073/2026
Auszeichnung für künstlerische Exzellenz und mediale Innovationskraft

Universität Osnabrück verleiht Ehrendoktorwürde an Pianisten Igor Levit

Die Universität Osnabrück hat den Pianisten Igor Levit mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Sie würdigt damit seine künstlerische Exzellenz, innovative Musikvermittlung und sein gesellschaftliches Engagement.

Der Pianist Igor Levit ist einer der profiliertesten deutschen Künstler der Gegenwart. Für seine außergewöhnliche künstlerische Exzellenz, seine neuen Ansätze der Musikvermittlung sowie seinen unermüdlichen Einsatz für Humanität, Toleranz und Demokratie hat der Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften auf Vorschlag des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück Igor Levit die Ehrendoktorwürde verliehen. 

Bei der feierlichen Verleihung im Osnabrücker Schloss betonte Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger, Vizepräsident der Universität Osnabrück: „Lassen Sie uns mit der heutigen Verleihung der Ehrendoktorwürde an Herrn Igor Levit nicht nur ihn und sein Schaffen feiern, sondern uns auch ein Beispiel an seiner Leidenschaft und seinem Engagement nehmen. Möge dies uns alle inspirieren, für eine kulturell vielfältige sowie demokratische und offene Gesellschaft einzutreten.“

„Igor Levit ist wegweisend in der Entwicklung neuer, innovativer Zugangswege zur klassischen Musik im digitalen Zeitalter“, sagte darüber hinaus Prof. Dr. phil. Christoph Louven vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Uni Osnabrück. „Mit seinen vielfältigen Aktivitäten im Netz zeigt er, wie auf spannende und innovative Weise die Vermittlung der kulturellen Tradition an die Generation der Digital Natives gelingen kann.“ 

Igor Levit wurde 1987 in Gorki in der damaligen Sowjetunion geboren. Bereits im Alter von drei Jahren erhielt er von seiner Mutter – einer habilitierten Musikpädagogin – ersten Klavierunterricht. Mit sechs Jahren gab er sein erstes Konzert. 1995 kam seine Familie als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Hannover. Heute gilt er als einer der bedeutendsten klassischen Musiker seiner Generation, dessen Interpretationen von Beethoven bis Schostakowitsch international Maßstäbe setzen.

Einem breiten Publikum wurde Levit, der mittlerweile in Berlin lebt, abseits der klassischen Konzertsäle während der Corona-Pandemie bekannt: Seine mehr als 50 „Hauskonzerte“ wurden während der Lockdowns auf Instagram und dem damals noch existierenden Twitter von Millionen Menschen verfolgt. 

Seine Prominenz nutzt er darüber hinaus, um deutlich Stellung gegen Antisemitismus und jegliche Form von Ausgrenzung zu beziehen. Dieses Engagement wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet. 

Durch die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Osnabrück darf Igor Levit künftig den akademischen Titel Dr. h. c. tragen. Der 39-Jährige nahm diese Auszeichnung mit Freude entgegen: „Musik zu vermitteln bedeutet, Ohren und Herzen für das Unbekannte zu öffnen – wer lernt, genau hinzuhören, entwickelt auch Empathie für seine Mitmenschen.“ 

 

Weitere Informationen für die Medien: 
Prof. Dr. Christoph Louven, Universität Osnabrück
Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik  christoph.louven@uni-osnabrueck.de

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