Sprachwissenschaft

Die Sprachwissenschaft untersucht, wie die Sprachen aufgebaut sind, welche Regeln sie steuern, wie Menschen sie im Alltag verwenden und wie sie sich Sprachen im Laufe der Zeit verändern.

In der romanischen Sprachwissenschaft an der Universität Osnabrück werden insbesondere das Spanische, Französische und Italienische erforscht. Diese Sprachen gehören zu den größten Sprachfamilien Europas und sind darüber hinaus auch in Afrika und Amerika verbreitet.

Im Zentrum steht dabei die Analyse verschiedener sprachlicher Ebenen: die Wahrnehmung und Verarbeitung von Lauten, etwa wie wir Laute in einer Fremdsprache hören und interpretieren, die „Melodie“ einer Sprache, also Intonation und Prosodie, der Aufbau von Wörtern sowie die Frage, wie sie ihre Bedeutung erhalten. Ebenso wird analysiert, wie Sätze und Texte aufgebaut werden. In der Pragmatik wird untersucht, wie Menschen Sprache als Werkzeug verwenden, um in der Interaktion mit anderen zu handeln, gemeinsam Sinn herzustellen und soziale Beziehungen zu gestalten. Erst im Zusammenspiel dieser Ebenen wird sichtbar, wie Sprache als komplexes und zugleich lebendiges System funktioniert. Sprachliche Phänomene werden dabei stets in ihren kulturellen, sozialen und historischen Kontexten betrachtet.

Die Romanische Sprachwissenschaft in Osnabrück untersucht die reale Verwendung von Sprache in verschiedenen Kontexten und stützt sich in Forschung und Lehre auf authentische Daten aus gesprochenen und geschriebenen Korpora sowie weiteren Quellen. Methodisch kommen qualitative und quantitative Verfahren zum Einsatz, von der Gesprächs- und Korpusanalyse bis hin zu Ansätzen der Digital Humanities. 

Durch die vergleichende Perspektive sowie den Einbezug von Kognition und Variation leistet die romanische Sprachwissenschaft zugleich einen Beitrag zur allgemeinen Sprachwissenschaft.

 Weitere Informationen zur Lehre

 Weitere Informationen zu den Forschungsschwerpunkten

Team

Das Team der Romanischen Sprachwissenschaft an der Universität Osnabrück besteht aus zwei Professuren und drei wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen. 

  • In der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Yves D'hulst (Schwerpunktsprachen Französisch/ Italienisch) ist Elisa Maria Stellino (Italienisch/ Spanisch/ Französisch) tätig. 
  • Mitglieder der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Oliver Ehmer (Schwerpunktsprachen Spanisch/ Französisch) sind die Mitarbeiter*innen Victoria Da Rold Franco (Spanisch/ Französisch/ Portugiesisch) und Marius Müller (Spanisch/ Französisch). Weiterhin sind aktuell Jaana Brachmann und Katharina Helmke als Studentische Hilfskräfte in Osnabrück tätig. Zur Arbeitsgruppe gehören außerdem assoziierte Mitglieder an verschiedenen Orten weltweit. Weitere Informationen finden sie  hier.

Arbeitsgruppe Prof. Dr. Yves D'hulst

Das Bild zeigt das Team Yves D'hulst: v.l.n.r. Elisa Stellino M.A, Prof. Dr. Yves D'hulst
v.l.n.r. Elisa Stellino M.A, Prof. Dr. Yves D'hulst

Arbeitsgruppe Prof. Dr. Oliver Ehmer

Das Bild zeigt das Team Oliver Ehmer: v.l.n.r: Victoria Da Rold Franco, Prof. Dr. Oliver Ehmer, Marius Müller
© Anja Kückelmann
v.l.n.r: Victoria Da Rold Franco, Prof. Dr. Oliver Ehmer, Marius Müller

Arbeitsgruppe Prof. Dr. Yves D'hulst

Prof. Dr. phil. Yves D'hulst

Romanistik

Neuer Graben 40
49069 Osnabrück

Raum:
41/311
Sprechstunde:
Do. 16-17.45 (Anmeldung über Stud.IP_7.80030 Präsenz und Online-Sprechstunde) In den Semesterferien findet die Sprechstunde nach Bedarf statt.

 +49 541 969-4724

 ydhulst@uni-osnabrueck.de

Elisa Maria Stellino ist seit April 2023 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik/Latinistik der Universität Osnabrück im Arbeitsbereich Romanische Sprachwissenschaft. Sie leitet Seminare zur romanischen Sprachwissenschaft, unter anderem zu Syntax, Sprachkontakt, Sprachvariation und Soziolinguistik. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Syntax und Semantik romanischer Sprachen, mit besonderem Fokus auf das Italienische. In ihrem Dissertationsprojekt untersucht sie die Informationsstruktur von topikalisierten Infinitivstrukturen im Italienischen anhand von Korporadaten. Ihre akademische Laufbahn begann mit einem Studium der Sprach- und Literaturwissenschaften an der Università degli Studi di Palermo, ergänzt durch ein Erasmussemester an der Universität Münster. Den Master of Arts Sprache in Europa absolvierte sie an der Universität Osnabrück.

Elisa Maria Stellino, M.A.

Romanistik

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück

Raum:
41/304

 +49 541 969-4265

 elisamaria.stellino@uni-osnabrueck.de

Arbeitsgruppe Prof. Dr. Oliver Ehmer

Prof. Dr. Oliver Ehmer

Romanistik

Neuer Graben 40
Osnabrück 49074

Raum:
41/309
Sprechstunde:
nach Vereinbarung per E-Mail

 +49 541 969-4340

 oliver.ehmer@uos.de

 www.uni-osnabrueck.de/fb7/en/oliverehmer

Den Schwerpunkt in Forschung und Lehre von Prof. Dr. Oliver Ehmer bildet die Sprache im Kontext ihrer Verwendung. Seine Forschungsinteressen umfassen das Wechselverhältnis von Sprache, Interaktion und Kognition sowie Sprachvariation und -wandel. Zu seinen aktuellen Forschungsgegenständen zählen u. a. die Wissensvermittlung in der Interaktion, Fragen, Diskursmarker, Interaktionale Reparaturen und Wortsuchen sowie das Erinnern und Erzählen in der Interaktion. In seinem Heisenberg-Projekt (DFG) untersucht Oliver Ehmer ,Handlungsaufforderungen‘ aus den Perspektiven von Interaktion und Sprachwandel.

Marius Müller ist seit Oktober 2024 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Romanische Sprachwissenschaft (Spanisch/Französisch) bei Prof. Dr. Oliver Ehmer. Er leitet u.a. Seminare zur Syntax und Pragmatik des Spanischen und Französischen aus interaktionaler Perspektive. In seinem Dissertationsprojekt untersucht er, welche interaktionalen Funktionen spanische Demonstrativpronomina über ihre deiktische Bedeutung hinaus übernehmen und wie sich diese im Vergleich zwischen iberischem und argentinischem Spanisch unterscheiden. Marius Müller studierte Spanisch und Englisch im polyvalenten Zwei-Hauptfächer Bachelor und im Master of Education an der Universität Freiburg.

Marius Müller, M.Ed.

Victoria Da Rold Franco

Victoria Da Rold Franco ist seit Oktober 2025 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Romanische Sprachwissenschaft von Prof. Dr. Oliver Ehmer. Schwerpunkte ihrer Lehre liegen in den Bereichen Semantik, Pragmatik und Syntax sowie Variation des Spanischen. Dabei steht oft eine interaktionale Perspektive im Vordergrund, die auf die Verwendung von Sprache in alltäglichen Gesprächen eingeht. Das Thema ihres Dissertationsprojekts ist die Untersuchung von Instruktionspraktiken in argentinischen Töpferkursen und die sprachlichen und körperlichen Ressourcen, die sowohl von den Lehrenden als auch von den Lernenden eingesetzt werden, um neue Keramikobjektewerke herzustellen. Victoria Da Rold Franco absolvierte ihr Bachelor- und Masterstudium in Spanischer Sprachwissenschaft, Kultur und Literatur an der Universität La Plata, Argentinien.

Lehre

Ziel der universitären Ausbildung in der romanischen Sprachwissenschaft ist es, sprachliche Phänomene in ihren vielfältigen Erscheinungsformen zu verstehen und wissenschaftlich zu analysieren.

Die Studierenden erwerben grundlegende Kenntnisse in Phonetik und Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik, darüber hinaus gewinnen sie Einblicke in pragmatische, textuelle und diskurslinguistische Perspektiven. Sprache wird dabei als mehrschichtiges System verstanden, in dem die lautliche, strukturelle, semantische und pragmatische Ebene zusammenwirken. Die Studierenden lernen, sprachliche Daten empirisch zu analysieren, Muster zu erkennen und mithilfe geeigneter theoretischer Modelle zu beschreiben und zu erklären.

Ein Schwerpunkt der Lehre stellt die Variation, Kognition und Interaktion dar. Sprache wird hier als dynamisches, sozial eingebettetes und kognitiv verankertes System betrachtet, dessen Gebrauch durch soziale, situative und mediale Faktoren geprägt ist. Analysiert werden regionale, soziale und funktionale Varietäten ebenso wie sprachliche Praktiken in konkreten Interaktionen, in denen Sprache als Ressource zur Bedeutungs- und Identitätskonstruktion dient.

Die Lehre ist kompetenz- und forschungsorientiert: Studierende erwerben analytische, methodische und kommunikative Kompetenzen und entwickeln eigene Fragestellungen.

Die Ausbildung erfolgt in aufeinander aufbauenden Bachelor- und Mastermodulen (nähere Informationen zu den Modulen  hier)  und umfasst Vorlesungen, Seminare und Kolloquien mit theoretischen, interaktiven und anwendungsorientierten Formaten. Beachten Sie auch die Informationen zur Lehre in den anderen Bereichen der Romanistik, d.h.  der Romanischen Literatur- und Kulturwissenschaft und der  Didaktik der romanischen Sprachen.