Zoologie
Die Abteilung Zoologie unter der Leitung von Prof. Dr. Achim Paululat und PD Dr. Heiko Harten erforscht die genetischen und molekularen Ursachen angeborener Organfehler. Besonders schaut das Team dabei auf Gene, die die Funktion der Zellen sicherstellen. Ein Schwerpunkt der Forschung befasst sich mit intrazellulären Membransystemen und mit Herzerkrankungen des Menschen, die in Fruchtfliegen “nachgestellt” und analysiert werden.
Translationale Biologie - von Menschen und Fliegen
In der Abteilung Zoologie erforschen wir Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster), um Erbkrankheiten besser zu verstehen. 70 % aller menschlichen Gene finden sich auch im Genom einer Fliege. Und obgleich sich Menschen und Fliegen stark unterscheiden, funktionieren die Gene der Fliege auf Zellniveau genauso wie die des Menschen.
Und Fliegen können, genau wie wir, Erbkrankheiten besitzen, die die Funktion des Herzens, der „Nieren” oder der Sinnesorgane beeinträchtigen. Herzrhythmusstörungen, fehlende Beweglichkeit der Spermien oder versagende Schadstoffentsorgung sind Probleme, die Fliegen genauso betreffen können wie uns Menschen. Die Abteilung für Zoologie erforscht die genetischen, molekularbiologischen und zellulären Grundlagen der Entwicklung von Geweben und Organen. So versuchen wir eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung zu schlagen.
Modernste Untersuchungsmethoden stehen uns zur Seite
Ob menschliches Herzgewebe oder ein Fliegenherz: Heute stellen wir im Team mit unseren Elektronenmikroskopikern Herzzellen dreidimensional bei allerhöchster Auflösung dar. Erst solche state-of-the-Art-Methoden ermöglichten beispielsweise die Entdeckung von mitochondrialen Schäden in TMEM43-Herzpatienten und in Fliegen, die dieselbe Erbkrankheit tragen. Unsere massenspektroskopischen, molekularen und bildgebenden Forschungen an diesem ARVC‑Type‑5‑Kardiomyophatie‑Drosophila‑Modell helfen so, Krankheiten zu verstehen und langfristig Maßnahmen zur Linderung oder Heilung zu entwickeln.
Im Team mit anderen Forschungsinstitutionen
Moderne Forschung erfordert ein sehr umfangreiches Methodenspektrum und Teamarbeit über Fächer und Orte hinweg. So kooperieren wir in unseren von der DFG geförderten Forschungsprojekten unter anderem mit Kolleginnen und Kollegen aus Kiel, Manchester, Münster, Marburg und Bielefeld. Unsere klinisch nahestehenden Studien führen wir in Kooperation mit dem Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen durch.