Studium Fundamentale
Hier finden Sie ausführliche Informationen zu den Studium-Fundamentale-Veranstaltungen im Wintersemester 2025/2026.
Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag | |
|---|---|---|---|---|---|
| 08:15-09:00 | Prof. Dr. Joost Holthuis | Prof. Dr. Kerstin Bartscherer | Prof. Dr. Christian Kost | Dr. Marc Schulte | Prof. Dr. Jürgen Heinisch |
| 09:00-09:45 | Prof. Dr. Nico Dissmeyer | Prof. Dr. Sabine Zachgo | Prof. Dr. Arne Möller | Prof. Dr. Jacob Piehler | Prof. Dr. Michael Hensel |
| 09:45-10:15 | Kaffeepause | Kaffeepause | Kaffeepause | Kaffeepause | Kaffeepause |
| 10-15-11:00 | Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl | Dr. Felix Scharte | Prof. Dr. Roland Brandt | Prof. Dr. Achim Paululat | Treffen der Mentorengruppe (fakultativ)* |
| 11:00-11:45 | Einführung in Prof. Dr. Joost Holthuis | Prof. Dr. Christian Ungermann | Prof. Dr. Chadi Touma | Prof. Dr. Florian Fröhlich | |
| 11:45-12:45 | Mittagspause | Mittagspause | Mittagspause | Mittagspause | Mittagspause |
| 12:45-13:30 | Treffen der Mentorengruppe (fakultativ)* | Treffen der Mentorengruppe (fakultativ)* | Dr. Florian Fiebelkorn | Treffen der Mentorengruppe (fakultativ)* | Treffen der Mentorengruppe (fakultativ)* |
| 13:30-14:15 | Ly Lutte | ||||
| 14:15-17:00 | Treffen der Mentorengruppe (fakultativ)* |
*Individuelle Absprache der Räume und Zeiten innerhalb der zugeordneten Mentorengruppen mit der Mentorin bzw. dem Mentor.
Seminar 1: 17.12.2025 | 8:00 - 12:00
Seminar 2: 18.12.2025 | 8:00 - 12:00
Vorlesungen
Die Ars moriendi sind zwei verwandte lateinische Texte mit Ratschlägen, wie man nach den christlichen Geboten des späten Mittelalters “gut sterben” kann. Sie wurden im historischen Kontext der makabren Schrecken des Schwarzen Todes geschrieben. Das Konzept eines guten und geordneten („programmierten“) Tod ist auch auf zellulärer Ebene von entscheidender Bedeutung. In jeder Sekunde begehen Millionen Zellen unseres Körpers Selbstmord, damit anderen Leben können. Die Vorlesung beleuchtet, wie dieser Vorgang erstmals von einem fleißigen jungen australischen Studenten aufgezeichnet wurde und sich in der Folge zu einem hochdynamischen Forschungsgebiet mit einem enormen Potenzial für die Herstellung von Medikamenten gegen Krebs, Autoimmunerkrankungen und Parkinson entwickelte.
Termin: 13.10.2025, 08:15 - 09:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Die heutige molekulare Pflanzenforschung ist ähnlich divers, komplex und vielschichtig, wie beispielsweise die medizinische Grundlagenforschung. Was mich persönlich fasziniert sind sowohl die unstrittigen Paralleleln zwischen, zum Beispiel, Mensch und Pflanze auf molekularer Ebene und dann wiederum das krasse Gegenteil, nämlich die völlig unterschiedlichen molekularen „Verkabelungen“. In dieser Vorlesung, auf die ich mich sehr freue, werde ich Beispiele für den Facettenreichtum der aktuellen Pflanzenwissenschaft aufzeigen und Ihnen einige richtungsweisende Durchbrüche vorstellen. Themen umfassen u.a. Synthetische Biologie, Genscheren, Molekulares Farming in Pflanzen. Es wird auch um Perspektiven dieser Forschungsrichtung in puncto Landwirtschaft und Welternährung und Carbon Capture gehen.
Termin: 13.10.2025, 09:00 - 09:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Die Regenerationsforschung hat in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte erzielt und eröffnet vielversprechende Perspektiven für die Medizin. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Forschung an den grundlegenden Mechanismen der Regeneration in Tieren, angefangen bei einfachen Plattwürmern bis hin zu Säugetieren. Wir werden außerdem aktuelle Therapieansätze vorstellen, die auf diesen Erkenntnissen beruhen, und dabei sowohl die Möglichkeiten als auch die Herausforderungen der regenerativen Medizin erörtern. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf der Rolle von Stammzellen und den aus ihnen gezüchteten Geweben liegen. Ziel des Vortrags ist es, ein Verständnis für die aktuelle Forschungslage zu vermitteln und das Interesse an diesem spannenden Feld zu wecken.
Termin: 14.10.2025, 08:15 - 09:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Pflanzen schaffen als autotrophe Lebewesen mit ihrer enormen Vielfalt und Anpassungen an alle Klimazonen die Grundlage für unser Leben auf der Erde. Der aktuelle rasante Artenschwund durch Habitatverlust, Umweltverschmutzung und Klimawandel verringert die Stabilität von Ökosystemen und ihre Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen. Es daher essentiell pflanzliche Diversifizierungs- und Anpassungsmechanismen zu verstehen: Wie entstehen adaptive morphologische und biochemische Innovationen bei Pflanzen? Welche Rolle spielt pflanzliche Diversität für die Nahrungsmittel- und Ressourcenversorgung, Medikamentenproduktion, Klimaschutz und mentales Wohlbefinden? Pflanzliche Biodiversität - und Kenntniserwerb darüber wie diese entsteht und geschützt werden kann - sichert unsere Lebensgrundlage und eine nachhaltige Zukunft.
Termin: 14.10.2025, 09:00 - 09:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Nahrung ist die Grundlage eines jeden Organismus für seine Existenz. Heutzutage redet jeder gerne mit, wenn es um Ernährung geht - und hat dazu auch sehr klare Meinungen. Oft wird aber nicht verstanden, wozu Ernährung dient und was wofür benötigt wird. In der Vorlesung gehen wir interaktiv auf Bedeutung der Ernährung für den Metabolismus ein und erörtern die Grundlagen der Ernährung am Beispiel des Menschen. In dem Zusammenhang besprechen wir Mythen – zu Diäten, Vitamine, Fetten, Proteinen oder verschiedenen Zuckern wie Honig oder Fruchtzucker. Die Vorlesung schlägt dabei den Bogen vom Metabolismus zur Zellbiologie.
Termin: 14.10.2025, 11:00 - 11:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Wir leben in einer extrem spannenden Zeit. Große Herausforderungen warten darauf von uns bewältigt zu werden. Denken Sie zum Beispiel an die globale Erwärmung, der Verlust der Artenvielfalt, das vermehrte Aufkommen Antibiotika-resistenter Keime oder globale Pandemien (z.B. Corona). Bei all diesen Problemen spielt die Ökologie bzw. Evolutionsbiologie eine zentrale Rolle. Die gute Nachricht ist, dass wir dank moderner Methoden dazu in der Lage sind, die Ursachen dieser Phänomene zu verstehen und sie so zu bekämpfen. In der Vorlesung werden aktuelle Arbeitsfelder der Ökologie besprochen sowie der Arbeitsschwerpunkt der Arbeitsgruppe für Ökologie vorgestellt: die Entstehung von Kooperation.
Termin: 15.10.2025, 08:15 - 09:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Die Entwicklung von Medikamenten ist eng mit biochemischen, strukturbiologischen und molekularbiologischen Ansätzen verwandt. Typischerweise wirken Medikamente auf Proteine (oder Proteingruppen), die durch die Interaktion z.B. stimuliert oder blockiert werden. Ein erheblicher Anteil von Zielproteinen sind als Membranproteine in die Doppellipidschicht eingebettet, die unsere Zellen umgibt. Bevor ein potenzieller Wirkstoff marktreif ist und an Patienten ausgegeben werden, kann muss dieser intensiv getestet und sorgfältig charakterisiert werden. Dabei geht es nicht nur darum die Wirksamkeit der neuentwickelten Komponente nachzuweisen, sondern auch darum negative Effekte oder allzu starke Nebenwirkungen zu vermeiden. In meiner Vorlesung werde ich auf die Grundlagen der Medikamentenentwicklung eingehen und diese in den biologischen Kontext einordenen.
Termin: 15.10.2025, 09:00 - 09:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Als Recheneinheit im Gehirn fungieren Module aus einer begrenzten Zahl von Nervenzellen, die über kleine, modulierbare Kontaktstellen, sogenannte Synapsen, miteinander verbunden sind. Diese biologischen Recheneinheiten unterscheiden sich in wesentlichen Aspekten von ihren Computer-Gegenstücken, den CPUs: Sie sind strikt auf ihre Aufgabe optimiert, das Überleben der Spezies in der realen Welt zu sichern; sie reagieren historisch, zeigen eine hohe Plastizität und sind vielfach modulierbar. Als biologisches und evolutionäres Produkt weisen sie zudem eine hohe Variationsbreite auf und sind anfällig für Umwelt- und Alterungsprozesse, was ihnen eine gewisse Unberechenbarkeit verleiht. Gleichzeitig sind sie entwicklungsfähig und fehlerfreundlich. In der Vorlesung wird erörtert, wie zentrale Aspekte der Funktionsweise des Gehirns und damit von uns selbst und unserem Denken durch diese Unterschiede bestimmt werden und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
Termin: 15.10.2025, 10:15 - 11:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Der Einsatz von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken wird in der Gesellschaft oft kontrovers und emotional diskutiert. Leider behindern dabei häufig fehlende Kenntnisse über Fakten zu Hintergründen und Zusammenhängen im Bereich der Versuchstierkunde die Diskussion und erschweren einen konstruktiven Dialog. In diesem Beitrag sollen entsprechende Fachinformationen präsentiert und die Rahmenbedingungen und Notwendigkeiten für den Einsatz von Tieren in der Forschung dargestellt werden, um einen kritischen Diskurs und die inhaltliche Auseinandersetzung auch mit Alternativmethoden zu ermöglichen. Anhand von Beispielen aus der Osnabrücker Biologie sollen Einblicke in die Nutzung von Versuchstieren in der biomedizinischen Forschung gegeben werden und eine ethische Abwägung der Nutzung einbeziehen.
Termin: 15.10.2025, 11:00 - 11:45
Ort: Hörsaal 35/E01
In dieser Vorlesung tauchen wir ein in die menschliche Psyche, um zu verstehen, wie wir fühlen, denken und handeln, besonders wenn es um die beiden Themen „Nachhaltige Ernährung“ und den „Schutz von Biodiversität“ geht. Das Ziel unserer Abteilung ist es unter anderem, Bildungs- und Informationsmaterialien zu entwickeln, die Menschen zu einem nachhaltigeren Verhalten motivieren. In der Vorlesung werden beispielhafte Forschungs- und Bildungsprojekte unserer Abteilung vorgestellt.
Termin: 15.10.2025, 12:45 - 13:30
Ort: Hörsaal 35/E01
Der menschliche Körper muss permanent Angriffe von pathogenen Bakterien und Viren, aber auch von eigenen, entarteten Zellen abwehren. Diese Aufgabe wird durch ein hochdifferenziertes Immunsystem geleistet, das über ein breites Arsenal von verschiedenen Abwehrmechanismen verfügt. Grundprinzip der Immunabwehr ist die Fähigkeit, infizierte und entartete Zellen zu erkennen und gezielt zu attackieren. Allerdings besteht dadurch auch immer die Gefahr, körpereigene Zellen und Gewebe zu schädigen, was im schlimmsten Fall zu Autoimmunerkrankungen führt . Die Vorlesung stellt auf der Basis der Grundprinzipien unseres Immunsystems die Möglichkeiten und Risiken dieser „Verteidigung mit verbundenen Waffen“ vor.
Termin: 16.10.2025, 09:00 - 09:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Wir besprechen anhand von ausgewählten Beispielen, wie Gene die Entwicklung eines Lebewesens steuern und so das Schicksal eines jeden Individuums, ob Pflanze, Tier oder Mensch, zu beeinflussen vermögen. Warum werden die meisten von uns mit zwei Augen, einer Nase, zwei Beinen, zehn Fingern und vierundzwanzig Rippen geboren - und einige von uns nicht? Warum hören die meisten von uns im Teenageralter auf zu wachsen - während andere einfach weiterwachsen? Gibt es das auch bei Tieren? Das Genom macht uns zu dem, was wir sind. Aber wie? Und können wir von Tiermodellen lernen?
Termin: 16.10.2025, 10:15 - 11:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die zu fortschreitendem Muskelabbau und Lähmung führt. Neben 90 % der sogenannten sporadischen Fälle führen Mutationen in etwa 15 verschiedenen Genen ebenfalls zu ALS. Genetische Mutationen, vor allem in den Genen SOD1, C9orf72 und TDP-43, spielen eine zentrale Rolle bei der Krankheitsentwicklung. Zusätzlich werden Umweltfaktoren wie Schwermetalle oder toxische Exposition als mögliche Auslöser diskutiert. Es wird erläutert, welchen Einfluss diese genetischen und externen Faktoren auf Proteine und Lipide der Zellen haben und wie dies zum Absterben von Motoneuronen führen kann. Abschließend werden neue Forschungsergebnisse und therapeutische Ansätze zur Verzögerung des Krankheitsverlaufs vorgestellt.
Termin: 16.10.2025, 11:00 - 11:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Neben Tieren, Pflanzen und Bakterien wird das Reich der Pilze häufig unterschätzt. Außer einigen essbaren und wenigen giftigen Arten, wird vor allem die Wein-, Bier- und Bäckerhefe vom Menschen seit Jahrtausenden. Allerdings wird auch ein Großteil des weltweiten Kohlenstoffs durch filamentöse Pilze gebunden und sie gehören zu den größten lebenden Organismen. Die meisten Gefäßpflanzen sind auf die Symbiose mit Pilzen angewiesen. In unseren Wäldern ist alles über deren Hyphen im „Wood Wide Web“ miteinander verbunden. Schließlich sind es die Pilze mit denen wir in Zukunft Energie aus nachwachsenden Rohstoffen gewinnen und biologisch abbaubares Bau- und Verpackungsmaterial herstellen werden. Pilze haben das größte Potenzial die Welt zu retten, wenn wir sie nur richtig verstehen.
Termin: 17.10.2025, 08:15 - 09:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Von der Minute der Geburt an wird unser Körper von Mikroorganismen besiedelt, und bleibt es bis Lebensende. Diese Mikroorganismen, vor allem Bakterien, bilden komplexe Gemeinschaften aus, die als Mikrobiome bezeichnet werden. Mikrobiome unterschieden sich in den verschiedenen Bereichen unseres Körpers wie Haut, Schleimhaut, oder Verdauungstrakt. Die Vorlesung wird Techniken zur Analyse der Zusammensetzungen und Leistungen von Mikrobiomen, und die Rolle von Mikrobiomen bei unserer Ernährung und Ausbildung unseres Immunsystems einführen. Zudem sollen Zusammenhänge zwischen Mikrobiomen und Krankheiten, und neue Mikrobiom-orientierte Therapien besprochen werden.
Termin: 17.10.2025, 09:00 - 09:45
Ort: Hörsaal 35/E01
Gastvorträge
Ein Einblick in das, was das Biologiestudium in Osnabrück so besonders macht. Von der ehemaligen Professorin für Biodidaktik und heutigen Präsidentin der Universität Osnabrück.
Termin: 13.10.2025, 10:15 - 11:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Felix Scharte studierte Biowissenschaften mit dem Schwerpunkt auf Zell- und Molekularbiologie an der Universität Osnabrück. 2018 begann er seine Promotion in der Abteilung Mikrobiologie bei Prof. Michael Hensel, die er 2022 erfolgreich abschloss. Anschließend arbeitete er kurzzeitig als Postdoktorand in derselben Arbeitsgruppe und übernahm parallel die Koordination der Graduiertenschule des Sonderforschungsbereichs 944 im Fachbereich Biologie. Seit April 2023 ist er als Wissenschaftler am international renommierten Laboratory of Molecular Biology in Cambridge tätig. Dort forscht er in der Arbeitsgruppe von Felix Randow an den Mechanismen der zellautonomen angeborenen Immunität – also daran, wie einzelne Zellen Infektionen selbstständig erkennen und abwehren können.
Termin: 14.10.2025, 10:15 - 11:00
Ort: Hörsaal 35/E01
Interaktiver Workshop darüber, wie KI genutzt werden kann, um die Entwicklung wichtiger akademischer Fähigkeiten zu unterstützen, anstatt sie zu untergraben.
Termin: 15.10.2025, 13:30 - 14:15
Ort: Hörsaal 35/E01
Marc Schulte studierte Biowissenschaften mit Schwerpunkt auf Zell- und Molekularbiologie an der Universität Osnabrück. Im Jahr 2017 startete er sein Promotionsprojekt am Zentrum für zelluläre Nanoanalytik (CellNanOS) in der Abteilung Mikrobiologie von Prof. Michael Hensel. Nach seiner Promotion im Jahr 2020, arbeitete er als Post Doktorand in der Gruppe von Prof. Michael Hensel weiter, bevor er eine Stelle bei der Vanguard AG antrat. Als Leitung des Labors für technsiche Hygiene und der Hygienekonzeption trägt er die Gesamtverantwortung des internen Prüflabors. Darüber hinaus ist er für die Festlegung der Reinraumanforderungen und Überwachungsmaßnahmen für alle Produktionsstandorte verantwortlich sowie für die Festlegung der Anforderungen und Maßnahmen bezüglich Personal-, Arbeitsplatz- und Raumhygiene.
Termin: 16.10.2025, 08:15 - 09:00
Ort: Hörsaal 35/E01