenössische Fragestellungen spielen dabei eine wichtige Rolle. 

In sozialwissenschaftlicher Perspektive werden muslimische Gemeinden und Verbände vor dem Hintergrund ihrer Professionalisierung, des Generationenwandels sowie ihrer transnationalen Verflechtungen untersucht. Die muslimische Wohlfahrtspflege und ihre Einbindung in bestehende Strukturen sind dabei ebenso Gegenstand der Forschung wie Prozesse religiöser Individualisierung, Säkularisierung und Konversion. Ein eigener Schwerpunkt gilt der Radikalisierungsforschung und Extremismusprävention. 

Ein weiteres Forschungsfeld umfasst die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Radikalisierung, Fundamentalismus, Islamismus und Antisemitismus. Im Mittelpunkt steht die Frage, unter welchen individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen Radikalisierungsprozesse entstehen und welche Faktoren ihre Entwicklung beeinflussen. Berücksichtigt werden unter anderem biografische und psychosoziale Aspekte, soziale Beziehungen, Gruppendynamiken sowie Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Anerkennung.

Daran anknüpfend bildet die Radikalisierungsprävention einen weiteren Schwerpunkt. Untersucht werden Ansätze und Handlungskonzepte der Präventionsarbeit sowie deren Bedeutung für die Soziale Arbeit. Im Fokus stehen lebensweltorientierte und systemische Zugänge sowie die Zusammenarbeit mit jungen Menschen und Familien, Gemeinden, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Ziel ist es, Radikalisierungsprozesse differenziert zu verstehen und daraus wissenschaftlich fundierte Ansätze für Prävention, Beratung und Soziale

Schließlich bildet der islamische Religionsunterricht ein eigenständiges Forschungsfeld. Hierbei werden Fragen der Kompetenzorientierung, der Lernwirksamkeit und der fachdidaktischen Grundlagen im Blick auf die Lebenswelt muslimischer Schülerinnen und Schüler sowie die Herausforderungen und Chancen einer pluralen Gesellschaft untersucht. Interreligiöses Lernen und der Dialog mit anderen Weltanschauungen gehören ebenso dazu.