Handbuch Kulturelle Zentren der Frühen Neuzeit

Das Handbuch Kulturelle Zentren der Frühen Neuzeit ist 2012 im de Gruyter Verlag erschienen. Vgl. Sie dazu auch die  Internetseite des Verlages.

Kurzbeschreibung

Das frühneuzeitliche Reich zeichnete sich durch eine spezifische Vielschichtigkeit und "Polyzentralität" aus. Diesen Zustand hat die ältere Geschichtsschreibung mit Blick auf die späte Entwicklung zum Nationalstaat als Mangel an territorialer und politischer Integrität beschrieben. Neuere Forschungen haben dagegen auch die produktiven Wirkungen der Vielfalt und Konkurrenz der zahlreichen Zentren des Alten Reiches hervorgehoben: Es waren Orte, deren Zentralitätsfunktionen auf politischen, wirtschaftlichen, konfessionellen und kulturellen Faktoren beruhten und die eine je spezifische Anziehungskraft und unterschiedliche Ausstrahlung auf Regionen und Reich besaßen. Sie fungierten als Umschlagplätze des Kulturtransfers, als Bühnen für die Aushandlung von kulturellen Paradigmen und als Möglichkeitsräume für Innovationen.

Mit dem Handbuch Kulturelle Zentren der Frühen Neuzeit ist ein Nachschlagewerk für die historischen Kulturwissenschaften entstanden, das diesen Gegebenheiten Rechnung trägt. Darin werden 51 Orte des Alten Reiches in ihrer kulturellen Zentralitätsfunktion vorgestellt. Präsentiert werden zunächst jeweils die strukturellen Faktoren, die die Zentrumsbildung begünstigt haben, anschließend Institutionen des kulturellen Lebens, wichtige Personen, Gruppen oder Sozietäten. Das Handbuch informiert über Medien und Korrespondenznetze ebenso wie über zentrale Ereignisse. Es berücksichtigt die gewachsenen lokalen Traditionen und die Außenwahrnehmung durch Zeitgenossen sowie die Rezeption durch die Nachwelt. Abgeschlossen wird jeder Eintrag von knappen Informationen zur Überlieferungs- und Archivsituation sowie einer Auswahlbibliographie. Der geographische Fokus der Auswahl liegt auf dem Alten Reich, die Darstellung beschränkt sich auf die Zeit zwischen 1500 und 1800. Den Kernzeitraum bildet das 17. Jahrhundert, das eine bedeutende Umbruchs- und Übergangsphase in der Geschichte frühneuzeitlicher Zentrumsbildungen darstellt.

Schema der Handbuchartikel

  1. Geografische Situierung
  2. Historischer Kontext
  3. Politik, Gesellschaft, Konfession
  4. Wirtschaft
  5. Orte des Kulturellen Austausches
  6. Personen
  7. Gruppen
  8. Kulturproduktion
  9. Kommunikationsmedien
  10. Memorialkultur
  11. Rezeption und Wahrnehmung
  12. Wissenspeicher

Projektleitung

Prof. Dr. Siegrid Westphal

Foto von Prof. Siegrid Westphal. Das Foto zeigt eine Nahaufnahme einer lächelnden Frau mit Brille und dunklen Haaren.
© Event Foto Jena

Prof. Dr. i. R. Wolfgang Adam

Foto von Herrn Adam. Das Foto zeigt einen älteren Mann mit kurzen braunen Haaren und Brille. Er trägt ein braunes Jackett und ein braunes Hemd darunter.
© Universität Osnabrück | Elena Scholz

ehem.  Direktor des Forschungszentrum IKFN

Prof. Dr. i. R. für Deutsche Literatur der Frühen Neuzeit im europäischen Kontext

Universität Osnabrück
An der Katharinenkirche 8a
49074 Osnabrück

 wadam@uni-osnabrueck.de

Projektmitarbeiter

 Dr. Winfried Siebers (Koordinator 2011-2012)
 Dr. Claudius Sittig (Koordinator 2007 - 2011)
 Dr. Marina Stalljohann-Schemme
 Heinrich Schepers MA.

Weitere Projektergebnisse

Wolfgang Adam; Siegrid Westphal (Hg.), in Verbindung mit Claudius Sittig und Winfried Siebers: Handbuch kultureller Zentren der Frühen Neuzeit. Städte und Residenzen im alten deutschen Sprachraum, 3 Bände, Berlin/Boston 2012.

Heinrich Schepers; Winfried Siebers; Claudius Sittig; Marina Stalljohann-Schemme: Kulturelle Zentren der Frühen Neuzeit, Wiesbaden 2016.

Marina Stalljohann-Schemme: Stadt- und Stadtbild in der Frühen Neuzeit. Frankfurt am Main als kulturelles Zentrum im politischen Diskurs, Berlin 2017.

Heinrich Schepers: Fürstliche Prachtentfaltung in Abwesenheit des Herrschers. Bedeutung von Schloss und Hofstaat im Fürstbistum Osnabrück zur Zeit Friedrichs von York (1763-1802). (Masch. Diss. 2017).

Förderung

 MWK Niedersachsen (seit 2007)