Religionspädagogik angesichts des jüdisch-christlichen Dialogs: komparativ – antisemitismuskritisch – dialogisch
Die durch die Konzilserklärung Nostra aetate ausgelösten Neuaufbrüche im Verhältnis zwischen Judentum und Christentum sind bis heute bleibender Auftrag für eine Religionspädagogik christlicher Provenienz und ihre Theorien religiöser Bildung. Das Denken insbesondere deutsch-jüdischer Philosophen, Pädagogen und Bildungstheoretiker des 20. Jahrhunderts (wie Martin Buber, Franz Rosenzweig, Ernst Simon, Josef Walk u. a.) aber auch über diese Epoche hinaus ist dabei ein wichtiger Impulsgeber für die gegenwärtige und zukünftige Gestaltung religiöser Bildung in der postmodernen Gesellschaft. So sind im Forschungsansatz einer vergleichenden Religionspädagogik entsprechende Fragestellungen noch präziser auszuloten: etwa nach einem neu zu profilierenden Begriff religiösen Lernens, nach einem angemessenen Verhältnis von Theorie und Praxis in der lernenden Begegnung mit spezifischen Glaubenstraditionen, im Ausloten eines ideologiekritischen Widerstandspotenzials religiöser Bildung etc.
Auf dieser hermeneutischen und theologischen Grundlage hat die Religionspädagogik der bleibenden Aufgabe gerecht zu werden, eine antisemitismuskritische Bildung zu gewährleisten, zu fördern und zu gestalten. Das betrifft die Professionalisierung von Lehrkräften ebenso wie die kritische Analyse von Bildungsmedien, aber auch die Entwicklung von Lernmaterialien, die in besonderer Weise aus einem Dialog zwischen Judentum und Christentum heraus entstehen.
Publikationen in Auswahl:
- Jan Woppowa (2015), Religionspädagogik in der Spur von Nostra Aetate, in: R. Boschki/J. Wohlmuth (Hg.), Nostra Aetate 4. Wendepunkte im Verhältnis von Kirchen und Judentum – bleibende Herausforderung für die Theologie, Paderborn, 61-72.
- Winfried Verburg/Jan Woppowa (Hg.), Religion unterrichten 6 (2025), H. 1. Themenheft „Antisemitismuskritik“. https://www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com/journal-religion-unterrichten
- Judentum und Christentum feiern das Leben, erarbeitet von Christoph Dohmann, Michael Fresta, Mark Krasnov, Nurith Schönfeld und Jan Woppowa (Einfach Religion. Interpretationen, Unterrichtsmodell für das 5. bis 8. Schuljahr), Paderborn 2025 (in Erarbeitung).