Bewegende Bücher
Ideen verändern die Welt im 18. Jahrhundert
Vom 22. April bis zum 3. Juli 2026 war im Foyer der Universitätsbibliothek die Ausstellung "Bewegende Bücher. Ideen verändern die Welt im 18. Jahrhundert" zu sehen. Im Zentrum: prominente Altdrucke aus dem IKFN-Altdruckbestand. Das Ausstellungsprojekt ging zurück auf eine Lehrveranstaltung aus dem WS 2025/26 unter Leitung von Prof. Dr. Siegrid Westphal, in der Studierende zentrale Schlüsseltexte der Aufklärung ausgewählt und für die Kabinettausstellung aufbereitet haben. Dabei konnten sie auf den umfangreichen IKFN-Altdruckbestand zurückgreifen, der in der Universitätsbibliothek verwahrt wird. Die Ausstellung wurde im Rahmen einer Ausstellungsvernissage am 22. April feierlich eröffnet.
Das gemeinsame Ausstellungsprojekt von IKFN und UB war konstruiert als angedeutete 'Bibliothek' in der Bibliothek, mit Bücherwänden nach außen und ausgewählten Altdrucken im Inneren, im Original und in Reproduktionen. Diese Raumidee ist dem Ort der Ausstellung so gemäß wie ihrem Thema: Einzelne Werke der Aufklärung aus dem IKFN-Altdruckbestand wurden in ihrem Entstehungskontext und in ihrer oft genug epochalen Wirkungsgeschichte präsentiert, "bewegende Bücher", deren Einfluss auf politische Entscheidungen, auf Reformbestrebungen auf unterschiedlichen Gebieten, auf die Zeitläufe im Allgemeinen und sogar auf Denkgebäude und 'Weltanschauungen' unstrittig ist. Kulturelles Erbe, das vielfach ambivalent, aber auch heute nicht obsolet ist.
Jeder ausgewählte Altdruck des 18. Jahrhunderts repräsentierte eine bestimmte Fragestellung, eine Problemkonstellation, eine aufklärerische Idee, der die Studierenden nachgegangen waren. Nach intensiver Lektüre und Beschäftigung mit dem historischen Kontext wurden Leitfragen entwickelt, Texte geschrieben und illustriert, Bildmaterial und andere Exponate ausgewählt. Neben historischem Wissen erprobten und erlernten die Beitragenden, angehende Geschichtslehrkräfte, die künftigen Generationen von Schülerinnen und Schülern die Notwendigkeit der Beschäftigung mit Geschichte und besonders derjenigen unserer Demokratie nahebringen sollen, Vermittlungskompetenz und ästhetisches Gespür. Akademisches Lernen mit Wirksamkeit auf mehreren Ebenen.
Das Spektrum der präsentierten Bücher reichte von enzyklopädischen Werken wie Diderots Encyclopédie und 'dem Zedler' über Verträge, über Rechtsnormen wie die Constitutio Criminalis Theresiana zu pädagogischen, philosophischen und literarischen Texten, darunter solche von Rousseau und Campe, von Kant, Möser und Lessing. Es geht dabei um Vernunft und Freiheit, um Politik und Recht, um Fürsorge und Delinquenz, um Kindheit und Erziehung – um Werke und Autoren, die heute wohlbekannt sind, und solche, die allenfalls Spezialist*innen noch etwas sagen. Ihre Ideen waren epochemachend, und zum Teil wirken sie bis heute.