Lehre
Der Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft versteht sich als sportsoziologisch ausgerichteter fachwissenschaftlicher Arbeitsbereich. Im Kern geht es um die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Strukturen und sozialen Prozessen des Sports. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Veranstaltungen zum Sportunterricht, zum Sport im Ganztag, zu informellen Sportpraktiken sowie auf der Frage, wie schulische und außerschulische Bewegungswelten miteinander in Beziehung stehen. Weitere Themen umfassen allgemeine soziologische Perspektiven sowie die Analyse spezifischer gesellschaftlicher Phänomene wie Migration und Demokratie/Extremismus im (Schul-)Sport. Neben der fachwissenschaftlichen Ausrichtung ist die Lehre konsequent auf die Zielgruppe der Studierenden bezogen – insbesondere auf Lehramtsstudierende. Ein differenziertes Bewusstsein über diese Zielgruppe der Sportlehramtsstudierenden (mit ihren verschiedenen Schulform- und Schulstufenprofilen) bildet eine zentrale didaktische Orientierung. Dabei werden die spezifischen Anforderungen des späteren Berufsfeldes ebenso mitgedacht wie die übergeordneten Ziele universitärer Bildung. Bildung wird dabei in einer Doppelperspektive verstanden: als berufsfeldbezogene Qualifizierung und als Persönlichkeitsentwicklung.
Die Lehre in den konkreten Veranstaltungen ist konsequent kompetenzorientiert ausgerichtet. Für jede Veranstaltung wird expliziert, welchen Beitrag sie zur professionellen Entwicklung der Studierenden leistet. Inhalte werden dabei nicht additiv vermittelt, sondern exemplarisch eingesetzt und an den formulierten Kompetenzerwartungen ausgerichtet. Im Sinne eines konsequenten Constructive Alignment sind auch Prüfungsformate transparent gestaltet und eng an die angestrebten Lernergebnisse gebunden.
Ein besonderes Merkmal ist die Verbindung von fachwissenschaftlicher Fundierung und forschendem Lernen. Projektorientierte Lehrformate, insbesondere mit Elementen des Service Learning, ermöglichen reale und ernsthafte Lernerfahrungen. Studierende bearbeiten konkrete gesellschaftliche Problemstellungen im Feld des Sports – etwa im Kontext informeller Sportpraktiken oder im Bereich des Sports im Ganztag. Wissenschaft wird so als relevanter und wirksamer Weltzugang erfahrbar.
Zugleich versteht der Arbeitsbereich das Studium als Raum erweiterter Handlungsmöglichkeiten: als geschützten Diskussionsraum, in dem komplexe Fragen verhandelt, Positionen geprüft und Handlungsalternativen entwickelt werden können – in einer Form, die im späteren Berufsalltag häufig nicht in gleicher Weise möglich ist.
Neben forschungs- und projektorientierten Formaten gehören auch Lehrveranstaltungen aus der Didaktik und Methodik der Bewegungsfelder zum Profil des Arbeitsbereichs. Bewegungserfahrungen und deren reflexive Durchdringung im Hinblick auf Fragen der zugrundeliegenden Didaktik und Methodik werden dabei systematisch miteinander verschränkt.
Ein zentrales Anliegen ist darüber hinaus eine verlässliche und transparente Begleitung der Studierenden. Studierendenorientierung bedeutet hier nicht Absenkung fachlicher Erwartungen, sondern im Gegenteil: individuelle Unterstützung zur bestmöglichen Erreichung anspruchsvoller Ziele. Der Grundsatz lautet dabei, alle Studierenden gleich gut individuell zu begleiten. Zugleich evaluieren wir unsere Lehre kontinuierlich. Wir verfolgen den Anspruch, uns im direkten Austausch mit Studierenden weiterzuentwickeln.
Lehrende im Arbeitsbereich
Die folgenden Kurzporträts geben Einblick in die jeweiligen Lehrschwerpunkte, thematischen Profile und persönlichen Lehrhaltungen.
Lehrveranstaltungen und inhaltliche Schwerpunkte
- Vorlesung Einführung in Sport und Gesellschaft
- Vertiefungsveranstaltungen zur Vorlesung
- Masterkolloquium (qualitativ)
- Fachspezifisches Studienprojekt
- Wahlpflichtveranstaltungen, u. a. zu:
- Informeller Sport
- Sport im Ganztag
- Verhältnis schulischer und außerschulischer Bewegungspraktiken
In Veranstaltungen der Didaktik und Methodik der Bewegungsfelder bin ich derzeit nur punktuell tätig; mein Schwerpunkt liegt in der fachwissenschaftlichen Lehre.
Lehrhaltung und didaktisches Selbstverständnis
Ein zentrales Anliegen meiner Lehre ist es, Service Learning als verbindendes Element von Wissenschaft und gesellschaftlicher Praxis zu realisieren. Mich leitet die Überzeugung, dass Universität sich realen gesellschaftlichen Problemstellungen widmen sollte – solchen, die außerhalb der Universität bestehen und dort nicht selbstverständlich bearbeitet werden.
In entsprechenden Projekten – etwa im Kontext der Initiierung einer Webseite zum informellen Sport – erleben Studierende Soziologie praktisch: durch die Interaktion mit Menschen, das Kennenlernen von Organisationen und die Analyse konkreter Problemstellungen. Sie erfahren, dass wissenschaftliche Arbeit einen tatsächlichen Beitrag zur Weiterentwicklung gesellschaftlicher Themen leisten kann.
Gleichzeitig ist es mir wichtig, Studierende sowohl für gesellschaftlich relevante Themen aus ihrer eigenen Lebenswelt als auch für Wissenschaft selbst zu begeistern. Wissenschaft verstehe ich als inspirierende Praxis, die Urteils- und Analysefähigkeit stärkt und über konkrete Anwendungsbezüge hinaus neue Horizonte für die Persönlichkeitsentwicklung eröffnet.
Forschung bildet für mich den zentralen Treibstoff der Lehre. Eigene Forschungsarbeiten fließen kontinuierlich in meine Veranstaltungen ein, zugleich entstehen aus Lehrsituationen neue Perspektiven für die Forschung. Auch meine Vorlesungen verstehe ich als dialogische Räume, in denen Forschung und gesellschaftliche Fragen miteinander ins Gespräch kommen und Studierende aktiv beteiligt werden.
Lehrveranstaltungen und inhaltliche Schwerpunkte
- Didaktik und Methodik Schwimmen, Tauchen, Wasserspringen - Einführung & Vertiefung
- Vertiefungsveranstaltungen zur Vorlesung Einführung in Sport und Gesellschaft
- Wahlpflichtveranstaltungen, u. a. zu:
- Migration und Sport
- Konflikte im Sport
Lehrhaltung und didaktisches Selbstverständnis
Meine Lehre ist davon geprägt, wissenschaftliche Perspektiven mit konkreten Handlungsfeldern des Sports und der Bewegung zu verbinden. Dabei verstehe ich Hochschullehre als einen Raum, in dem Studierende nicht nur Wissen erwerben, sondern lernen, dieses in unterschiedlichen Kontexten reflektiert anzuwenden und weiterzuentwickeln.
In meinen Veranstaltungen zur Didaktik und Methodik der Bewegungsfelder steht die Entwicklung professioneller Kompetenzen im Vordergrund. Am Beispiel des Schwimmens werden didaktische und pädagogische Fragestellungen mit der eigenen Bewegungspraxis verknüpft. Studierende planen und erproben Unterrichtssituationen, verbessern ihre eigene Leistungsfähigkeit und entwickeln Sicherheit im demonstrativen Vermitteln von Bewegungen. Ziel ist es, sie auf komplexe Handlungssituationen vorzubereiten und ihre professionelle Handlungskompetenz zu stärken.
Meine Seminare richten den Blick auf Sport und Bewegung als gesellschaftliche Phänomene. Dabei werden unterschiedliche Kontexte – auch über die Schule hinaus – in den Blick genommen, deren Bedeutung für den schulischen Sport jedoch stets mitgedacht wird. Die behandelten Themen orientieren sich sowohl an aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen als auch an meinen eigenen Forschungsschwerpunkten. Auf diese Weise entsteht eine enge Verschränkung von Forschung und Lehre, die Studierenden ermöglicht, theoretische Konzepte auf konkrete Praxisfelder zu beziehen und kritisch zu reflektieren.
Lehre und Forschung stehen für mich in einem wechselseitigen Verhältnis: Inhalte aus laufenden Forschungsprojekten fließen in die Lehre ein, während gleichzeitig Diskussionen und Fragestellungen aus den Lehrveranstaltungen neue Impulse für die Forschung liefern. Ziel ist es, Studierende zu einer reflektierten, analytischen und handlungsfähigen Auseinandersetzung mit Sport in unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen zu befähigen.
Lehrveranstaltungen und inhaltliche Schwerpunkte
- Seminar Schulische und außerschulische Bewegungspraxis (M5)
- Didaktik und Methodik des „Bewegen auf rollenden und gleitenden Geräten“ (M23)
In Veranstaltungen der Didaktik und Methodik der Bewegungsfelder bin ich punktuell in den Sportarten Skateboarding (Rollen) und Snowboarding (Gleiten) tätig. Mein Schwerpunkt liegt jedoch in der fachwissenschaftlichen Lehre in den Bereichen Sportsoziologie und Sportpädagogik.
Lehrhaltung und didaktisches Selbstverständnis
Ein zentrales Anliegen meiner Lehre ist es, Studierende dazu zu befähigen, individuelle Fragestellung zur Sportkultur selbstständig vertiefen und bearbeiten zu können. Hierfür werden zunächst hermeneutische Arbeitsweisen zur Strukturierung vorhandenem Wissen und der Eingrenzung individueller Erkenntnisinteressen systematisiert, wobei auch bestehende Kompetenzen aus verwandten Fachkulturen (Nebenfächern) gewertschätzt werden.
Ein expliziter Schwerpunkt liegt auf der empirischen Ausbildung im Bereich qualitativer Forschungsmethoden. Im Kontext der Lehramtsausbildung wird zwischen unterschiedlichen Forschungsdesigns der pädagogischen Wirkungsforschung, etwa durch gezielte Intervention und Evaluation von Schulsportprojekten, oder ethnographischen Felduntersuchungen außerschulischer Bewegungskulturen differenziert. Die empirische Ausbildung mündet im Sinne forschenden Lernens in der Durchführung individueller Studienprojekte. Die selbstständige Durchführung individueller Studienprojekte umfasst sowohl die Auswahl und Anwendung passender Erhebungs- und Auswertungsverfahren, als auch die Präsentation und Reflexion zentraler Ergebnisse in unterschiedlichen Formaten, vom Studierendenkolloquium über die mediale Präsentation auf Webseiten ( Webseite Informeller Sport) bis hin zu begleiteten wissenschaftlichen Publikationen auf der Grundlage von Abschlussarbeiten.
Meine Lehrveranstaltungen stehen im direkten Kontakt mit lokalen und überregionalen Kooperationspartner:innen, mit denen gezielte gesellschaftliche Problemstellungen identifiziert und bearbeitet werden.
Gleichzeitig ist es mir ein zentrales Anliegen, dass die Lehrinhalte immer im Kontext der Ausbildung der Studierenden, vorwiegend im Lehramt, stehen und ein Transfer zu zukünftigen beruflichen Handlungsfeldern ermöglicht wird. Die eigenen Forschungsergebnisse werden genutzt, um bestehende Sportverständnisse kritisch zu hinterfragen sowie letztlich die eigene Persönlichkeit als Lehrende und Forschende zu fördern.
Zudem bieten meine Lehrveranstaltungen Möglichkeiten zur Erprobung neuer Bewegungserfahrungen sowie didaktisch-methodischer Inszenierungen von eigenen Unterrichtsideen.
Lehrveranstaltungen und inhaltliche Schwerpunkte
- Fachspezifisches Studienprojekt
- Didaktik und Methodik „Laufen, Springen, Werfen“
Lehrhaltung und didaktisches Selbstverständnis
Meine Lehrveranstaltungen zielen darauf ab, Studierende sowohl fachlich als auch persönlich in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Ein zentraler Bestandteil meiner Lehre im Bereich Didaktik und Methodik der Bewegungsfelder ist die Vermittlung umfangreicher Kompetenzen, die Studierende dazu befähigen sollen, Sportunterricht bewusst zu planen, umzusetzen und kritisch zu reflektieren. Dabei sollen sie Bewegungen nicht nur theoretisch verstehen, sondern diese auch selbst erleben und erproben, um aus einer reflektierten Perspektive heraus eigenverantwortliche Entscheidungen im Lehrer/-innenberuf treffen zu können.
Zugleich verstehe ich die universitäre Lehre auch als Raum, um Begeisterung für wissenschaftliches Arbeiten und insbesondere für vielfältige sportsoziologische Themen zu wecken. Studierende sollen sowohl durch die theoretische Auseinandersetzung mit spannenden Forschungsthemen als auch anhand eigener empirischer Erhebungen erfahren, dass wissenschaftliche Tätigkeiten ihnen neue Perspektiven auf die Wechselwirkungen von Sport und gesellschaftlichen Phänomenen eröffnen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für mich die Wertschätzung von Individualität. Grundlage der gemeinsamen Arbeit in meinen Seminaren ist demnach eine offene und wertschätzende Lernatmosphäre, in der unterschiedliche Perspektiven Raum finden. Vielfalt wird dabei als positive Ressource verstanden, anerkannt und aktiv in den gemeinsamen Lernprozess integriert. So entsteht ein Austausch auf Augenhöhe, der verschiedene Erfahrungen, Hintergründe und Sichtweisen produktiv miteinander verbindet.