Bioanalytische Chemie

Die Abteilung Bioanalytische Chemie unter Leitung von  Prof. Dr. Florian Fröhlich beschäftigt sich mit der Frage, wie Zellen den Fettstoffwechsel regulieren. Mithilfe der Bäckerhefe als Modellorganismus sollen damit die molekularen Grundlagen gelegt werden, um zu verstehen, wie Störungen des Fettstoffwechsels Krankheiten verursachen können.

Molekulare Mechanismen des Fettstoffwechsels

Die Membranen aller Eukaryonten werden aus Lipiden der drei Hauptklassen – Glycerophospholipide, Sterole und Sphingolipide – gebildet. Alle Membranen der verschiedenen Organellen weisen dabei eine spezifische Lipidsignatur auf. Für die Funktion der Organellen und damit auch der Zellen ist es von entscheidender Bedeutung, diese Lipidsignaturen aufrecht zu erhalten. Außerdem haben Zellen die Fähigkeit, ihre Membranen an verschiedene äußere Bedingungen anzupassen. Ist diese Fähigkeit beeinträchtigt, geht dies oft mit der Entstehung verschiedener Krankheiten einher, wie neurodegenerativer Erkrankungen.

Die grundlegenden Prozesse der Regulierung des Lipidstoffwechsels untersucht die Abteilung Bioanalytische Chemie in dem Modellorganismus Saccharomyces cerevisiae, der Bäckerhefe. Alle grundlegenden Lipidstoffwechselwege, die in Säugern vorkommen, sind in der Hefe konserviert und können untersucht werden. Dabei geht es in erster Linie um die Fragen:

  1. Welche Enzyme sind für die Herstellung der verschiedenen Lipide verantwortlich?
  2. Was sind die molekularen Mechanismen, die diese Enzyme für die Herstellung von Lipiden nutzen?
  3. Und wie können diese Prozesse reguliert werden, um sich an Veränderungen der Umgebung anzupassen?

Analytische Methoden zur Untersuchung des Fettstoffwechsels

Um den obgenannten Fragestellungen nachzugehen, nutzt die Abteilung Bioanalytische Chemie eine vielseitige Kombination verschiedenster Methoden. Zum einen werden die verschiedenen, meist membranständigen, Enzyme des Lipidstoffwechsels aus Hefe aufgereinigt und in selbst hergestellten Membransystem untersucht. Ein langfristiges Ziel ist hierbei, komplette Lipidbiosynthesewege außerhalb der Zelle zu rekonstruieren, um deren Regulation untersuchen zu können. Die in vitro gewonnen Ergebnisse sollen dann im Zellmodell bestätigt werden.

Neben klassischen biochemischen, zellbiologischen und genetischen Methoden nutzt die Abteilung Bioanalytische Chemie auch die massenspektrometrische Analyse von Proteinen und Lipiden (Proteomics und Lipidomics). Damit kann die genaue Protein- und Lipidzusammensetzung von Zellen in unterschiedlichen Bedingungen genaustens analysiert werden.

Neuigkeiten aus der Abteilung Bioanalytische Chemie

Schematische Darstellung einer Zellmembran bestehend aus länglichen, strukturiert angeordneten Gebilden
© Jennifer Sapia

Bioanalytische Chemie: Startschuss für neues Projekt zu Erforschung von Fettmolekülen

Wie stellen menschliche Zellen Fettmoleküle her und wie wird diese Produktion in Zellen reguliert? Damit befasst sich ein neues Forschungsprojekt der Abteilung Bioanalytische Chemie, das am 1. April gestartet ist.

Eine Collage aus drei Portraits, zwei Männer und eine Frau
© Janathan Juarez, Niklas Kästner, privat

Ausgezeichnete Masterarbeiten: Preise für Lukas Kruckemeyer, Kira Brümmer und Daniel Kodde

Der Fachbereich Biologie/Chemie hat die besten Masterarbeiten des vergangenen Jahres gekürt. Die Verleihung der Auszeichnungen durch Dekan Prof. Dr. Marco Beeken fand am 04.12.2025 im Rahmen der Weihnachtsfeier des Fachbereichs statt.

Kontakt zur Abteilung : Bioanalytische Chemie

Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie / Chemie
Barbarastraße 13
49076 Osnabrück

 +49 541 969-3422
 florian.froehlich@uni-osnabrueck.de

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