Die Verwaltung der Armut

Armenfürsorge und Stiftungswesen in der Stadt Osnabrück von 1600-1810.

Zu allen Zeiten besaß die Frage, wie sich der Einzelne gegen Risiken der Krankheit, des Alters und der Arbeitslosigkeit, und damit gegen das Abrutschen in die Armut, absichern konnte, eine hohe Relevanz. Mit dem Projekt zur 'Verwaltung der Armut' wurde - erstmals für die Stadt Osnabrück - die Armenfürsorge zwischen 1600 und 1810 in den Blick genommen und nach Kontinuitätslinien sowie Wandlungsprozessen gefragt. Es galt, den Prozess der Verwaltung der Armut herauszuarbeiten und dabei den Aufbau, die Akteure sowie die Finanzierung der verschiedenen frühneuzeitlichen Institutionen zu untersuchen. Besondere Berücksichtigung fanden auch die drei wesentlichen Strukturmerkmale der Armenfürsorge: Kommunalisierung, Rationalisierung und Bürokratisierung. Darüber hinaus befasste sich die Untersuchung damit, ob politische Ereignisse wie der Westfälische Frieden oder die Aufklärung als geistige Strömung zu Umbrüchen führten. Besonders im Fokus stand der Einfluss der in der Stadt vorherrschenden konfessionellen Pluralität auf die Armenfürsorge. Dabei wurden vor allem die Auswirkungen der ab 1650 geltenden und das Zusammenleben der Konfessionen regelnden Capitulatio Perpetua Osnabrugensis in den Blick genommen.

Ein Scan eines historischen Archivdokuments, genauer gesagt eines handschriftlichen Armenregisters von 1784. Es sind untereinander einige Namen aufgelistet.
© NLA OS | Foto: Julia Fesca
Armen-Register von 1784. NLA OS Dep 3 b VIII, Nr. 20.

Bearbeitung

Foto von Julia Fesca. Das Foto zeigt eine junge Frau mit mittellangen, braunen Haaren. Sie trägt eine Brille, ein buntes Halstuch und lächelt. Im Hintergrund ist eine grüne Tür zu erkennen.
© Amelie Pohlmann

Projektleitung

Foto von Prof. Siegrid Westphal. Das Foto zeigt eine Nahaufnahme einer lächelnden Frau mit Brille und dunklen Haaren.
© Event Foto Jena

Prof. Dr. Siegrid Westphal

Geschichte

 Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit

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