Laufende Projekte

Emotionen von Herrschenden im Hellenismus

Das Projekt „Emotionen von Herrschenden im Hellenismus“ (Laufzeit: 2026–2028) finanziert aus dem Förderprogramm zukunft.niedersachsen befasst sich mit der Frage, welche Emotionen Königen und Königinnen in der Zeit von Alexander III. bis zu Kleopatra VII. von antiken Historiographen zugeschrieben werden. Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass Frauen nicht emotionaler narrativiert werden als Männer, sondern auch Männern von den antiken Autoren Emotionen zugeschrieben wurden. Daraus ergibt sich die Frage, inwieweit es überhaupt männliche und weibliche Emotionen gibt oder inwiefern es sich hierbei um sozial codierte Zuschreibungen handelt. Damit steht die emotionale Konstruktion von Geschlecht für die Antike grundlegend auf dem Prüfstand.

Projektleitung:  Prof. Dr. Christiane Kunst

Who, why, how, and at what price?

A mixed-methods study of caring for a sick child among working fathers and mothers

Die Betreuung eines kranken Kindes durch berufstätige Eltern (CSC) ist ein wichtiger Untersuchungsgegenstand im Bereich Familie und Geschlecht, da es in erheblichem Maße von alltäglichen Kinderbetreuungsaufgaben abweicht und neue Perspektiven auf die Persistenz geschlechtsbezogener Ungleichheiten bietet. Eltern sind häufig mit dieser kritischen Situation konfrontiert, die eine sofortige Reaktion erfordert und die Routinen der Arbeitsteilung herausfordert. Sie entscheiden, wer wann und wie die Betreuung übernimmt, vor dem Hintergrund nicht nur von Makrostrukturen (gesetzliche Bestimmungen, gesellschaftliche Geschlechternormen), sondern von Mesoebenen-Bedingungen von Arbeit und Karriere, wie berufsbezogene und karrierespezifische Konsequenzen, sowie von Interaktionen auf der Mikroebene, in denen individuelle Orientierungen und Paarsolidarität ausgehandelt werden. Wie in einem Prisma lässt sich die komplexe Dynamik beobachten, die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in Familie und Beruf potenziell bestätigt oder verändert. Trotz seiner großen Bedeutung hat das Thema theoretisch wie empirisch kaum Aufmerksamkeit erhalten. Ein Haupthindernis ist der Mangel an geeigneten Umfragedaten.

Wir untersuchen wie Paare ihre Rollen (neu) aushandeln, um eine Lösung für die Ad-hoc-Pflege zu Hause zu finden, und wie sie CSC organisieren und erleben. Wir erheben das Ausmaß der Abwesenheit, die Einstellung zu und die Nutzung von Kinderkrankheitstagen im Vergleich zu alternativen Strategien wie flexiblen Arbeitsregelungen. Unser Schwerpunkt bei der Erklärung dieser Praktiken liegt auf den tatsächlichen oder erwarteten Folgen auf ihr Arbeits- und Familienleben und der tatsächlichen oder wahrgenommenen Meinung der Öffentlichkeit über CSC (z.B. als geschlechtbezogene Aktivität) im Hinblick auf die Folgen für berufstätige Eltern (z.B. Karrierehindernisse für betreuende Väter).

 Webseite des Projekts

Projektleitung:  Prof. Dr. Katrin Golsch,  Prof. Dr. Kai-Olaf Maiwald