Forschung

Aktuelle Habilitationsprojekte

  • Dr. Natascha Raue: Multiplicity of Meaning: A theoretical and empirical approach to indeterminacy in quantifiers and scare quotes (Habilitationsprojekt)

Laufendes Drittmittelprojekt:

 Grammatische Unbestimmtheit. Empirische Differenzierung von Ambiguität, Vagheit und Polysemie.

Projektförderung der Fritz Thyssen Stiftung

Start: 15.09.2024, Laufzeit: 2 Jahre

Unbestimmtheit ist keinesfalls eine Ausnahmeerscheinung im Sprachsystem, sondern findet sich auf allen sprachlichen Ebenen. Sie tritt nicht nur häufig auf, sondern stellt einen zentralen Mechanismus im grammatischen Wandel sowie ein frequentes Phänomen in der empirisch basierten grammatischen Klassifikation dar. Theoretisch fundierte und empirisch belastbare Analysen grammatischer Unbestimmtheitsphänomene (wie Ambiguität, Vagheit und Polysemie) sind jedoch Desiderate der empirischen Grammatikforschung.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Etablierung eines theoretisch fundierten Konzepts zur empirischen Analyse von Unbestimmtheit in der Grammatik. Im Projekt werden anhand quantitativer Analysen grammatischer Unbestimmtheitsphänomene die in der Semantik theoretisch fundierten Klassifikationskriterien quantitativ überprüft und geschärft.

Das Projekt wird durch einen zusätzlichen Forschungsansatz zur Untersuchung von modalisierender Anführung (Scare Quotes) ergänzt, der eine spezifische Form der Unbestimmtheit zwischen wörtlichen und nicht-wörtlichen Lesarten in den Blick nimmt. Dabei werden Mechanismen der Disambiguierung auf verschiedenen Ebenen (graphematisch, lexikalisch und kontextuell) empirisch erfasst und theoretisch modelliert, mit dem Ziel, die sprachliche Unbestimmtheit systematisch zu analysieren und das Zusammenspiel der Disambiguierungsmechanismen in Anführungskonstruktionen besser zu verstehen.