Tagungen
Tagungen und Symposien
Wesentlicher Impetus des IIT ist es, den kritisch-wissenschaftlichen Diskurs, die Forschung und den Wissens- und Wissenschaftstransfer unter Berücksichtigung vorgefundener gesellschaftlicher Realitäten, d.h. sowohl theorie- als auch praxisbezogen, zu forcieren, um dadurch auch die Profilierung der noch jungen, sich im Entwicklungsprozess befindenden islamischen Wissenschaftsdisziplinen voranzutreiben. Die auf den Tagungen thematisierten intra- wie interdisziplinären, pädagogisch-didaktischen, methodologisch-hermeneutischen u.a. Fragenkomplexe und Prämissen sind daher auch als gleichsam „wissenschaftspropädeutisch“ zu betrachten.
Vor diesem Hintergrund werden mit der Hinwendung zu prominenten Wegbereitern der islamischen Wissenschaften, wie z.B. Said Nursi (November 2010) und Abu Hamid al-Ghazali (Oktober 2011), deren Gedankengut und prägende Einflussnahmen auf religiöse Strömungen auch stärker biografisch orientierte Schwerpunkte gesetzt und als solche kontextualisiert. Insbesondere die internationale Fachtagung „900 Jahre al-Ġazālī im Spiegel der islamischen Wissenschaften – Perspektiven für eine Islamische Theologie in Deutschland“ (Oktober 2011) bot umfangreiche Antworten auf islamisch-theologische Fragestellungen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus rund sechs Ländern befassten sich hier in Panels und Podiumsdiskussionen mit den unterschiedlichen Disziplinen der Islamischen Theologie, wie der Philosophie, Mystik und Jurisprudenz sowie dem Verständnis von Wissen (ʿilm) und Gelehrsamkeit.
Im Juni 2012 veranstaltete das Zentrum für Islamische Theologie Münster/Osnabrück gemeinsam eine Tagung zu dem Thema „Islamische Seelsorge zwischen Herkunft und Zukunft: Von der theologischen Grundlegung zur konkreten Praxis in Deutschland“ am Standort Osnabrück. Die Einführung der Islamischen Theologie in die akademische Landschaft Deutschlands wurde hierbei als ein geeigneter Rahmen für eine konzeptionelle Entfaltung islamischer Ansätze in der Seelsorge genutzt. Ausgehend von der Reflexion seelsorgerischer Praxis in christlichen und islamischen Tätigkeitsfeldern und deren theologischer Begründung diente die Tagung dazu, Konzepte für eine islamische Seelsorge auszuarbeiten und zu reflektieren.
Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung wurde im September 2012 die internationale Fachtagung „Alevitentum in Deutschland – Geschichte erforschen, Gegenwart gestalten“ abgehalten. Anliegen der Tagung war es, eine Brücke von religionshistorischen Fragestellungen bis hin zu den aktuellen Entwicklungen alevitischen Lebens in Deutschland zu schlagen.
Auch sind die Veranstaltungen am IIT als wichtige Impulsgeber für die Entwicklung einer zeitgemäßen und kultursensiblen Islamischen Religionspädagogik in Deutschland zu betrachten. So fanden 2009 die Fachtagungen „Islamischer Religionsunterricht in Deutschland: Fachdidaktische Konzeptionen, Ausgangslage, Erwartungen und Ziele“ (Dezember 2009) sowie „Religionen in der Schule und die Bedeutung des Islamischen Religionsunterrichts“ (Januar 2009) statt. Hier waren die Erörterungen der mit der Einführung eines Islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen verknüpften pädagogisch-didaktischen und rechtlichen Fragestellungen von zentraler Bedeutung.
Von großer Relevanz sind darüber hinaus Fachtagungen, die sich mit der Ausbildung des religionspädagogischen und seelsorgerischen Personals in deutschen Moscheevereinen beschäftigten. Dazu gehörten bislang die mit der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstalteten Tagungen „Imamausbildung in Deutschland: Islamische Theologie im europäischen Kontext“ (Februar 2010), „Imame und Moscheegemeinden im Integrationsprozess“ (Juni 2010) sowie „Die Rolle der muslimischen Frauen in den Moscheegemeinden“ (September 2010). Von den verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen bis hin zu den Zielen und Inhalten der Imamausbildung wurden in diesem Rahmen diverse relevante Fragestellungen wissenschaftlich erörtert, diskutiert und zusammengetragen. Dabei fanden auch Modelle aus dem Ausland, wie beispielsweise der Schweiz oder der Türkei, Berücksichtigung.
Die Ausrichtung von Tagungen, die z.T. auch als Reihen stattfinden, wird häufig erst ermöglicht und optimiert durchdie finanzielle Unterstützung wie auch inhaltlich-konzeptionelle Mitarbeit treuer Kooperationspartner und Sponsoren. Zu nennen sind hier zuvorderst das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Fritz Thyssen Stiftung. Allen Partnern gilt der aufrichtigste Dank der gesamten Belegschaft des IIT.