Studierende berichten
Fabienne
M.Ed.: Latein, Informatik
„Dass ich Latein studieren wollte, stand für mich eigentlich schon sehr früh fest, denn im Lateinunterricht hatte ich immer viel Spaß (und Erfolg). Nach Osnabrück kam ich damals eher zufällig, bereut habe ich diese Entscheidung aber nie. Osna ist eine sehr studentenfreundliche Stadt und man merkt einfach, dass die meisten Leute hier gerne leben. Da kann man auch schon mal über kleine Unannehmlichkeiten (wie den Neumarkt) hinwegsehen. Was mir hier am Lateinstudium besonders gefällt, ist, dass wir ziemlich wenige Leute sind, dadurch kennt jeder jeden und es entsteht eine angenehme, fast schon familiäre Atmosphäre und ich glaube, in keinem anderen Fach bekommt man eine so individuelle Betreuung durch die Dozierenden. Im Studium lernt man neben dem klassischen Übersetzen vom Lateinischen ins Deutsche auch das Übersetzen in die umgekehrte Richtung. Das klingt vielleicht erstmal sehr herausfordernd, doch man wird in kleinen Schritten daran herangeführt und erhält dabei ein tiefes und durchdringendes Verständnis der Grammatik der lateinischen Sprache, das nicht nur beim Übersetzen ins Lateinische, sondern eben auch beim Übersetzen aus dem Lateinischen enorm hilfreich ist. In verschiedenen Seminaren übt man außerdem das Analysieren und Interpretieren lateinischer Texte und lernt nebenbei auch so einiges über die Kultur des alten Roms. Wie in jedem Studium kann es manchmal viel Arbeit sein, aber meiner Meinung nach lohnt sich diese Arbeit auf jeden Fall und meine Liebe zu Latein wird während meines Studiums stetig größer.“
Marie
2-Fächer-Bachelor: Latein, Anglistik
„Sobald ich davon erzähle, dass ich Latein studiere, bekomme ich die Frage gestellt, warum ich das überhaupt mache und ob man das überhaupt noch 'braucht' und lernen sollte. Dazu sage ich immer: Weil Latein mehr ist, als man zunächst vermuten mag. So viel Kultur, Geschichte und Mythologie kombiniert mit der (zugegeben durchaus umfangreichen) Grammatik bekommt man in keinem anderen Fach. Im Studium erwarten euch Texte verschiedenster Autoren und Themengebiete und ein detaillierter Einblick in die Grammatik der lateinischen (und auch deutschen) Sprache. In beide Richtungen zu übersetzen und an der richtigen Lösung zu feilen ist teilweise ein kniffliger Prozess, aber sobald man einen Satz ‚geknackt‘ hat, hat sich die Arbeit gelohnt. So kommt man immer wieder zu Erfolgserlebnissen. Durch die vergleichsweise kleine Gruppe im Studiengang ist die Unterstützung unter den Studierenden und Lehrenden umso größer und es ist schön, immer bekannte Gesichter in den Kursen zu sehen. Wir gehen gemeinsam durch diese intensive Studienzeit – ob beim Kaffee in der Mensa, beim Lernen in der Bib oder beim 'Feierabendbier' in einer der zahlreichen Kneipen.“
Milena
2-Fächer-Bachelor: Latein, Germanistik
„Nach dem Abitur habe ich mich für den 2-Fächer-Bachelor mit den Kernfächern Latein und Germanistik entschieden (ohne Lehramt als Berufsziel), weil ich mehr über (v. a. antike) Literatur lernen wollte. Bisher bin ich von diesem Studiengang positiv überrascht und werde ihn auch weiter fortführen. Man lernt sehr viel in kurzer Zeit und erfährt auch, dass manche Dinge, die in der Schule unterrichtet werden, nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Während die Veranstaltungen in Germanistik oft sehr voll sind, erinnern sie in Latein eher an den bekannten Schulunterricht – nur mit halber Klasse – und, gerade weil die Gruppen klein sind, wird auch viel mehr auf den Einzelnen eingegangen. Die Dozentinnen und Dozenten der Latinistik kennen einen beim Namen, geben individuelle Rückmeldungen (häufiger und ausführlicher als in der Schule) und geben auch Tipps und Ratschläge, die über die Veranstaltung hinausreichen (z.B. dazu, wie man lernen kann, fließend Latein zu sprechen). Inhaltlich sind beide Fächer sehr interessant und ergänzen sich gut: Germanistik hilft durch sprachwissenschaftliche Hintergründe beim Übersetzen (sowohl ins Deutsche als auch ins Lateinische) und Autoren/Werke der Antike werden gerne auch mal in der Germanistik behandelt. Allerdings gibt es in beiden Fächern (zumindest am Anfang) hauptsächlich Klausuren zum Erwerb von Leistungspunkten, die sich zum Ende der Vorlesungszeit stark bündeln können. Zu meinem Vorteil hatte ich außerdem in der Schule schon das Graecum erworben, während es die meisten anderen parallel zum Studiengang erwerben müssen.“
Lieblingszitate : ut ait poeta ille noster
Multum adhuc restat operis multumque restabit, nec ulli nato post mille saecula praecludetur occasio aliquid adhuc adiciendi.
Viel Denkarbeit bleibt noch zu tun und viel wird es auch künftig bleiben – und auch nach hunderttausend Jahren wird es jedem noch möglich sein, dem etwas hinzuzufügen.
Erklärtes Lieblingszitat des Hauptseminars zu Seneca, ‚Epistulae morales‘ im WiSe 25/26, das sich wie der Philosoph Seneca mit Gewinn und voller Staunen mit der Gedankenwelt vergangener Jahrtausende auseinandersetzte.
Sen. epist. 64,7
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