Forschung
Interessen
Menschliche Kognition ist bemerkenswert flexibel. Wir passen unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Handeln scheinbar mühelos an veränderte Umstände an, verfolgen (und verwerfen) selbstgesteckte Ziele und berücksichtigen unsere eigene Unsicherheit bei Entscheidungen und Handlungen. Dieses Level an Flexibilität ist bisher unerreicht in der künstlichen Intelligenz.
Unsere Forschung untersucht die kognitiven Mechanismen, die dieser Flexibilität zugrunde liegen und wie diese Mechanismen im Gehirn implementiert sind. Außerdem interessieren wir uns auch dafür, welche Rolle diese Prozesse für Fragen psychischer Gesundheit spielen, und wie sich Kognition über die Lebensspanne entwickelt.
Ansatz
Unser Vorgehen zur Untersuchung dieser Fragestellungen lässt sich in drei Schritte zusammenfassen: messen – modellieren – stören.
Messen: Wir entwickeln neuartige kognitive Paradigmen für Erwachsene und Kinder, die es uns ermöglichen, die Merkmale des jeweiligen kognitiven Prozesses im Verhalten und im EEG Signal reliabel und effizient zu erfassen.
Modellieren: Auf Basis unseres mechanistischen Verständnisses entwickeln wir generative Modelle für Verhalten und neuronale Aktivität. Dabei greifen wir auf etablierte Ansätze der Bayesschen Inferenz und des Reinforcement Learning zurück.
Stören: Um die kausale Bedeutung konkreter neuronaler Systeme für den untersuchten kognitiven Vorgang zu testen, greifen wir auf pharmakologische Manipulationen (gezielte Beeinflussung spezifischer Rezeptortypen) sowie auf nicht‑invasive Hirnstimulation mit fokussiertem Ultraschall (gezielte Stimulation ausgewählter Hirnregionen) zurück.