Literatur-/Kulturwissenschaft

Literatur- und Kulturwissenschaft stellen Teildisziplinen der Romanistik dar, die in Lehre und Forschung gleichermaßen verfolgt werden. Die Literaturwissenschaft untersucht literarische Texte in französischer, spanischer und italienischer Sprache, aber auch Filme und Werke anderer Kunstgattungen aus den französisch-, spanisch- und italienischsprachigen Kulturen Europas, Lateinamerikas und Afrikas. Die Kulturwissenschaft bezieht weitere gesellschaftliche Teilbereiche und Untersuchungsfelder aus Politik, Geographie, Gesellschafts- und Umweltwissenschaften, Philosophie und Alltagskultur ein. 

Die romanische Literaturwissenschaft an der Universität Osnabrück untersucht ihre Gegenstände innerhalb der jeweiligen kulturellen, sozialen und historischen Kontexte. Ihr Gegenstandsbereich erstreckt sich von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Ziel des literaturwissenschaftlichen Studiums ist es, die vielfältigen ästhetischen Mittel zu untersuchen, mit denen in Texten und anderen künstlerischen Medien wie dem Film imaginäre Welten geschaffen werden. Insofern sie dabei gesellschaftliche, kulturelle und geschichtliche Gesichtspunkte sowie Fragestellungen Post/Kolonialität und Umwelt betreffend in die Analyse einbezieht, schlägt die Literaturwissenschaft eine Brücke zur Kulturwissenschaft und entwickelt transnationale und interkulturelle Perspektiven.

Die romanische Kulturwissenschaft an der Universität Osnabrück untersucht – neben verschiedenen kulturspezifischen gesellschaftlichen Teilbereichen – die Wechselwirkungen zwischen europäischen und außereuropäischen Kulturräumen. So werden die romanischen Kulturen von der Moderne bis zur Gegenwart in transkontinentaler Perspektive (v.a. Lateinamerika und Subsahara-Afrika) und mit Bezug auf postkoloniale und gendertheoretische Problemstellungen betrachtet. Darüber hinaus nehmen medienwissenschaftliche, z.B. filmästhetische Fragestellungen und die Digital Humanities einen besonderen Raum ein. Ziel ist es, ausgehend von der Text-, Bild- und Filmanalyse auf kulturspezifische und transnationale Vorstellungswelten zu schließen.

 Unsere aktuellen Forschungsschwerpunkte.

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Team

Die Literatur- und Kulturwissenschaft wird von zwei Professuren und insgesamt derzeit vier wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen vertreten. Prof. Dr. Susanne Schlünder (Französisch/Spanisch) vertritt die romanische Literaturwissenschaft, Jun.-Prof. Dr. Jenny Augustin (Französisch/Spanisch) die romanische Literatur- und Kulturwissenschaft. Des Weiteren sind Dr. Stephan Siebert (Französisch/Spanisch), Jannik Held (Französisch/Italienisch), Lena Friedrichs (Französisch, Spanisch, Italienisch) und Dr. Annette Clamor (Französisch) in der Literatur- und Kulturwissenschaft tätig.

Das Bild zeigt das Team Literatur- und Kulturwissenschaft. v.l.n.r.  Dr. Stephan Siebert, Prof. Dr. Susanne Schlünder, Geannini Ruiz Ulloa, Lena Friedrichs, Prof. Dr. Jenny Mira Augustin, Jannik Held, (Es fehlen: ,, Dr. phil. Annette Clamor)
© Anja Kückelmann "Jana fotografiert"
v.l.n.r. Dr. Stephan Siebert, Prof. Dr. Susanne Schlünder, Geannini Ruiz Ulloa, Lena Friedrichs, Prof. Dr. Jenny Mira Augustin, Jannik Held, (Es fehlen: ,, Dr. phil. Annette Clamor)

Prof. Dr. phil. Jenny Mira Augustin

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/312

 +49 541 969-4304

 jenny.mira.augustin@uni-osnabrueck.de

Die Arbeitsschwerpunkte von Jun.-Prof. Dr. Jenny Augustin liegen im Bereich der spanischen, lateinamerikanischen und französischen Literatur und Kultur des 16.-18. Jahrhunderts sowie in der Gegenwart. Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Literatur in gesellschaftlichen Umbruchssituationen. Aktuell forscht Augustin zu Traktaten und Theater in der Frühen Neuzeit, zur Kultur europäischer Nachkriegsgesellschaften sowie zu zeitgenössischer lateinamerikanischer Poesie.

Nach Stationen u.a. in Siegen (Promotion) und Berlin (HU, Habilitation) hat Susanne Schlünder seit 2013 die Professur für Literaturwissenschaft (Französisch/ Spanisch) an der UOS inne. Ihre Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen im Bereich der spanischen und hispanoamerikanischen Literaturen und Kulturen des 18. Jahrhunderts sowie in der aktuellen französischen und spanischsprachigen Narrativik (Spanien, Cono Sur, Zentralamerika). Sie verfolgt kultur-, medien- und wahrnehmungsästhetische sowie ökokritische Fragestellungen. Jüngere Beiträge fokussieren auf Wechselbezüge zwischen Affekt und Ökonomie im Spanien des 18. Jhs. sowie auf transatlantische Umweltverhältnisse, die mit Bezug auf historische Semantik und Affektivität des Naturbegriffs (1735-1820) auch mit computationellen Methoden verfolgt werden.

Prof. Dr. phil. Susanne Schlünder

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/216
Sprechstunde:
Di 14-15

 +49 541 969-4443

 susanne.schluender@uni-osnabrueck.de

Lena Friedrichs, M.Ed.

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/305

 +49 541 969-4714

 lena.friedrichs@uni-osnabrueck.de

Die Forschungsschwerpunkte von Lena Friedrichs liegen im Bereich der Autosoziobiographie, mit besonderem Fokus auf französischer und spanischer Literatur, sowie in der Analyse von Subjektbildung, Machtstrukturen und Körperlichkeitsdiskursen in der Gegenwartsliteratur. Hinzu kommt ein besonderes Interesse an der spanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts. In ihrem Promotionsvorhaben sollen autosoziobiographische Schreibweisen als kritische Praktiken der Selbstverortung in gesellschaftlichen Machtstrukturen untersucht werden und mit einer vertieften theoretischen Auseinandersetzung mit Subjektkonstitution, Intersektionalität und poetologischer Selbstreflexion verbunden werden.

Jannik Helds Forschung und Lehre konzentrieren sich auf die italienische und französische Literatur- und Kulturwissenschaft. Thematische Schwerpunkte bilden dabei die Oper, das Konzept des Divismo, Gender Studies, italienische Popmusik, Queer Icons sowie das französische Chanson.
Er verfolgt kultur- und musiktheoretische Fragestellungen, mit besonderem Fokus auf das französische Musiktheater von Lully bis zur Grand Opéra sowie auf Geschlechterbilder und -rollen in der italienischen Oper.

Jannik Held, M.A.

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/304
Sprechstunde:
Do 15-16

 +49 541 969-4265

 jannik.held@uni-osnabrueck.de

Dr. phil. Stephan Jan Siebert

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/307
Sprechstunde:
nach Vereinbarung

 +49 541 969-4782

 stephan.jan.siebert@uos.de

Dr. phil. Stephan Siebert hat in Münster Spanisch und Französisch studiert und sich dort 2023 mit einer Arbeit zur Hypokrisie in der satirischen Literatur des Altfranzösischen promoviert. In Osnabrück forscht und lehrt er seit 2020 im Bereich der französischen und spanischen Literatur- und Kulturwissenschaft. Aktuelle Forschungsinteressen umfassen zum einen Verstellungsdiskurse in Mittelalter und Früher Neuzeit, zum anderen ökokritische Perspektiven auf die lateinamerikanische Literatur des 20. Jhd. sowie Formen und Funktionen von Emotion in Lateinamerika (18./19.) Jhd.

Ehemalige

Priv. Doz. Dr. Berit Callsen

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

 berit.callsen@uni-osnabrueck.de

Die Schwerpunkte in Forschung und Lehre von Prof. Dr. Berit Callsen behandeln Prozesse und Repräsentationen der Subjektbildung in der spanischen Moderne, Körperlichkeitskonstruktionen in spanischen, lateinamerikanischen und frankophonen Gegenwartskulturen, Literaturen und Kulturen Subsahara-Afrikas (insb. Senegal, Kamerun und Kongo) sowie filmästhetische Fragestellungen (insb. mit Bezug auf den lateinamerikanischen Kontext).

Die Schwerpunkte in Forschung und Lehre von Dr. phil. Annette Clamor liegen im Bereich der französischen Literatur (Lyrik, Chansons) und Kunst ((Musik-)Theater, Karikatur) des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, besonders im Hinblick auf ihre jeweilige politische und/oder soziokulturelle Instrumentalisierung v.a. in Krisen- oder Kriegszeiten. Aktuell forscht sie zum „Führer-Kult in der Romania: Moderne Panegyrik als Kultur-Transfer der besonderen Art“ (Arbeitstitel).

Dr. phil. Annette Clamor, M.A.

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/E26

 +49 541 969-6279

 aclamor@uni-osnabrueck.de

Prof. Dr. phil. Andrea Grewe

Romanistik

Neuer Graben 40
49069 Osnabrück

 andrea.grewe@uni-osnabrueck.de

Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Dr. phil. Andrea Grewe liegen in der französischen und italienischen Literatur des 16. bis 18. Jahrhunderts und der Gegenwart. Im Besonderen gilt ihr Interesse dem französischen und italienischen Theater der Frühen Neuzeit und des 20./21. Jahrhunderts sowie dem Film, genderwissenschaftlichen Aspekten der Frühen Neuzeit und interkulturellen Transferprozessen zwischen den romanisch- und deutschsprachigen Kulturräumen.

Lehre

Ziel der universitären Ausbildung im Bereich der romanischen Literatur- und Kulturwissenschaft ist es, die vielfältigen ästhetischen Mittel zu untersuchen, mit denen in Texten und anderen künstlerischen Medien wie Film und Malerei imaginäre Welten geschaffen werden. Durch den Einbezug spezifischer Kontexte (Gesellschaft, Kultur, Geschichte, Politik, Umwelt) und transnationaler sowie interkultureller Perspektiven (u.a. post-/dekolonial), erlangen Studierende die Fähigkeit zur differenzierten und kritischen Analyse von literatur- und kulturgeschichtlichen Zusammenhängen der französisch-, spanisch- und italienischsprachigen Kulturräume der Romania inner- und außerhalb Europas von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart.   

Die universitäre Ausbildung verfolgt das Prinzip eines forschenden Lernens und erstreckt sich über ein Bachelor- und ein Masterstudium, in dem unterschiedliche Module auf Basis-, Vertiefungs- und Masterniveau absolviert werden können (nähere Informationen zum Modulkatalog,  hier). Die Lehre in der Literatur- und Kulturwissenschaft umfasst verschiedene Veranstaltungsformen, etwa Einführungsveranstaltungen, Seminare, Vorlesungen und Kolloquien. Während in den Seminaren die gemeinsame Arbeit an konkreten Texten und anderen Medienformen sowie die Diskussion im Kursraum im Vordergrund stehen, dienen die Vorlesungen in erster Linie dazu, ein breiteres Panorama zu vermitteln und komplexe Zusammenhänge zwischen einzelnen Texten und den jeweiligen geschichtlichen und kulturellen Entwicklungen ihrer Epochen herzustellen. Die Inhalte und theoretischen Ansätze der angebotenen Veranstaltungen sind so vielfältig wie die Gegenstände der romanischen Literatur- und Kulturwissenschaft. Sie wechseln jedes Semester und berücksichtigen neben sogenannten Klassikern auch jüngst veröffentlichte Neuerscheinungen und erstrecken sich von Texten über graphic novel bis hin zu Filmen und Serien.

Während Sie sich in Seminaren der französischen Literatur- und Kulturwissenschaft beispielsweise mit dem Mythos Paris auseinandersetzen oder dem Werk Simone de Beauvoirs nachgehen, in der italienischen Literatur- und Kulturwissenschaft etwa Belcanto-Oper oder das Kino des Neorealismus in den Blick nehmen, untersuchen Sie in der spanischen Literatur- und Kulturwissenschaft, u.a. inwiefern novela gráfica, Film oder Krimi in Mexiko, Kolumbien und Zentralamerika als Medium kollektiver Erinnerung fungieren – oder Sie begeben sich ausgehend von Meisterwerken der spanischen Malerei durch die Literaturen und Kulturen verschiedener Epochen. Gelegentlich können Sie sogar im Rahmen eines Seminars an einer Exkursion in ein romanisches Land teilnehmen, um sich vor Ort ganz praktisch mit den Themen auseinanderzusetzen.