Kon­fes­si­ons­be­zo­ge­ne Dif­fe­renz­sen­si­bi­li­tät im Re­li­gi­ons­un­ter­richt für al­le

Der Religionsunterricht von heute sieht sich mit neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, bei denen man nicht mehr auf eine konfessionell und religiös homogene, sondern säkulare und religiös plurale Schülerschaft trifft, konfrontiert. Um auf die heterogenen gesellschaftlichen Bedingungen und damit verbundenen neuen Herausforderungen adäquat reagieren zu können, wird versucht, neue Modelle des Religionsunterrichts zu konzipieren. Eines dieser Modelle ist der Religionsunterricht für alle in Hamburg, wo ein dialogischer Raum geschaffen wird, an dem verschiedene Religionen und Weltanschauungen gleichberechtigt anerkannt werden und der Vielfalt an Religionen in Hamburg entsprochen werden kann. Gerade im Kontext eines multireligiösen Religionsunterrichts stellt sich die Frage nach der Rolle der Lehrkraft, wobei der spezifischen Professionalisierung von Religionslehrkräften ein großer Faktor bei der Qualitätssicherung und den Gelingensbedingungen von Religionsunterricht zugesprochen werden kann.

Das Forschungsprojekt widmet sich dem Religionsunterricht für alle und im speziellen dem Feld der Unterrichts- und Professionsforschung der dort eingesetzten Lehrkräfte, mit dem Anspruch, auch über die regionalen Grenzen Hamburgs hinaus relevant zu sein. Vor dem Hintergrund des multireligiösen Charakters eines Religionsunterrichts für alle rücken spezielle Erkenntnisinteressen in den Fokus. Durch die Durchführung des Projekts sollen mit Rücksicht auf religiös-weltanschaulich-heterogene Lerngruppen Erkenntnisse über die individuelle Positionalität, über heterogenitätsfähiges Unterrichten und Konfessionalität von Lehrkräften erlangt werden. Des Weiteren sollen unter dem Anspruch konfessionsbezogener Differenzsensibilität sowohl Herausforderungen als auch Gelingensfaktoren des Religionsunterrichts für alle erschlossen und Bedarfe an die Lehrerfortbildungen herausgearbeitet werden.

Die Forschungsmethode zeichnet sich durch eine Kombination von qualitativen Zugängen (bspw. Gruppeninterviews) und inhaltsanalytischen Auswertungen (bspw. Unterrichtsmaterialien) aus, um optional auch Professions-, Fortbildungs-, und Materialforschung miteinander verschränken zu können.

Projektzeitraum: 1.12.2022-30.11.2025
Förderung: Erzbistum Hamburg

Publikation:

J. Woppowa, Konfessionsbezogene Differenzsensibilität im Religionsunterricht für alle. Analysen – Interpretationen – Empfehlungen, Paderborn 2022, abrufbar unter:  https://digital.ub.uni-paderborn.de/urn/urn:nbn:de:hbz:466:2-40827