Wichtige Rolle im Fettstoffwechsel von Zellen: Team der Osnabrücker Biologie entschlüsselt Enzym-Struktur

In einer aktuellen Studie haben Forschende der Osnabrücker Biologie die Struktur eines entscheidenden Enzyms im Lipidstoffwechsel von Hefezellen entschlüsselt: der sogenannten Ceramid-Synthase.

Fette bzw. Lipide erfüllen in Zellen unterschiedliche Funktionen. Sie sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen, fungieren als Energiespeicher oder Signaltransduktoren und sind Bausteine für verschiedene zelluläre Strukturen. In einer aktuellen Studie haben Forschende der Osnabrücker Biologie die Struktur eines entscheidenden Enzyms im Lipidstoffwechsel von Hefezellen entschlüsselt: der sogenannten Ceramid-Synthase.

Die Ceramid-Synthase ist verantwortlich für die Herstellung einer bestimmten Klasse von Lipiden, der Ceramide. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Lipidmolekülen, die in allen eukaryontischen Zellen vorkommen und eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Struktur der Plasmamembran spielen. Mittels Kryo-Elektronenmikroskopie haben Forschende aus der Abteilung Bioanalytische Chemie (Leitung: Prof. Dr. Florian Fröhlich) und der Abteilung Strukturbiologie (Leitung: Prof. Dr. Arne Möller) nun erstmals die Struktur des Enzyms in Zellen der Bäckerhefe entschlüsselt. Diese erlaubt nun eine Bestimmung des aktiven Zentrums des Enzyms sowie des Reaktionsmechanismus. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift  Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Das Projekt setzt die Zusammenarbeit zwischen den beiden Gruppen bei der strukturellen und funktionellen Analyse von an der Ceramid-Biosynthese beteiligten Enzymen fort. Bisherige Studien erschienen im letzten und in diesem Jahr in den Fachzeitschriften  Nature Communications und  Cell Reports.

 

Publikation:

Jan-Hannes Schäfer, Lena Clausmeyer, Carolin Körner, Bianca Esch, Verena Wolf, Jennifer Sapia, Yara Ahmed, Stefan Walter, Stefano Vanni, Dovile Januliene, Arne Moeller & Florian Fröhlich (2024):  Structure of the yeast ceramide synthase. Nature Structural & Molecular Biology.

Verwandte Nachrichten

In einem Hörsaal sitzen Personen und blicken auf eine Frau, die unter ihnen sitzt und in ein Mikrofon spricht
© Niklas Kästner

„Fesselnd, inspirierend, motivierend“: Internationales Symposium zu Biomembranen an der Uni Osnabrück

Vom 26. bis zum 28. August 2026 fand in der Osnabrücker Biologie das internationale Symposium „Spatial-temporal interrogation of living membranes“ statt. Organisiert wurde es vom Graduiertenkolleg 2900 in Kooperation mit der Summer School des MemBioMed-Masterstudiengangs.

Aufnahme einer Petrischale mit kleinen kreisrunden Baktereinkulturen
© Christian Kost, Ghada Yousif

Nachbarschaftshilfe: Bodenbakterien versorgen sich gegenseitig mit Nährstoffen

Eine Studie der Abteilung Ökologie in Kooperation mit Forschenden der Universität Cambridge zeigt, dass Bodenbakterien in nutzbringenden Gemeinschaften leben und häufig Nährstoffe miteinander austauschen. Die Arbeit ist in „Nature Microbiology“ erschienen.

Veranstaltungsplakat für das International Symposium „Spatial-temporal interrogation of living membranes“ (MemBioMed/RTG2900) vom 26. bis 28. August 2026 an der Universität Osnabrück. Das Bild zeigt links ein Foto eines gelben Barockgebäudes und rechts eine Liste der Sprecher und Organisatoren auf rotem Hintergrund
© Universität Osnabrück

Internationales Symposium zur Erforschung des komplexen Verhaltens von Zellmembranen

Im August findet in der Osnabrücker Biologie das internationale Symposium „Spatial-temporal interrogation of living membranes“ statt. Organisiert wird die Veranstaltung von der RTG 2900 gemeinsam mit der Summer School des Masterstudiengangs „MemBioMed“.

Eine Frau und ein Mann halten vor einem Pflanzenhintergrund ein Molekül-Modell in den Händen.
© Cilian Kock

Team der Abteilung Botanik widerlegt Annahme: Pflanzen können Ergothionein selbst herstellen

Eine neue Studie von Forschenden aus der Abteilung Botanik zeigt, dass zahlreiche Pflanzen das Antioxidans Ergothionein (EGT) selbst produzieren. Bislang galt EGT ausschließlich als ein Produkt, das von Pilzen und bestimmten Bakterien synthetisiert wird.