Die Verwaltung der Armut
Armenfürsorge und Stiftungswesen in der Stadt Osnabrück von 1600-1810.
Zu allen Zeiten besaß die Frage, wie sich der Einzelne gegen Risiken der Krankheit, des Alters und der Arbeitslosigkeit, und damit gegen das Abrutschen in die Armut, absichern konnte, eine hohe Relevanz. Mit dem Projekt zur 'Verwaltung der Armut' wurde - erstmals für die Stadt Osnabrück - die Armenfürsorge zwischen 1600 und 1810 in den Blick genommen und nach Kontinuitätslinien sowie Wandlungsprozessen gefragt. Es galt, den Prozess der Verwaltung der Armut herauszuarbeiten und dabei den Aufbau, die Akteure sowie die Finanzierung der verschiedenen frühneuzeitlichen Institutionen zu untersuchen. Besondere Berücksichtigung fanden auch die drei wesentlichen Strukturmerkmale der Armenfürsorge: Kommunalisierung, Rationalisierung und Bürokratisierung. Darüber hinaus befasste sich die Untersuchung damit, ob politische Ereignisse wie der Westfälische Frieden oder die Aufklärung als geistige Strömung zu Umbrüchen führten. Besonders im Fokus stand der Einfluss der in der Stadt vorherrschenden konfessionellen Pluralität auf die Armenfürsorge. Dabei wurden vor allem die Auswirkungen der ab 1650 geltenden und das Zusammenleben der Konfessionen regelnden Capitulatio Perpetua Osnabrugensis in den Blick genommen.
Bearbeitung
Projektleitung
Prof. Dr. Siegrid Westphal
Geschichte
Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit
An der Katharinenkirche 8a
49069 Osnabrück
Raum 49/102b