Forschungsbibliothek

Die Bibliothek des Forschungszentrums IKFN verfügt über einen  Buchbestand von annähernd 20.000 Bänden, die nach einer eigenen Systematik frei zugänglich im Untergeschoss der Universitätsbibliothek am Standort Alte Münze aufgestellt sind und als Präsenzexemplare zur Verfügung stehen. Angeschlossen sind etliche Bände an Zeitschriftenliteratur, die den Buchbestand um weitere Forschungsliteratur ergänzen. Kern der Sammlung ist die regionalspezifische Literatur zur Kulturgeschichte des alten deutschen Sprachraums. Daneben besitzt sie Literatur zur historischen Friedensforschung, bibliographische, enzyklopädische und biographische Nachschlagewerke, Forschungsliteratur zur europäischen Kulturgeschichte und einen Fundus an historischen Drucken.

Ergänzend zum Buchbestand hält die Bibliothek  Quellensammlungen aus der Frühen Neuzeit in Mikroform mit mehr als 18.000 Werken vor, die nach Vorbestellung in der  Mediothek der Universitätsbibliothek Alte Münze eingesehen werden können.

Forschungsbibliothek IKFN

Foto der Universitätsbibliothek Osnabrück. Auf dem Foto ist ein Gebäude zu sehen, mit weiß-grauer Fassade und rotem Dach.
© Manfred Pollert | Pressestelle Uni Osnabrück

Universitätsbibliothek Osnabrück
Alte Münze 16
49074 Osnabrück

Kontakt
Felix Lange, M.A.
  +49 (0)541 969 4343
  felix.lange@ub.uni-osnabrueck.de

Alte Drucke

Das Foto zeigt aus der Nahaufnahme einen aufgeklappten historischen Altdruck. Er ist unscharf, doch unten ist der Schriftzug "Stralsund" zu erkennen.
© Melanie Puchalla

Für die am Institut beteiligten Disziplinen stellt die Forschungsbibliothek auch die ältere Literatur bereit - von Drucken des 16. bis 18. Jahrhunderts bis hin zur Forschungsliteratur des 19. Jahrhunderts. Die  Altdrucksammlung beherbergt mit rund 1.600 Bänden eine stattliche Anzahl von Drucken aus der handwerklichen Buchproduktion der Frühen Neuzeit, welche die Kulturgeschichte der Städte, Regionen und Territorien des alten deutschen Sprachraums im Original repräsentiert. Ihre Schwerpunkte haben die Bände in der historischen Landeskunde sowie in der Bildungs-, Konfessions- und Literaturgeschichte. Daneben sind die bedeutendsten universalen Lexika des späten 17. und 18. Jahrhunderts fast ausnahmslos vorhanden und die reichhaltigen frühneuzeitlichen Gattungen jeweils durch charakteristische Titel vertreten. Prunkstück dieser Sammlung ist Diderots zwischen 1751 und 1780 erschienene  Encyclopédie in der Erstausgabe mit fünfunddreißig prächtig eingebundenen Folianten. Weitere kostbare und seltene Exemplare sind unter anderem Erasmus von Rotterdams antike Spruchsammlung  Adagia und eine unter dem Titel  Hussiten Glock seltene komplette Flugschriftensammlung aus Böhmen während des Dreißigjährigen Krieges. Auch die in der Lehre vielfach genutzte, zwischen 1629 und 1734 erschienene und mit unzähligen Kupfertafeln versehene einundzwanzigbändige Chronik  Theatrum Europaeum ist erwähnenswert und – last, but not least – die  Acta Pacis Westphalicae, eine in den Jahren 1734 – 1736 erschienene sechsbändige Quellenedition, die eine Auswahl an Akten im Kontext des Westfälischen Friedens darbietet.

Geschichte - Von der Gründung bis heute

Nachdem Anfang der neunziger Jahre eine bibliothekarische Grundausstattung für das neu gegründete Interdisziplinäre Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) geschaffen werden konnte, entwickelte sich aus dem bereits bestehenden kleinen Handapparat der Forschungsstelle zur Literatur der Frühen Neuzeit eine stattliche Institutsbibliothek. 1996 erhielten die bis dahin an verschiedenen Standorten aufgestellten Bestände in Räumen des ehemaligen Hauses der Landwirtschaft eine geschlossene Aufstellung.

Von Sommer 2008 bis zum Sommer 2019 befand sich die gemeinsame Bibliothek des IKFN des IMIS (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien) mit einer gemeinsamen bibliothekarischen Infrastruktur unter einem Dach. Dazu wurden die alten Räumlichkeiten stark erweitert. Im Sommer 2019 ist die Bibliothek des IKFN in das Untergeschoss der  Universitätsbibliothek am Standort "Alte Münze" umgezogen.

Das Foto zeigt eine Gebäudefassade eines gläsernen Komplexes, in dem u.a. die Schriftzüge "Geo" und "Imis" zu erkennen sind. Davor verläuft eine Straße. Im Hintergrund ist die Spitze eines Kirchturms zu sehen.
© Manfred Pollert
Der ehemalige Standort der IKFN-Forschungsbibliothek, Gebäude 02/03.