Literatur- und Kulturwissenschaft
Die Literatur- und Kulturwissenschaften an unserem Institut befassen sich mit literarischen und kulturellen Darstellungen aus dem gesamten englischsprachigen Raum, von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart.
Studierende der Literatur- und Kulturwissenschaften erwerben Fähigkeiten, mit denen sie Sonette und Social-Media-Beiträge, die Theaterstücke von Shakespeare und die Romane von Melville ebenso analysieren können wie afrofuturistische Musikvideos oder afroamerikanische Gefängnisliteratur.
Unsere Kursangebote geben den Studierenden die Möglichkeit, sich sowohl mit traditionellen Formen und etablierten Kanons als auch mit neueren Medien und historisch marginalisierten Texten und Stimmen auseinanderzusetzen. Die an unserem Institut entwickelten Fähigkeiten zum kritischen Denken und zur Kommunikation bereiten Absolventen der Literatur- und Kulturwissenschaften auf eine Vielzahl von Karrieren in Bereichen wie Bildung, Wissenschaft, Medien, Verlagswesen, Übersetzung und verschiedenen Kultur- und Forschungseinrichtungen vor.
Im Bereich der englischen Literatur- und Kulturwissenschaften bieten wir einen Überblick über die Literatur (Fiktion, Drama, Lyrik, Essays) und die Kultur (Ideen über Menschlichkeit, Politik, Religion etc.) englischsprachiger Länder von der Renaissance (16. Jahrhundert) bis zur Gegenwart, mit einem besonderen Schwerpunkt auf drei Bereichen:
- Shakespeare und Kultur der Renaissance. Durch das Lesen von Shakespeares Stücken können wir die Ursprünge unserer Vorstellungen von Menschlichkeit, Gesellschaft und unserem Platz in der Welt erforschen.
- Literatur und Kultur des viktorianischen Englands (ca. 1830 bis 1914)
- Kinder- und Jugendliteratur: Vom viktorianischen Zeitalter an waren Großbritannien und Irland besonders produktiv bei der Erstellung hochwertiger Kinderliteratur und -lyrik; heutzutage sind englischsprachige Fantasy und spekulative Fiktion ein weltweites Phänomen. Viele dieser Texte eignen sich für pädagogische Zwecke und sollten insbesondere für diejenigen von Interesse sein, die eine Lehrtätigkeit anstreben.
- Britisch-Indien: Anhand von Texten, die im neunzehnten Jahrhundert über Indien geschrieben wurden, können wir widersprüchliche Diskurse und Einstellungen gegenüber Kulturen untersuchen, die die Briten als fremdartig, abstoßend und/oder faszinierend empfanden. Wir können zudem untersuchen, wie die Briten von den Indern wahrgenommen wurden.
Dieser Studienbereich wird von Prof. Dr. Thomas Kullmann und seinem Team betreut.
Die Amerikanistik an der Uni Osnabrück verbindet Literatur- und Kulturwissenschaften mit gesellschaftlichen, historischen und politischen Fragestellungen und eröffnet dadurch vielfältige Perspektiven auf die Kulturen Nordamerikas. Im Zentrum stehen sowohl klassische als auch zeitgenössische Texte, Medien und kulturelle Praktiken der USA und Kanadas, die im Hinblick auf ihre ästhetischen, sozialen und ideologischen Dimensionen untersucht werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf aktuellen interdisziplinären Forschungsfeldern wie Law and Literature, das die Wechselwirkungen zwischen Recht, Literatur und gesellschaftlicher Normbildung analysiert, sowie auf Migration Literature und transnationalen Perspektiven, die Prozesse von Mobilität, Diaspora, Hybridität und kultureller Übersetzung sowie rechtlicher Anerkennung untersuchen. Weitere Schwerpunkte liegen in African-American Literature, die Fragen von Identität, Erinnerung, Rassismus und kulturellem Widerstand in den Mittelpunkt rückt, außerdem in Digital Narratives und digitalen Erzählformen, die den Wandel literarischer Produktion und Rezeption im digitalen Zeitalter reflektieren. Durch die Verbindung traditioneller literaturwissenschaftlicher Methoden mit kulturwissenschaftlichen, medientheoretischen und interdisziplinären Ansätzen eröffnet die Amerikanistik an der Uni Osnabrück ein breites Forschungsfeld, das gesellschaftliche Entwicklungen der Gegenwart kritisch begleitet und historisch kontextualisiert.
Dieser Studienbereich wird von Prof. Dr. Peter Schneck und seinem Team betreut.
Englisch ist eine Weltsprache und ein Medium für Literaturen und Kulturen aus dem gesamten afrikanischen Kontinent, der Karibik, Asien und Ozeanien. An unserem Institut befassen sich Lehre und Forschung mit einer Vielzahl von Texten aus diesem diversen Bereich, zum Beispiel mit afrikanischen Literaturzeitschriften, südasiatischen Reiseberichte oder australischer nature writing. Unser Studienangebot berücksichtigt dabei die Formen, Ideen und politisch-kulturellen Kontexte von Literaturen und Kulturen aus dem anglophonen Globalen Süden. Wir stützen uns auf Perspektiven aus den Postkolonialen Studien, um die durch koloniale Geschichte und Machtstrukturen entstandenen, bis heute andauernden Beziehungen zu verstehen und Formen des Widerstands zu erforschen, während wir uns mit den Beziehungen innerhalb des Globalen Südens befassen. Wir verfolgen außerdem intersektionale Ansätze, die Kategorien wie Klasse, rassistische Zuschreibungen, Nationalität und Geschlecht mitdenken, um zu untersuchen, wie Macht in diesen kulturellen Werken repräsentiert, verhandelt und auf kreative Weise hinterfragt wird.
Dieser Studienbereich wird von Juniorprof. Dr. Lucy Gasser und ihrem Team betreut.