Herausragende Forschung zur Biodiversität im Magergrasland: Doktorarbeit von Franz Löffler gleich mehrfach ausgezeichnet

Wissenschaftliche Studien zu den Ursachen des Biodiversitätsverlusts sind bedeutender denn je. Für seine Forschung in diesem Bereich erhielt der Osnabrücker Biologe Dr. Franz Löffler im vergangenen Jahr mehrere Forschungspreise.

Der alarmierende Schwund der Biodiversität und der damit verbundene Verlust an Ökosystemleistungen stellt unsere Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Um uns diesen zu stellen, benötigen wir fundierte, wissenschaftliche Arbeiten zu den treibenden Faktoren des Biodiversitätsverlustes. Dr. Franz Löffler, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Biodiversität und Landschaftsökologie, hat sich vor diesem Hintergrund in seiner Doktorarbeit mit den Auswirkungen des Landnutzungs- und Klimawandels auf die Biodiversität im Magergrasland auseinandergesetzt.

Große Herausforderungen für den Naturschutz

Löfflers durch das Promotionsstipendienprogramm der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderte Doktorarbeit verdeutlicht die großen Herausforderungen, vor denen die Naturschutzpraxis gegenwärtig steht. Die Ergebnisse liefern eindeutige Belege dafür, dass eine Abnahme der Qualität und Größe des Magergraslands sowie die zunehmende Isolation von Flächen die Überlebenswahrscheinlichkeit vieler lebensraumtypischer Arten drastisch reduzieren. Mit seinen Studien konnte Löffler zudem zeigen, dass vor allem wärmeliebende, mobile Arten, die in der Lage sind, große Distanzen zwischen verbliebenen Habitaten zu überbrücken, mit dem Klimawandel Schritt halten können.

“Im Gegensatz müssen wir davon ausgehen, dass der Mangel geeigneter Lebensräume die Anpassungsmöglichkeiten von weniger mobilen, spezialisierten Arten in fragmentierten Landschaften stark einschränkt”, so Löffler. “Da eine derartige Entwicklung langfristig zu gravierenden Veränderungen der Lebensgemeinschaften des Graslands führen könnte, sollten dringend Maßnahmen ergriffen werden, die die Resilienz dieses Lebensraumtyps gegenüber dem Klimawandel erhöhen.”

Hohe wissenschaftliche Qualität und großes persönliches Engagement

Für seine innovativen und zugleich praxisnahen Forschungsbeiträge wurde Franz Löffler im vergangenen Jahr gleich dreifach ausgezeichnet: mit dem Dissertationspreis der International Association for Landscape Ecology (IALE-D Graduate Award), dem Förderpreis Wissenschaft der Gregor Louisoder Umweltstiftung und dem RES Award for Early Career Entomologist der Royal Entomological Society. Die Preisstifter hoben dabei besonders die hohe wissenschaftliche Qualität der Studien hervor, die von großem persönlichem Engagement getragen werden.

 

Dissertation:

Löffler, F. (2021): Global warming meets habitat fragmentation – Challenges for biodiversity conservation in semi-natural grasslands. Universität Osnabrück.

Verwandte Nachrichten

Vier Männer und eine Frau stehen vor dem Eingang des CellNanOs, auf einem Schild ist in einem roten Kreis die Gebäudenummer „38“ zu erkennen.
© Hermann Pentermann

Besuch vom Regierungschef: Ministerpräsident Olaf Lies zu Gast im Forschungszentrum CellNanOs

Das CellNanOs mit seiner hochmodernen Imaging-Infrastruktur bietet sowohl Forschenden als auch Studierenden der Uni Osnabrück einzigartige Möglichkeiten. Davon konnte sich nun auch der niedersächsische Regierungschef im Rahmen einer Führung überzeugen.

Drei Männer und eine Frau blicken auf einen Pflanzkasten.
© Alexandra Lohstroh

Klimaschutz braucht Vielfalt: Botanischer Garten an Wildpflanzenschutz-Projekt beteiligt

Anfang 2026 startete ein Vorhaben, das auf die bedeutenden Beiträge des botanischen Artenschutzes für einen natürlichen Klimaschutz gerichtet ist. Einer der Projektpartner ist der Botanische Garten der Uni Osnabrück.

Ein Huhn blickt in die Kamera, im Hintergrund sind weitere Hühner zu sehen.
© Anke Schmitter

Richtiges Fangen und Halten: Neues verhaltensbiologisches Projekt mit Legehennen

Die meisten der der 45 Millionen Legehennen in Deutschland leben in Volierensystemen. Gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersucht ein Forschungsteam der Osnabrücker Biologie, wie tierschonendes Fangen und Verladen umgesetzt werden kann.

Zwei Frauen mit Kittel und blauen Handschuhen im Labor, die vordere hält eine Pipette.
© SchlarmannMedia / Universität Osnabrück

Die Osnabrücker Biologie stellt sich vor: Neuer Film über die Forschung in unserer Fachgruppe

Für alle, die sich einen Eindruck von der Forschung in der Osnabrücker Biologie verschaffen möchten, gibt es nun ein neues Angebot: Ein etwa dreiminütiges Video, in dem verschiedene Angehörige unserer Fachgruppe zu Wort kommen.