Studierende berichten

Wie fühlt sich der Studienstart an? Wie erlebt man ein Auslandssemester? Hier erzählen Studierende aus erster Hand von ihren Erlebnissen, Herausforderungen und persönlichen Erfolgen im Studium. 

© Simone Reukauf

Kia ora koutou!

Ich bin Rika und ich habe von Februar bis Juni 2026 ein Auslandssemester an der Victoria University of Wellington (VUW) in Aotearoa Neuseeland verbracht.

Rika Niklewski in Neuseeland
© Rika Niklewski

Planung

Das Auslandssemester habe ich auf eigene Faust als Freemover (also nicht über die Partneruniversitäten der UOS) geplant. Das bedeutet einerseits, dass man sich selbst aussuchen kann, wo man studieren möchte, andererseits aber auch, dass man die Studiengebühren vor Ort selbst zahlen muss. Bei der Planung geholfen hat mir die kostenlose Beratung von “GOstralia! GOmerica!”. Diese Organisation bietet Informationsangebote zum Auslandsstudium in Australien, Neuseeland, den USA und Südostasien an. Ich habe ungefähr ein Jahr vorher angefangen zu planen, man sollte (je nach Uni) 12-6 Monate vorher anfangen, wenn man die Bewerbung über eine solche Organisation abwickeln will.

Für den Bewerbungsprozess brauchte ich ein beglaubigtes Transcript of Records, mein Abizeugnis und einen Sprachnachweis (hier reicht bei vielen Unis ein DAAD-Zertifikat, das euch die Sprachlektoren in der Sprachpraxis ausstellen können). 

Da die Semesterzeiten sich teilweise sehr überschneiden, muss man schauen, wann es zeitlich am besten passt. Ich habe alle Masterkurse in Osnabrück fertiggemacht und bin dann im 4. Mastersemester ins Ausland gegangen. Ich plane dann im 5. Mastersemester meine Masterarbeit zu schreiben.

Mt. Taranaki
© Rika Niklewski
Mt. Taranaki

Kosten und Finanzierung

In einem Auslandssemester kommen einige Kosten auf einen zu. Als Freemover bestehen die zum Großteil aus den Studiengebühren (bei mir 7000€), den Flügen (bei mir ca. 1800€) und dem Visum (bei mir ca. 425€). Da man als Freemover diese Kosten selbst tragen muss, sollte man sich früh Gedanken über die Finanzierung machen. Ich konnte die Kosten über ein Stipendium decken, aber auch das Auslands-BAFÖG oder PROMOS sind hierfür Optionen. 

Unileben

An der VUW habe ich Kurse primär nach meinem Interesse gewählt, weil ich mir nichts in Osnabrück anrechnen lassen habe. Ich habe einen Kurs in Geschichte (History of Aotearoa), einen Kurs in englischer Literaturwissenschaft (New Zealand Literature) und einen Kurs in Religionswissenschaften (Religions in Practice) gewählt. Die Kurse haben einen Workload von je 10 ECTS und haben mir viel Spaß gemacht. Der Workload konzentriert sich anders als in Deutschland auf das Semester und man muss während des Semesters viele assignments abgeben, da sich die Note für einen Kurs meist aus 3-4 verschiedenen Abgaben oder Präsentationen zusammensetzt. Nach dem Semester hat man dann dafür komplett frei – diese Zeit bietet sich natürlich gut zum Reisen an.

Ich kann sehr empfehlen, im Auslandssemester einem club an der Uni beizutreten. Ich war im Tramping-Club (Outdoor, Trekking, Wandern, Klettern), habe dadurch tolle Menschen kennenlernen dürfen und habe die outdoormaus in mir entdeckt.

Das älteste Unigebäude der VUW von 1906
© Rika Niklewski
Das älteste Unigebäude der VUW von 1906

Wohnen und Leben in Whanganui-a-Tara, Wellington

Ich habe mich dagegen entschieden, in einem Uni-Wohnheim zu leben, weil die sehr viel teurer waren als Angebote auf dem privaten Wohnungsmarkt. Über Facebookgruppen habe ich ein Zimmer in einer WG mit einer 28-jährigen Neuseeländerin gefunden. Ich habe die ersten 10 Tage in einem Hostel gelebt und mir dann das Zimmer vor Ort angeschaut und konnte dann direkt ein paar Tage später einziehen. Ich würde jedem empfehlen, die Wohnungssuche in Wellington vor Ort zu machen, weil es hier hohe Luftfeuchtigkeit und daher oft Schimmel gibt. Die Miete wird hier pro Woche gezahlt und ich habe 125€ die Woche (also 500€ im Monat) gezahlt. 

Wellington ist (selbsternannt) “the world’s coolest little capital” und es gibt total viel Kulturangebot, das ich sehr genossen habe. Es ist immer was los und auch die Natur und coole Wanderungen sind einfach erreichbar. Mein Lieblingsort ist die Stadtbibliothek in Wellington geworden – hier kann man sogar Schallplatten vor Ort hören!