Den Auftakt bildeten drei Posterpräsentationen von Studierenden, in denen sie die Ergebnisse eines Forschungsseminars präsentierten, das Prof. Dr. Benjamin Zander und Marvin Babienek durchgeführt hatten. Im Mittelpunkt standen unterschiedliche Vereinstypen – von kleinen, überwiegend ehrenamtlich organisierten Vereinen bis hin zu großen, hauptamtlich organisierten Mehrspartenvereinen. Dadurch wurde sichtbar, wie unterschiedlich Sportvereine den Ganztag wahrnehmen, welche organisationalen Voraussetzungen sie mitbringen und welche pädagogischen Orientierungen ihr Handeln prägen. Im anschließenden Gallery Walk und einer gemeinsamen Abschlussdiskussion wurden die Ergebnisse vertieft, miteinander in Beziehung gesetzt und übergreifende Themen identifiziert. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion war, dass der Ausbau des Ganztags wechselseitiges Verständnis für unterschiedliche Organisationskulturen, verlässliche Kommunikationsstrukturen und ausreichende Ressourcen erfordert. Zugleich wurde deutlich, dass Sportvereine als Bildungsakteure keineswegs eine homogene Gruppe darstellen. Vielmehr unterscheiden sie sich erheblich hinsichtlich ihrer Strukturen, Zielsetzungen und Handlungsmöglichkeiten – eine Vielfalt, die in der öffentlichen Diskussion bislang häufig zu wenig berücksichtigt wird.
Insgesamt zeigte die Veranstaltung, wie gewinnbringend der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis sein kann. Gleichzeitig wurde der Wunsch formuliert, den begonnenen Dialog fortzuführen und künftig weitere Perspektiven aus dem Ganztag – etwa von Schulen – einzubeziehen. Die Reihe „Sportwissenschaft im Dialog“ wird damit auch künftig ein Forum bieten, um aktuelle sportwissenschaftliche Forschung mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen und unterschiedlichen Praxisperspektiven zusammenzubringen.