Jüdische Perspektiven auf das Neue Testament: Inspirierender Vortrag von Christian Rutishauser

Der diesjährige Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille Dr. Christian Rutishauser, Jesuit und Professor für Judaistik und Theologie sowie Leiter des Instituts für jüdisch-christliche Forschung an der Universität Luzern, hat einen inspirierenden Abendvortrag in der Schlossaula gehalten. Unter dem Titel „Das Neue Testament als jüdische Schrift gelesen“ hat Rutishauser zunächst einige unverzichtbare Grundlagen präsentiert, um die Texte des Neuen Testaments ohne antijüdische Vorurteile und Stereotype wahrzunehmen und zu verstehen.

Herzstück seines Vortrags vor über 60 Zuhörer:innen war ein entschiedenes Plädoyer für eine dialogische Bibellektüre: Er deutete ausgewählte Perikopen und Jesuserzählungen aus den Evangelien in intertextueller Weise auf der Folie des Ersten Testaments bzw. im Dialog mit dem Schrifttum des rabbinischen Judentums. Rutishauser konnte damit ganz neue Einsichten und Erkenntnisse aufzeigen, die sich aus der Komplementarität einer solchen dialogischen Bibellektüre heraus entwickeln können. Der in Kooperation zwischen der Universität Osnabrück und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V. veranstaltete Vortrag war ebenso auf hermeneutisch-wissenschaftlicher Ebene anregend und innovativ wie inspirierend und perpektiveneröffnend für verschiedene religiöse Praxisfelder wie Liturgie oder Religionsunterricht.