Pax, Pactum, Pacificatio

Zur inneren und äußeren Struktur von Friedensstiftungen mit den Mitteln des Rechts ab der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Dreißigjährigen Krieg

Der Untersuchungszeitraum ist ein Ausschnitt aus einer grundsätzlich konfliktbereiten Epoche, der außenpolitisch relativ ruhig ist und mit dem Augsburger Religionsfrieden im Reich eine für die Konfessionen pazifizierende Regelung aufweist. Erreicht wurde dieser Zustand durch eine Anzahl land- und völkerrechtlicher Verträge, die zur vorübergehenden Befriedung West- und Mitteleuropas beigetragen haben. Das Forschungsvorhaben sollte herausstellen, dass die Gründe dafür nicht nur in der politischen Kunst der Fürsten und ihrer Stäbe lagen, sondern auch auf der sorgfältigen Ausarbeitung juristischer Konzepte zur Ausgestaltung geeigneter Friedensregelungen beruhten, die sich an den Grundlagen des Rezeptionsrechts orientierten. Dies konnte anhand ausgewählter Traktate und Vereinbarungen gezeigt werden, wobei bedeutsame Erkenntnisquellen für diesen Bezug gerade auch die Präambeln der verschiedenen Friedensregelungen waren. Es wurde gezeigt, dass die betonte Rhetorisierung der Eingangspassagen kein Tribut gegenüber dem Zeitgeschmack ist, sondern ein produktiv genutztes Erbe der römischen Antike darstellt. So stellt das Rezeptionsrecht, in dem viele Unterhändler der Vertragspartner ausgebildet waren, für die Arbeit am Frieden einen lange erprobten Fundus rechtlicher Techniken zur Verfügung. Der Verhandlungsmodus selbst wie auch die Formulierungen der Friedensverträge geben von den Unterhändlern genau beachtete Strukturen zu erkennen, die den Grundsätzen der Gerechtigkeit verpflichtet sind und die den an den principia iuris orientierten Geboten für eine effektive Rechtsordnung folgen.

Projektleitung:

 Prof. i. R. Wulf Eckart Voß

Projektförderung:

2006-2011 Deutsche Forschungsgemeinschaft

Abbildung eines Deckblatts einer historischen Schrift. Dort sind drei Personen zu erkennen. In der Mitte sitzt etwas erhöht eine Frau mit verbundenen Augen und einer Waage in der Hand. Auf der rechten Seite steht eine bewaffnete Wache, zu ihren Füßen sitzt ein Löwe. Auf der linken Seite steht eine Frau mit Blumen in der Hand.
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Deckblatt von Hugo Grotius' "De Iure Belli ac Pacis" (1773)