Frauen – Theologie – Kirche
Frauen – Theologie – Kirche
Reformdynamiken und die Frage nach sakramentalen Ämtern für Frauen
Aus interkulturellen und internationalen Perspektiven werden in dieser Forschungslinie an der Professur für Dogmatik mit Fundamentaltheologie feministisch-theologische und weltkirchliche Grundlagenreflexionen zu sakramentalen Ämtern und kirchlicher Reform angestellt. Im Dienst synodaler, weltkirchlicher Reformdynamiken erweist sich die Frage nach den sakramentalen Ämtern als ein zentrales Thema, insbesondere auch im Horizont von Geschlechtergerechtigkeit.
Ausgangspunkt für die Entwicklung der interkulturell-feministischen Perspektive in der Systematischen Theologie von Prof. Dr. Dr. h.c. Margit Eckholt war ihr Forschungsaufenthalt 1993-1995 an der PUC Santiago de Chile (als Feodor-Lynen-Stipendiatin und Gastprofessorin an der theologischen Fakultät). Im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements für ICALA – Intercambio cultural alemán-latinoamericano hat Margit Eckholt – vor allem mit der argentinischen Theologieprofessorin Dr. Virginia Aczcuy (theologische Fakultät der UCA Buenos Aires) – das Frauenförderprogramm von ICALA angestoßen. Die Vernetzung der argentinischen Theologinnenvereinigung Teologanda, die 2001 gegründet worden ist, mit AGENDA – Forum katholischer Theologinnen, hat Margit Eckholt in den Jahren ihrer Vorstandstätigkeit für AGENDA vorangetrieben. Im März 2018 fand der 2. Deutsch-Argentinische Theologinnenkongress in Buenos Aires zum Thema einer Frauen-Friedenstheologie statt (gefördert von der DFG).
Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt seit Beginn der 2000er Jahre auf der Auseinandersetzung mit sakramentalen Ämtern für Frauen, vor allem mit dem Frauendiakonat und Perspektiven einer diakonischen Kirche, auf dem Hintergrund der Reformdynamiken des Zweiten Vatikanischen Konzils. Zusammen mit der Dogmatikerin Dorothea Sattler (Universität Münster) und den evangelischen Kolleginnen Ulrike Link-Wieczorek und Andrea Strübind (Universität Oldenburg) wurde im Dezember 2018 der Kongress „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ (Thyssen-Förderung) an der Universität Osnabrück durchgeführt.
Der systematisch-theologische Fokus der „Christusrepräsentanz“ hat sich als Schlüssel für die Debatte um den Ausschluss von Frauen von den Weiheämtern herauskristallisiert. Die Frage der Christusrepräsentanz ist dabei mit einer Revision der Geschlechteranthropologie verbunden, wie sie bereits die Osnabrücker Theologin Elisabeth Gössmann (1928-2019) angestoßen hat, die 2017 das Ehrendoktorat an der Universität Osnabrück erhalten hat.
Die Mitarbeit auf dem Synodalen Weg der Ortskirche in Deutschland (2020-2026) hat Margit Eckholt von Beginn an mit internationalen Perspektiven verknüpft. Im Oktober 2025 fand eine von ICALA in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universidad Católica de Córdoba organisierte wissenschaftliche Tagung zu Fragen von Geschlechtergerechtigkeit, Demokratie und Synodalität statt. Im Rahmen des interkontinentalen Kommentarprojekts Vatican II - Event and Mandate hat Margit Eckholt einen Fokus auf die feministisch-theologische Perspektive der Konzilsrezeption gelegt.
Damit ist auch ein feministisch-theologischer Blick auf die missionarische Tätigkeit von Frauen verbunden; so konnte Margit Eckholt 2018 eine Forschungsarbeit zur Mission der Don Bosco-Schwestern in Patagonien und auf Feuerland (Argentinien) durchführen. Diese Perspektiven sind in den letzten Jahren durch die Auseinandersetzung mit der Missionstheologie der Steyler Missionarin Schwester Sixta Kasbauer (1888-1973) weiterentwickelt worden.